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Leider kommt es nach wie vor insbesondere auf Baustellen zu teils schweren Arbeitsunfällen. Oft werden Vorschriften missachtet, weil etwa der...

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Gefahrgut: Diese Unfälle müssen Sie melden

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Von Martin Weyde,

Ab heute, dem 1. Juli 2014, gilt in Deutschland die allgemeine Warnwestenpflicht. Das ist gut so, denn die Warnweste ist eine lebenserhaltende Maßnahme, falls Ihre Kollegen im fließenden Verkehr ihr Fahrzeug wegen eines Unfalls verlassen müssen.

In gewerblich genutzten Fahrzeugen mussten Sie auch schon vor der allgemeinen Warnwestenpflicht für mindestens einen Versicherten Warnkleidung mitführen, wie es § 31 der DGUV Vorschrift 70 (die frühere BGV D29) vorschreibt.

Wenn Sie Gefahrgut transportieren, sind Sie nach Abschnitt 8.1.5 des ADR ohnehin verpflichtet, für alle Mitglieder der Besatzung Warnwesten an Bord zu haben. Und nach einem Gefahrgutunfall ist zwar viel los, aber Sie dürfen im Trubel nicht vergessen, ihn zu melden, wenn es ein schwerer Unfall war.

Nach Unterabschnitt 1.8.5.1 des ADR müssen Sie als Verlader, Befüller, Beförderer oder Empfänger schwere Unfälle oder Zwischenfälle mit Gefahrgut binnen eines Monats der für Sie zuständigen Behörde melden. Diese ist – abhängig vom Verkehrsträger –

  • das Bundesamt für Güterverkehr (BAG),
  • das Eisenbahn-Bundesamt (EBA)
  • oder die Zentralstelle Schiffsuntersuchungskommission (ZSUK).

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Nach Unterabschnitt 1.8.5.3 des ADR müssen Sie folgende Ereignisse melden:
1. Personenschäden, wenn das Gefahrgut entweder für den Tod oder für Verletzungen eines Menschen verantwortlich ist, die

  • intensiv medizinisch behandelt werden müssen oder
  • einen mindestens eintägigen Aufenthalt im Krankenhaus oder
  • eine mindestens dreitägige Arbeitsunfähigkeit nach sich ziehen.

2. Produktaustritte, wenn folgende Mengen von Gefahrgut pro Beförderungskategorie austreten:

  • 0 oder 1: 50 kg oder Liter
  • 2: 333 kg oder Liter
  • 3 oder 4: 1.000 kg oder Liter

Für Gefahrgüter der Klassen 6.2 (ansteckungsgefährliche Stoffe) und 7 (radioaktive Stoffe) gelten keine Mengengrenzen.
3. Sach-/Umweltschäden, bei denen es jedoch nicht auf die Menge ankommt, sondern darauf, ob die angerichteten Schäden 50.000 Euro übersteigen. Schäden an Fahrzeugen oder Infrastruktur zählen dabei nicht mit.
4. Behördenbeteiligungen, wenn Behörden oder Hilfsdienste für mindestens drei Stunden Personen evakuieren oder öffentliche Verkehrswege sperren müssen.
Für Ihre Meldung stellt Ihnen das ADR in Unterabschnitt 1.8.5.4 ein „Muster des Berichts über Ereignisse bei der Beförderung gefährlicher Güter“ zur Verfügung.
Wie die aktuelle Ausgabe der Fachzeitschrift „gefährliche ladung“ berichtet, machen meldepflichtige Unfälle auf der Straße den Löwenanteil aus, nämlich 92 im Jahr 2013. Beim Transport mit der Bahn ereigneten sich dagegen nur 12 und mit Binnenschiffen sogar nur zwei Unfälle. Allerdings haben Bahn- und Schiffsunfälle in der Regel auch andere Dimensionen als Unfälle auf der Straße.

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