Gratis-Download

Leider kommt es nach wie vor insbesondere auf Baustellen zu teils schweren Arbeitsunfällen. Oft werden Vorschriften missachtet, weil etwa der...

Jetzt downloaden

Dacharbeiten: Aber bitte mit Anschlag

0 Beurteilungen
Urheber: Franz Pfluegl | Fotolia

Von Martin Weyde,

Arbeiter auf Dächern leben gefährlich, und wie Bergsteigern kann auch ihnen die Witterung zum Verhängnis werden. Aber während jene ihre Tour vielleicht noch rechtzeitig abblasen können, muss auf Dächern oft gerade bei schlechtem Wetter gearbeitet werden – etwa um Schneelasten zu beseitigen oder Sturmschäden zu begrenzen.

Deshalb ist es unerlässlich, dass die PSA gegen Absturz stimmt und auch eingesetzt wird. Und damit sie wirksam schützen kann, müssen Sie dafür sorgen, dass Ihr Dach die nötigen Anschlagpunkte besitzt.

Grundsätzlich gilt die gesamte Dachfläche als Gefahrenbereich, besonders absturzgefährdet sind Arbeiter auf Dächern jedoch in einem Bereich von bis zu zwei Metern zur Absturzkante. Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) soll

  • durch Rückhaltesysteme einen Sturz oder
  • durch Auffangsysteme einen freien Fall verhindern.

PSAgA besteht aus einer Körperhaltevorrichtung und einem Befestigungssystem – es kommt also darauf an, dass sie an Anschlagpunkten befestigt werden kann. Kollektive Schutzeinrichtungen, etwa Geländer oder Brüstungen, haben zwar Vorrang, fehlen diese jedoch, ist PSAgA erforderlich. Die DGUV weist darauf hin, dass nicht die Anzahl sondern die richtige Auswahl und Position der Anschlageinrichtungen über die Sicherheit entscheidet.

Anzeige

Damit die PSAgA an den Anschlagpunkten befestigt werden kann, müssen diese sicher erreichbar sein. Deshalb kann es nötig sein, nahe des Zugangs, an Dachaufstiegen und Dachausstiegen zusätzliche Anschlagpunkte anzubringen.

Sie müssen die Lage und Art der Anschlageinrichtungen so planen, dass

  • Arbeiten mit PSAgA sicher durchführbar sind,
  • gefahrloser Zugang möglich ist, auch bei erhöhten Anforderungen durch die Umgebung wie Dunkelheit, Schnee, Nässe, Eis oder Wind und
  • der Untergrund tragfähig ist. Ziehen Sie im Zweifelsfall einen Statiker hinzu.

Die Anschlageinrichtungen müssen angeben:

  • den Hersteller,
  • die Produktbezeichnung,
  • die zulässige Zahl der Benutzer,
  • gegebenenfalls die zulässigen Belastungsrichtungen und
  • das nächste empfohlene Prüfdatum.

Setzen Sie nur geprüfte und zugelassene Anschlageinrichtungen ein – in der Regel baumustergeprüft nach EN795. Beschäftigen Sie nur fachkundiges Montagepersonal, das Ihnen auch die erforderliche Montagedokumentation ausfertigen kann.

Mit der Montagedokumentation erhalten Sie den Nachweis, dass die Montage sachgerecht durchgeführt wurde. Sie benötigen diese auch für spätere Überprüfungen, da die Befestigung der Anschlageinrichtungen häufig nicht einsehbar oder zugänglich ist.

Lassen Sie prüfen, ob Ihr Dach über die erforderlichen Anschlageinrichtungen verfügt, und wenn dies nicht der Fall ist, dann lassen Sie diese bitte anbringen.

Die DGUV Information 201-056 „Planungsgrundlagen von Anschlageinrichtungen auf Dächern“ ist im August 2015 als geringfügig veränderter Nachfolger der BGI 5164 erschienen. Sie erhalten sie unter publikationen.dguv.de/dguv/udt_dguv_main.aspx?FDOCUID=26380. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der BAuA in der ASR A2.1 „Schutz vor Absturz und herabfallenden Gegenständen, Betreten von Gefahrenbereichen“ unter www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Arbeitsstaetten/ASR/ASR-A2-1.html.

Arbeitssicherheit aktuell

Sichern Sie sich praxisrelevante Tipps, Anregungen und Hinweise auf aktuelle Urteile und Gesetzesänderungen mit leicht nachvollziehbaren Lösungsansätzen für Ihrer tägliche Arbeit als Sicherheitsbeauftragter oder Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Datenschutz

Anzeige

Produktempfehlungen

Die wesentlichen Gesetze und Urteile klipp und klar erklärt

erkennen.vorbeugen.handeln: Gesunde Arbeit für zufriedene Mitarbeiter

Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Brandschutz, IT-Sicherheit und Werkschutz

Fälle aus der Praxis. Unterweisungsinhalte. Methodik & Didaktik

Risiken erkennen • Maßnahmen ergreifen • Rechtssicherheit schaffen

Praxisnahes Wissen zur Verbesserung Ihrer Unternehmenssicherheit und Unterstützung in Ihrer Tätigkeit als Verantwortlicher für Sicherheitsfragen!