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Leider kommt es nach wie vor insbesondere auf Baustellen zu teils schweren Arbeitsunfällen. Oft werden Vorschriften missachtet, weil etwa der...

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So senken Sie erheblich das Unfallrisiko bei Abkipparbeiten

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Kipper
Urheber: Ewald Fröch | Fotolia

Von Friedhelm Kring,

Beim Einsatz von Kippfahrzeugen kommt es immer wieder zu Unfällen. Mitarbeiter werden oft schwer verletzt und auch die Sachschäden können sehr hoch sein. Lesen Sie im folgenden Beitrag die wichtigsten Sicherheitshinweise für Abkipparbeiten und zum Verhalten an Kippstellen.

In Juni wurde im Landkreis Amberg-Sulzbach ein 33-Jähriger unter der Ladefläche seines Lkws eingeklemmt. Seine Aufgabe war, Schotter für eine Brückenbaustelle zu liefern. Dazu stellte er sein Fahrzeug ab und kippte den Inhalt seines Anhängers nach hinten ab. Danach kippte er die Steine auf der Ladefläche seiner Zugmaschine zur Seite ab. Bis hierher verlief alles planmäßig. Nach dem Kippvorgang bewegte sich die Lademulde der Zugmaschine jedoch nicht zurück nach unten.

Als der Fahrer darunterkletterte, um den Fehler zu beheben, senkte sich die Ladefläche plötzlich ab. Dadurch wurde der Mann zwischen der Lademulde und dem Rahmen des Lasters eingeklemmt. Die Kollegen und Ersthelfer reagierten sofort, verhinderten ein weiteres Absenken der Ladefläche mit einem Unterlegkeil, hoben diese mit einem Radbagger an und befreiten den Mann lebend. Doch die Verletzungen waren bereits sehr schwer.

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Schwere Lasten + unsichere Kippstellen = Risiko

Gerade auf Baustellen stellen nicht nur die Kipparbeiten selbst eine Gefahr dar, sondern auch die Umgebung und der Untergrund. Denn die Kipplasten wie Erde, Steine oder Baumaterialien sind oft sehr schwer. Wenn diese Lasten an Halden, Böschungen, unebenen Untergründen oder unbekannten Bodenverhältnissen abgeladen werden müssen, ist die Standfestigkeit des Kipplasters bedroht.

In Unfallberichten heißt es dann z. B., dass die Böschungskante unter dem Gewicht des Fahrzeugs nachgegeben habe. Eis, Tauwetter, Wind und vom Regen aufgeweichte Böden erhöhten dieses Risiko zusätzlich. All diese Aspekte müssen in Ihre Gefährdungsbeurteilungen, Betriebsanweisungen und Mitarbeiterschulungen eingehen.

Mit den im Folgenden aufgeführten Maßnahmen können Sie dazu beitragen, dass Ihre Mitarbeiter die Unfallrisiken bei Kippvorgängen im Griff haben:

  • Führen Sie eine Gefährdungsbeurteilung zu Abkipparbeiten durch und dokumentieren Sie sie.
  • Lassen Sie die festgelegten Schutzmaßnahmen in eine Betriebsanweisung einfließen.
  • Stellen Sie sicher, dass die Betriebsanweisung von allen an Abkipparbeiten beteiligten Mitarbeitern gelesen wird.
  • Regeln Sie die Verantwortlichkeiten für Abkippvorgänge.
  • Kontrollieren Sie die vorgesehenen Kippstellen in regelmäßigen Abständen, je nach Häufigkeit der Kippvorgänge, der Wetterlage oder sonstiger Belastungen sogar täglich.
  • Sorgen Sie dafür, dass ortsfeste Kippstellen regelmäßig gereinigt werden.
  • Prüfen Sie neue oder betriebsfremde Kippstellen vor Ort auf Standfestigkeit und Eignung für die vorgesehenen Arbeiten.
  • Legen Sie Sicherheitsabstände fest, insbesondere an wenig bekannten oder ortsveränderlichen Kippstellen.
  • Nutzen Sie für das Abkippen an Böschungskanten nach Möglichkeit fest mit dem Untergrund verankerte Anschläge. Laut Angaben der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie darf der Böschungswinkel an Halden 60° nicht überschreiten.
  • Sorgen Sie für technisch einwandfreie Fahrzeuge durch regelmäßige Inspektionen: Hydraulik, Öldiagnose, Reifendruck usw.
  • Setzen Sie an Kippfahrzeugen, die für Schüttvorgänge rückwärts fahren müssen, Kameras für die Rückraumüberwachung ein.
  • Weisen Sie Ihre Fahrer an, den Lkw nur bei vollständig abgesenkter Kippmulde von der Baustelle zu bewegen.
  • Unterweisen Sie Ihre Mitarbeiter mindestens einmal im Jahr zu Abkipparbeiten und zum sicherheitsgerechten Verhalten an Kippstellen.

Bleiben Sie bei Ihrem Fuhrpark auf dem Stand der Technik. Moderne Kippfahrzeuge der neuesten Generation verfügen über ausgefeilte Sicherheitsfunktionen. Sensoren erfassen z. B. den Neigungswinkel des Fahrzeugs und geben Alarm bei Überschreiten definierter Werte.

Für die Stabilität beim Abkippen von Sattelzügen spielt die Stellung der Zugdeichsel eine entscheidende Rolle. Auch hier wird eine Sensorik eingesetzt, welche per Alarmsignal vor einer ungünstigen Standposition des Sattelzugs warnt.

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