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Wie Sie Staplerleistungen vergleichbar machen und so die für Sie optimale Wahl treffen

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Urheber: Photographee.eu | Fotolia

Von Dagmar Wäscher,

Sie sind die Lastesel der Logistik: Gabelstapler. Tag für Tag erfüllen sie ihre Aufgaben, und kaum jemand macht sich größere Gedanken über sie. Machen Sie es anders, damit Sie nicht mehr bezahlen als nötig. Denn der Anschaffungspreis für einen neuen Stapler ist im Vergleich zu möglichen Folgekosten verschwindend gering.

Und hier unterscheiden sich die Geräte eben immer noch. Doch wenn Sie einige Parameter bei Ihrer Auswahl berücksichtigen, laufen Sie kaum noch Gefahr, für etwas zu bezahlen, was Sie eigentlich gar nicht brauchen.

Wussten Sie, dass die Gesamtkosten eines Gabelstaplers auf seine Gesamtbetriebsdauer gerechnet nur zu 20 % auf die Anschaffung und zu 80 % auf die Betriebskosten entfallen? Sich also nur auf den Anschaffungspreis zu stützen ist keine gute Idee. Allerdings machen es Ihnen die Hersteller mit ihren undurchsichtigen und unterschiedlichen Angaben zu den Betriebskosten nicht gerade leicht, das optimale Gerät für den eigenen Einsatzzweck zu finden und somit die wirtschaftlichste Lösung zu ermitteln.

 

Die exakten Kosten zu ermitteln ist schwierig

Darüber hinaus gibt es in vielen Unternehmen keine genaue Analyse, was ein Stapler im Einzelfall an Folgekosten verursacht. Das heißt, dass genaue Angaben fehlen über:

  • den Gesamtzustand des einzelnen Staplers
  • die Kosten für die Wartung und Instandhaltung n die Anzahl der Ausfallzeiten – insbesondere durch mangelnde Wartung

Darüber hinaus erschweren folgende Tatsachen oft eine konkrete Kostenbeurteilung der einzelnen Geräte:

  • Fehlendes Wartungsmanagement: Notwendige Instandhaltungsarbeiten werden erst durchgeführt, wenn der Stapler ausfällt. Die Folge: zusätzliche Kosten durch Stillstandszeiten.
  • Fehlende Vergleichsdaten: Es werden hinsichtlich der Wartungskosten keinerlei Vergleiche zwischen den unterschiedlichen Geräten, die sich im Lager befinden, gezogen. 

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So erreichen Sie Vergleichbarkeit

Ein klassisches Beispiel für die Nichtvergleichbarkeit sind die unterschiedlichen Messmethoden der Anbieter in Bezug auf die gefahrenen Einsatzzeiten. Hier gibt es die verschiedensten Angaben:

  • Die Arbeitszeitmethode: Gemessen wird, wie lange einer der Motoren des Staplers läuft. Es wird also nicht nur der Antriebsmotor gezählt, sondern auch der Hebemotor.
  • Die Motorzeitmethode: Hier wird nur ermittelt, wie lange der Antriebsmotor arbeitet.
  • Die Schlüsselmethode: Ermittelt und addiert werden die Zeiten, in denen sich der Schlüssel im Schloss befindet.
  • Die Hubmotorstundenmethode: Hier zählt allein die Anzahl der Stunden, in denen der Hubmotor arbeitet.
  • Die Laufstundenmethode: Die Motorbetriebszeit und z. B. die Palettenbewegungen pro Schicht fließen hier mit ein. Das ist in vielen Fällen das unsicherste Verfahren mit oft entsprechend geringer Aussagekraft. 

Bei genauerer Betrachtung hat die Arbeitszeitmethode die größte Aussagekraft und stellt meistens auch die beste Lösung dar, wenn es darum geht, den wirtschaftlichen Betrieb eines Staplers sicherzustellen.

Aus den genannten Gründen sollten Sie unbedingt nachfragen, welche Messmethode ein Hersteller bei seinen Maschinen zugrunde legt. Noch besser: Bestehen Sie vor Vertragsabschluss darauf, dass die Arbeitsstunden als Berechnungsgrundlage dienen. Achten Sie darauf, dass die gewählte Methode bei allen Staplern vereinbart wird, denn nur so können Sie vermeiden, dass Sie jedes Mal anders rechnen müssen.

 

Auch gemessene Zahlen können Sie in die Irre führen

Nehmen wir einmal an, Ihr Stapler besitzt eine durchschnittliche Auslastung von 60 % und verrichtet seit 8 Jahren seinen Dienst in Ihrem Betrieb.

Wenn nun Hersteller A eine Lebensdauer von 10.000 Laufstunden angibt, zeigt sich schnell, dass die Angabe von Hersteller B mit 15.000 Betriebsstunden nach der Motorzeitmethode keinen Vergleich der beiden Angebote zulässt. Legt nämlich der Stapler nur geringe Strecken zurück, erledigt er aber viel Hubarbeit, kann das Gerät von Hersteller B das richtige sein. Stehen jedoch lange Fahrwege auf dem Programm und dafür wenig Hubleistungen, ist sicherlich das Gerät von Anbieter A interessanter.

 

Schaffen Sie sich Ihr eigenes Messsystem

Wie Sie sehen, sind die Angaben der Hersteller kaum tauglich, präzise Aussagen über die Wirtschaftlichkeit der Geräte zu machen. Sie haben aber die Möglichkeit, selbst Daten zu erfassen, die die tatsächlichen Kosten in Ihrem Unternehmen widerspiegeln. Das geht zwar erst nach der Anschaffung, doch ergeben sie dann ein realistisches Bild. Wenn Sie dieses nun mit den Angaben des Herstellers vergleichen, sehen Sie schnell, wie weit es mit der Stichhaltigkeit der Anbieterangaben ist.

Leiten Sie aus der Differenz zwischen Herstellerberechnung und Ihren eigenen Zahlen einen Faktor ab, der Ihnen bei zukünftigen Staplerbeschaffungen wertvolle Hilfe leistet. Dabei ist es sogar egal, welche Messmethode Sie anwenden, Sie müssen sie nur konsequent praktizieren.

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