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Leider kommt es nach wie vor insbesondere auf Baustellen zu teils schweren Arbeitsunfällen. Oft werden Vorschriften missachtet, weil etwa der...

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Betriebsanweisung: Kleiner Unfall große Wirkung - Nehmen Sie auch Bagatellunfälle ernst!

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Arbeitssicherheit

Von Wolfram von Gagern,

Auch hinter augenscheinlich harmlosen Wunden können sich erhebliche Verletzungen verbergen. Manch einer ignoriert kleinere Kratzer jedoch, weil er nicht als ,,Weichei" gelten oder bei der angespannten Arbeitsmarktlage nicht ,,auffallen" will.

Das kann jedoch ins Auge gehen, wie diese authentischen Unfallbeispiele zeigen:

Betriebsanweisung: Fall 1 - Abbruch des Bohrers

Im Werkzeugbau eines Gummibetriebs wurden an einer CNC-Fräsmaschine älteren Typs mithilfe eines Gewindebohrers Gewinde in legierte Stähle geschnitten. Beim maschinellen Herausdrehen des Bohrers brach ein Stück davon heraus und traf den Maschinenbediener am Hals.

Bruchstück noch im Hals

Gegen seinen anfänglichen Widerstand schickte der Vorgesetzte den Mann mit seiner unscheinbaren Wunde ins Krankenhaus. Hier stellte man fest, dass sich das Bruchstück des Gewindebohrers noch in der Wunde befand. Übrigens: Der Unfall zeigt auch, wie wichtig es ist, an Werkzeugmaschinen eine Schutzbrille zu tragen: Das herausgebrochene Bohrerstück hätte auch das Auge treffen können.

Betriebsanweisung: Fall 2 - reizende Flüssigkeit im Schuh

Ein Metallarbeiter sollte eine reizende Flüssigkeit aus einem 25-Liter-Behälter in ein kleineres Zwischengebinde abfüllen. Nach der geltenden Betriebsanweisung hätte er dazu einen Kugelhahn an den größeren Behälter anschrauben, diesen sodann in ein Regal legen und schließlich die Flüssigkeit mittels des Hahns abfüllen müssen. Weil ihm das zu umständlich war, öffnete der Kollege jedoch einfach den Spunddeckel und versuchte, den Stoff ¬ entgegen der Vorschrift direkt in das kleine Gefäß umzufüllen. Dabei schwappte eine größere Menge unkontrolliert über; ein Teil lief in den Sicherheitsschuh des Mitarbeiters. Der Socken saugte sich voll.

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3 Wochen krank wegen Missachtung der Betriebsanweisung

Statt nun, wie in der Betriebsanweisung ebenfalls vorgeschrieben, Schuh und Socken auszuziehen und den Fuß gründlich mit Wasser zu spülen, arbeitete der Beschäftigte mit dem nassen Schuh bis zum Schichtende weiter. Er meldete den Unfall nicht. Später am Abend stellte er dann eine Hautreizung am Fuß fest. Er ließ sich vom Notarzt eine Salbe verschreiben, die er jedoch nicht benutzte. Erst am nächsten Tag berichtete er seinem Meister, was geschehen war. Der ließ ihn zum Durchgangsarzt bringen. Befund: Die Haut war jetzt bereits so stark geschädigt, dass der Mitarbeiter 3 Wochen ,,krankfeiern" musste.

Betriebsanweisung: Fazit für Sie als Sicherheitsfachkraft

Fazit: Legen Sie Ihren Kollegen dringend ans Herz, auch kleinere ,,Schrammen" grundsätzlich vom Ersthelfer oder Betriebsarzt begutachten zu lassen, um verborgene ernstere Verletzungen auszuschließen oder fachgerecht behandeln zu lassen. Darüber hinaus muss jede noch so kleine ,,Schramme" ins Verbandbuch eingetragen werden: Denn das erleichtert Ihnen im Fall von eventuell erst später erkannten Folgeschäden den Nachweis gegenüber der Berufsgenossenschaft, dass die Verletzung arbeitsbedingt war. Und selbstverständlich gilt: Betriebsanweisungen sind ohne Wenn und Aber zu befolgen!

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