Gratis-Download

Dieser Gratis-Download erläutert die Rechnungspflichtangaben, damit Sie bei der Eingangskontrolle nichts übersehen. Aber auch bei der Erstellung...

Jetzt downloaden

Umgang mit dem Fiskus: Antworten auf 3 häufige Fragen von Existenzgründern

0 Beurteilungen
Finanzierung
Urheber: stockpics | Fotolia

Von Gerhard Schneider,

Sollen Sie dem Finanzamt Einzugsermächtigung erteilen? Wie erhalten Sie möglichst schnell meine Steuererstattung? Dauerfristverlängerung ... lohnt sich das überhaupt?

1. „Soll ich dem Finanzamt Einzugsermächtigung erteilen?“

Frage: Immer wieder bekomme ich mit, dass Selbstständige all ihre fälligen Steuerbeträge vom Finanzamt abbuchen lassen. Mir ist auch aufgefallen, dass sich in allen Formularen und Infos der Behörde die Aufforderung findet, dass ich eine Einzugsermächtigung erteilen soll. Ich habe allerdings generell einige Magenschmerzen in Bezug auf fremde Zugriffe auf meine Konten. Warum sollte ich ausgerechnet dem Finanzamt so sehr vertrauen?

Antwort: Viele Selbstständige haben im ersten Moment ein beklommenes Gefühl, wenn es darum geht, gerade dem Finanzamt per Einzugsermächtigung Zugriff auf das eigene Konto zu ermöglichen. Mal abgesehen davon, dass immer etwas schieflaufen kann, hat aber die Einzugsermächtigung für Sie bei genauerem Hinschauen handfeste Vorteile:

Geregelter Ablauf

Der größte Vorteil ist, dass Sie nicht verfrüht, vor allem aber niemals verspätet zahlen. Der Fiskus bucht grundsätzlich frühestens zum Fälligkeitstag ab. Für Einkommen- oder Körperschaftsteuervorauszahlungen werden oft sogar 1 oder 2 Tage zusätzlich als Karenzzeit gewährt. Damit haben Sie auch einen kleinen Liquiditätsvorteil.

Nur bekannte Beträge werden eingezogen

Da der Fiskus nur die Beträge einzieht, die Sie selbst angemeldet haben, bzw. die Ihnen laut amtlichem Bescheid bekannt sind, bleiben unliebsame Überraschungen im Zusammenhang mit der Höhe der abgebuchten Steuerbeträge in der Regel aus. Sollte tatsächlich einmal etwas unberechtigterweise abgebucht werden, können Sie der Einzugsbuchung immer innerhalb einer Frist von 6 Wochen widersprechen. Ihre Bank holt sich dann den Betrag in Ihrem Namen vom Empfänger zurück.

Achtung: Ein Wermutstropfen, der jedoch bei sorgfältiger Planung und etwas Umsicht gar nicht erst in Ihr Glas fallen dürfte: Sorgen Sie stets dafür, dass auf Ihrem Konto ausreichend Deckung zu Abwicklung des Zahlungsverkehrs per Lastschriftverfahren besteht. Im Zusammenhang mit Forderungen seitens der Finanzbehörden werden Sie unnachgiebig in Verzug gesetzt und es kommen Zinsforderungen auf Sie zu.

2. „Wie erhalte ich möglichst schnell meine Steuererstattung?“

Frage: Meine erste Steuererklärung habe ich „erfolgreich“ erledigt. Mit meiner Gewinnschätzung war ich dabei etwas zu optimistisch, weshalb ich jetzt einen nennenswerten Betrag als Erstattung in Aussicht habe. Offensichtlich mahlen die Mühlen das Staatssäckel flott voll, trennen wollen sich die Beamten jedoch nur zögerlich von ihrem Eingeheimsten. Was kann ich tun, damit ich mein Geld möglichst schnell vom Finanzamt zurückbekomme?

Antwort: Das wird sich auch bei Ihnen schnell zur Routine entwickeln, nicht zuletzt haben Sie tatkräftige Unterstützung durch Ihren Begleiter „Einfach Steuern sparen“.

Verfassen Sie ein begleitendes Anschreiben

Ist absehbar, dass Sie nach Abgabe einer Steuererklärung mit einer Erstattung rechnen können, gehen Sie folgendermaßen vor, um möglichst zügig an Ihr gutes Geld zu kommen: Schicken Sie parallel zu Ihrer online abgegebenen Steuererklärung ein Schreiben an Ihr Finanzamt, in dem Sie freundlich auf Ihre zu erwartende Erstattung hinweisen. Bitten Sie die Sachbearbeiter höflich darum, die Bearbeitung zu beschleunigen.

6 Wochen Warten öffnen den ersten Knopf an Ihrem Kragen

Eine angemessene Frist ist verstrichen, wenn 6 Wochen seit Abgabe Ihrer Steuererklärung verstrichen sind, ohne dass sich etwas getan hat. Nun ist der Zeitpunkt, an dem Sie höflich telefonisch nachfragen, wie es um die Bearbeitung Ihres Vorgangs bestellt ist, ergo: wann Sie mit dem Bescheid rechnen können.

12 Wochen markieren die Grenze

Jetzt weisen Sie in einem weiteren Telefonat darauf hin, dass Sie den ausstehenden Betrag dringend für Ihren betrieblichen Ablauf benötigen, und bitten nochmals um zügige Bearbeitung. Wird Ihnen bei dieser Gelegenheit kein nachvollziehbarer Grund für diese Verzögerung genannt und bleibt die Nennung eines voraussichtlichen Termins der Versendung Ihres Steuerbescheids aus, schreiben Sie formlos an die Amtsleitung. In diesem Anschreiben weisen Sie freundlich auf die überdurchschnittlich lange Wartezeit hin. Ferner lassen Sie einfließen, wie sehr Sie der Außenstand in Ihren geschäftlichen Operationen, mithin im Erwirtschaften von Steuereinnahmen, behindert.

6 Monate bedeuten Ultimo

Nach einem halben Jahr ist immer noch kein Bescheid eingegangen? Dann machen Sie jetzt ernst und senden Ihrem zuständigen Finanzamt Ihren Einspruch wegen Untätigkeit gemäß § 347 Abs. 1 Satz 2 Abgabenordnung.

Damit gelangen Sie zur Untätigkeitsklage (auch Anfechtungsklage bzw. Verpflichtungsklage) vor dem Finanzgericht und beschreiten so – wenn nötig – den Rechtsweg in Ihrer Angelegenheit.

3. „Dauerfristverlängerung ... lohnt sich das überhaupt?“

Frage: Neulich hat mir ein Branchenkollege geraten, eine Dauerfristverlängerung für meine Umsatzsteuer-Voranmeldungen zu beantragen. Gewinne ich dadurch denn tatsächlich

  • mehr Zeit und/oder

  • mehr Liquidität?

Antwort: Bei monatlicher Abgabe Ihrer Umsatzsteuer-Voranmeldung müssen Sie die Daten bis zum 10. des Folgemonats übermitteln. Beispielsweise muss Ihre Voranmeldung für den September bis zum 10. Oktober erfolgen. Das ist der normale Hergang dieser fiskalischen Angelegenheit. Erwirken Sie eine Dauerfristverlängerung, verschiebt sich Ihr Abgabetermin um einen Monat. Die Abgabe für den Monat September erfolgt also dann erst zum 10. November. Übrigens: Fällt dieser 10. Tag eines Monats auf einen Samstag, verschiebt sich der Abgabetermin auf den darauffolgenden Montag.

Anzeige

 

Sie sind Gründer: Dann schmilzt Ihr Vorteil wie Eis in der Sonne

Dieser vordergründige Vorteil hat allerdings einen Haken, wie Sie vielleicht schon geahnt haben: Ein Liquiditätsvorteil entsteht Ihnen auf diese Art nämlich nicht. Im Gegenzug für seine Generosität knöpft Ihnen das Finanzamt erst einmal 1⁄11 der Vorauszahlungen aus dem Vorjahr als Sondervorauszahlung ab.

Für Gründer bedeutet das 1⁄11 der geschätzten Vorauszahlung. Dies bedeutet häufig sogar, dass Sie dem Fiskus eher einen kleinen Vorschuss gewähren, da Sie 1⁄11 und nicht 1⁄12 als Sondervorauszahlung leisten.

Diese Sondervorauszahlung entfällt bei vierteljährlicher Umsatzsteuer-Voranmeldung. Jedoch sind Sie als Gründer verpflichtet, Ihre Voranmeldungen monatlich abzugeben. So schrumpft Ihr Vorteil auf den Faktor einen Monat, das Mehr an Zeit, das Ihnen für die Abgabe bleibt. Ein kurzer Genuss, der nur einmal stattfindet, wenn Sie die Fristverlängerung zum ersten Mal nutzen. Denn danach müssen Sie wieder – wie vorher – jeden Monat eine Voranmeldung abgeben.

Wägen Sie gut ab, ob es das wert ist

So bleibt als Fazit zur sicherlich gutgemeinte Empfehlung eines festzuhalten: Sinnvoll ist die Dauerfristverlängerung nur in dem Fall, dass Sie die Unterlagen des Vormonats nicht innerhalb von 10 Tagen zusammenstellen können.

Gründer-Wissen

Sie haben eine Geschäftsidee? Sie suchen ein zweites Standbein? Sie wollen frischen Wind in Ihr Leben bringen? Aber Sie wissen nicht, wie Sie „es“ anfangen sollen? Was Sie als erstes tun müssen, damit Ihre Idee auch ein Erfolg wird? Lesen Sie „Gründer-Wissen“!

Datenschutz

Anzeige

Gratis Downloads
28 Beurteilungen
8 Beurteilungen
1 Beurteilung
Produktempfehlungen

Mehr Geld – mehr Kunden – mehr Sicherheit für Ihr Unternehmen

Die neuesten Urteile der Arbeits-, Finanz- und Sozialgerichte

Der persönliche 15-Minuten-Coach für erfolgreiche Führungskräfte, Chefs und Vorgesetzte.

Schutz und Sicherheit für Sie als Geschäftsführer und Ihre GmbH

Mehr Fokus. Mehr Zeit. Mehr Ich.

Mit einfachen Maßnahmen zu nachhaltigem Unternehmenserfolg