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Leider kommt es nach wie vor insbesondere auf Baustellen zu teils schweren Arbeitsunfällen. Oft werden Vorschriften missachtet, weil etwa der…

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Sicherheit am Boden: Was gibt es bei modernen Industrieböden zu beachten?

 

Von Redaktion,

Die meisten Arbeitsunfälle passieren immer noch am Boden. Stolperfallen und Rutschgefahren sind hierbei nur einige der alltäglichen Gefahren. Umso wichtiger ist daher eine rechtskonforme Gefährdungsbeurteilung und Unfallprävention am Boden.

Ein umfangreiches und komplexes Thema ist die Sicherheit auf Böden am Arbeitsplatz. Zahlreiche Faktoren müssen bedacht, unzählige Gefahrenquellen entschärft werden. Was tun also gegen Stolperstellen und Bodenöffnungen? Was beeinflusst das Rutschverhalten? Welche Lösungen sind die besten? GFK Böden? Gitterroste? Welche Anbieter (Niewielith, Regupol, Meiser …) bieten welche Produkte? Wie sind Industrieböden aufgebaut? Wie gestaltet sich die Reinigung der speziellen Böden? Mit welchen, teilweise einfachen, Maßnahmen lässt sich die Sicherheit am Boden erhöhen? 

 

Die häufigsten Unfälle aufgrund mangelnder Sicherheit am Boden

Deutschlandweit sind rund 20% der Arbeitsunfälle sogenannte SRS-Unfälle, also Unfälle infolge von Stolpern, Rutschen und Stürzen. Die Ursache sind oft nasse, verschmutzte und glatte Fußböden. In vielen Arbeitsbereichen lassen sich Schmutz und Nässe allerdings nicht vermeiden (z.B. Krankenhaus, Küche, Schlachtbetrieb, Lager, Gärtnerei etc.).  

SRS-Unfälle enden häufig glimpflich, können aber durchaus auch zu schwereren Verletzungen wie Zerrungen, Muskelfaserrissen, Brüchen oder Ähnlichem führen. Aus Arbeitgebersicht sind die entstehenden Fehlzeiten, Krankenstände und eventuell bleibende Gesundheitsschäden besonders ärgerlich. 

 

Was ist ein Bodensystem und woraus setzt es sich zusammen? 

Wer sich mit der Sicherheit am Arbeitsplatz im Zusammenhang mit den vorhandenen Böden auseinandersetzt, darf sich nicht nur auf den Boden selbst konzentrieren. Vielmehr ist es wichtig, das gesamte Bodensystem zu analysieren. Das Bodensystem setzt sich aus folgenden vier Unterpunkten zusammen, die in Kombination und für eine manchmal mehr, manchmal weniger gefährliche Ausgangslage sorgen: Schuhwerk, gleitfördernder Stoff, Bodenbelag, Bauart. 

  • Schuhwerk: Die Beschaffenheit des Schuhwerks hat Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls. Sicherheits-, Schutz oder Berufsschuhe bieten beispielsweise mehr Sicherheit als Straßenschuhe, Turnschuhe, Sandalen, Hausschuhe oder Flip Flops.
     
  • Gleitfördernder Stoff: Im Fokus der Aufmerksamkeit liegen hier hauptsächlich Flüssigkeiten und Nässe. So treten im Zuge bestimmter Arbeiten gleitfördernde Stoffe wie Öl oder Fett aus. Auch Staub gehört in diese Kategorie. Im Innenbereich stellen eingetragene Nässe und verschüttete Flüssigkeiten eine Gefahr dar. Im Außenbereich ist auf Laub oder Vermoosungen bzw. im Winter Eisglätte zu achten. 
  • Bodenbelag: Unterschiedliche Beläge haben unterschiedliche Eigenschaften. Die Rutschgefahr eines Bodens differiert abhängig vom Material, also ob z.B. ein GFK Boden, Estrich oder Gitterroste gewählt wurden.
     
  • Bauart: Dazu kommen örtliche Gegebenheiten, an die sich der verlegte Boden anpassen muss. Wie uneben ist der Untergrund? Sind hauptsächlich Fußgänger und Fahrzeuge unterwegs? Wird der Boden auf einer Rampe verlegt oder ist er für Treppenhäuser gedacht? 

 

Welche weiteren Faktoren beeinflussen die Sicherheit auf dem Boden? 

Neben dem Boden an sich und bestimmten Umwelteinflüssen, tragen zwei weitere Faktoren zu erhöhtem Unfallrisiko bei: Der Mensch und die Organisation. Was das im Einzelnen bedeutet? 

  • Mensch: Mangelnde Aufmerksamkeit trägt ebenso zu gesteigerter Unfallwahrscheinlichkeit bei, wie Hektik und Eile am Arbeitsplatz. So werden oftmals ansonsten eigentlich gut sichtbare Stolperstellen übersehen (Aufkleber anbringen!). Dazu kommt eventuell verringerte Reaktionsfähigkeit bei älteren Menschen. 
  • Organisation: Hier steht die Frage im Fokus, wie gut potenzielle Gefahr- und Stolperstellen bzw. vorhandene Bodenöffnungen gekennzeichnet sind. Weisen etwa Aufkleber auf entsprechende Stellen hin? Besonders bei Wegen im Freien wichtig: Wie gut ist die Räumung z.B. im Winter? 

 

Was zeichnet einen Sicherheitsboden aus und wie ist er aufgebaut? 

Ein Sicherheitsboden vereint eine lange Liste an positiven Eigenschaften in sich. Einer der führenden Hersteller von Sicherheitsböden ist das Unternehmen Technofluid, welches hochwertigen GFK Sicherheitsboden mit optimalem Rutschverhalten und somit Lösungen in Sachen Arbeitssicherheit bietet. Folgende Charakteristika zeichnen den GFK Boden aus: 

  • Rutschsicherheit 
  • Geringes Gewicht 
  • Resistenz gegen Korrosion 
  • Hohe Festigkeit 
  • Beständigkeit gegenüber Chemikalien 
  • Keine Funkenbildung 
  • Nicht magnetisch 
  • Isoliert thermisch und elektrisch 
  • Beständig gegen Hitze und Kälte 
  • Besonders UV-beständig 
  • Wartungsfrei 
  • Einfache Montage 
  • Einfache Bearbeitung 

Gefertigt wird der GFK Sicherheitsboden aus hochqualitativem Polyesterharz. Er weist außerdem einen Glasgehalt von rund 35 % auf. Auf einem tragenden Gitterrost wird eine auflaminierte Platte befestigt. Glasfasermatten und Gewebe Rovings verstärken die Deckschicht und erhöhen die Tragfähigkeit von GFK Sicherheitsböden.  

 

Welche Maßnahmen erhöhen die Sicherheit auf dem Boden? 

Die erwähnten SRS-Unfälle passieren aus unterschiedlichsten Gründen. Oft genügen bereits kleine Maßnahmen, um das Unfallrisiko deutlich zu senken. Arbeitgeber sollten folgende Dinge beachten: 

  • Hochstehende oder abgelöste Teppichelemente (Fliesen, Leisten, Kanten) 
  • Schlechte Beleuchtung von Arbeitswegen bzw. Stufen und Absätzen sowie deren ungenügende Kennzeichnung (fehlende Aufkleber...) 
  • Defekte im Bodenbelag (Wellen, Risse, Löcher) sind sofort zu beheben. Die Reparatur sollte von Spezialisten durchgeführt werden. 
  • Abdeckungen von Schächten oder Kanälen mittels Gitterrosten oder Deckeln müssen dasselbe Niveau wie der umliegende Boden haben und außerdem kipp- und trittsicher sein. 
  • Herumliegende Gegenstände (Werkzeug, Elektrogeräte, Kabel …) erhöhen das Unfallrisiko deutlich. 
  • An besonders gefährlichen Stellen können rutschfeste Aufkleber angebracht werden. 
  • Industrieböden und GFK Böden am Arbeitsplatz generell dürfen niemals zu glatt sein. 
  • Durch Gefährdungsbeurteilungen lassen sich zahlreiche Gefahrenstellen im Voraus erkennen. 
  • Berichte von Beinaheunfällen sollten ernstgenommen werden. 
  • Die regelmäßige Unterweisung aller Mitarbeiter hinsichtlich der Gefahr von SRS-Unfällen ist wichtige Präventionsarbeit. 
  • Stolperstellen, die nicht entschärft werden können, müssen mit speziellen Aufklebern versehen und in besonderen Fällen beleuchtet werden. 

 

Wie werden Böden sicherheitskonform gereinigt? 

Da sich ein GFK Sicherheitsboden durch besondere Eigenschaften auszeichnet (spezielles Rutschverhalten, Abfedern von Auf- und Rückprall, Temperaturbelastbarkeit etc.) und an besonderen Orten zum Einsatz kommt (Krankenhaus, Industrieböden, Terrassenabdeckungen), gestaltet sich im Fall von GFK und Sicherheitsböden auch die Reinigung spezieller, als bei normalen Böden. Grundsätzlich gilt es, in diesem Zusammenhang drei Fragen zu beantworten: Um welche Art der Verschmutzung handelt es sich? Welche Ausrüstung ist für die Reinigung geeignet? In welcher Konzentration kommt welcher Reiniger zum Einsatz? 

 

Wodurch wird ein Boden rutschfest? 

Durch eine spezielle Oberflächenstruktur wird sichergestellt, dass der Boden auch durch Flüssigkeiten
hindurch Kontakt zum Schuh bekommt. Das bedingt eine deutliche Rutschhemmung. Weiters existieren
verschiedene Oberflächenbehandlungen, welche zur Rutschfestigkeit beitragen. 

 

 Art der Verschmutzung: Das weitere Vorgehen unterscheidet sich je nach Art der Verschmutzung. Um welche Verschmutzung handelt es sich? 

  • Anorganisch (nie Teil von etwas Lebendigem, enthält keinen Kohlenstoff) 
  • Fettig (haftet an Oberflächen, verschmiert bei Berührung) 
  • Löslich (löst sich in Wasser auf) 
  • Nicht löslich (Reinigungsmittel zur Entfernung notwendig, häufigste Art von Schmutz) 
  • Hartnäckig/klebrig (bleibt an Oberfläche haften) 
  • Partikelförmig (Schmutz in Pulverform, ebenfalls weit verbreitet) 
  • Schleifpartikel (kann Oberflächen zerkratzen) 

 

Art der Ausrüstung: Neben der Art der Verschmutzung sind auch Raumgröße und Verwendungszweck ausschlaggebend für die konkrete Ausrüstungswahl.  

  • Manuelle Reinigung (Mopp, Schrubber, Eimer; gegen alltägliche Verschmutzungen) 
  • Mechanische Reinigung (Reinigungsmaschine; gegen hartnäckigen und fettigen Schmutz) 
  • Dampfreinigung (mechanischer Dampfreiniger; entfernt organischen Schmutz und dank hoher Temperaturen auch die meisten Bakterien; Einsatz im Krankenhaus, in Küchen oder Badezimmern) 

 

Art des Reinigers: Reinigungsmittel lösen den Schmutz vom Boden und fixieren ihn. Das hat zur Folge, dass die Verschmutzungen durch Wischbewegungen nicht weiter verteilt werden. Aber: Welcher Reiniger ist für welche Art von Verschmutzungen geeignet? 

  • Basisch: pH-Wert über 9,5. Geeignet für organische und fettige Verschmutzungen, löst Fett und emulgiert Schmutz. Kann allerdings Lack beschädigen, muss deshalb gründlich abgespült werden. 
  • Sauer: pH-Wert unter 5. Geeignet für anorganische Verschmutzungen. 
  • Neutral: pH-Wert 7. Enthalten wenig Chemikalien. Umweltfreundlicher als basische und saure Reinigungsmittel. Geeignet für alltägliche Verschmutzungen.  
  • Kombireiniger: Besondere Verschmutzungen (Lebensmittel, menschliche Ausscheidungen) werden am besten mit kombinierten Desinfektionsreinigern entfernt. Die reduzieren und hemmen das Wachstum von Bakterien, wodurch wiederum Hygienestandards eingehalten werden können. 

 

Sicherheit am Boden: Wie schräg darf der Boden am Arbeitsplatz sein? 

Wie schräg der Boden am Arbeitsplatz sein darf, ist in der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) geregelt. Dort heißt es wortwörtlich: „Eine gefährliche Schräge liegt vor, wenn der Fußboden aufgrund seiner Neigung bzw. Steigung nicht mehr sicher betrieben, also begangen, befahren oder zum Abstellen genutzt werden kann. Dies ist in der Regel bei Fußböden ab einer Neigung von 36 Prozent (ca. 20°) gegeben.” 

Generell wird in der Arbeitsstättenverordnung festgehalten, dass in Arbeitsräumen verlegte Fußböden weder Unebenheiten noch Löcher, Stolperstellen oder gefährliche Schrägen aufweisen dürfen. Außerdem müssen sie tragfähig, rutschhemmend und trittsicher, sowie gegen Verrutschen gesichert sein. 

 

Welche Anbieter von Sicherheitsböden gibt es noch? 

Neben Technofluid stellen natürlich noch andere Unternehmen GFK Böden. Damit endet die Produktpalette aber nicht. Sie sind spezialisiert auf Stahl-Industriebeläge und bieten Top-Qualität in den Bereichen Gitterroste, Sportböden, Containersicherheit und GKF Systeme

NiewielithEiner der führenden Anbieter von Industrieböden. Die Produkte von Niewielith finden sich besonders häufig in Lagern, Produktions- und Industriehallen, Krankenhäusern, Arzt-Praxen etc. Besonders Niewieliths Estrich aus Magnesit hat sich bewährt. Niewielith ist außerdem spezialisiert auf Reparatur und Sanierung von Sicherheitsböden. 

Regupol: Regupol bietet Böden für unterschiedliche Anwendungsgebiete. Die Antirutschmatten von Regupol zur Ladungssicherung sorgen für Containersicherheit. Sport- und Fallschutzböden finden sich in Fitnessstudios und Turnhallen. Außerdem liefert Regupol intelligente Lösungen in Sachen Raumakustik sowie Bautenschutzmatten und –bahnen für Flachdächer. 

Meiser: Das Unternehmen Meiser gilt als einer der führenden Anbieter von Stahl-Industriebelägen. Meiser bietet eine große Auswahl an Gitterrosten, Blechprofilrosten, Treppenanlagen und GFK Systemen. 

 

Fazit 

Die Bodensicherheit hängt nicht nur von der Art des gewählten Belages (Estrich, Gitterroste, GFK Sicherheitsboden, Terrassenabdeckungen etc.) ab. Ebenso wichtig ist es, dafür zu sorgen, dass Stolperstellen, wenn schon nicht entfernt, dann zumindest deutlich gekennzeichnet (Aufkleber, Beleuchtung) werden. Bodenöffnungen sollten mit Abdeckungen entschärft werden. Weltweit führende Hersteller von Industrieböden, Gitterrosten, GFK Böden und ähnlichen Belägen (Niewielith, Regupol, Meiser …) bieten eine Vielzahl an intelligenten und praktikablen Lösungen, die den Arbeitsalltag sicherer, machen und das Unfallrisiko am Arbeitsplatz deutlich senken. Ebenfalls wichtig sind die richtige Reinigung und Pflege der Industrie- bzw. Sicherheitsböden. Zu aggressive Reiniger können Schäden am GFK Boden verursachen und zum Beispiel die rutschhemmende Wirkung beeinträchtigen.  

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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