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Leider kommt es nach wie vor insbesondere auf Baustellen zu teils schweren Arbeitsunfällen. Oft werden Vorschriften missachtet, weil etwa der...

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Unfall oder Arbeitsunfall - das ist hier die Frage

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Von Martin Weyde,

Frage: Ist eigentlich jeder Unfall, der sich im Betrieb ereignet, automatisch ein Arbeitsunfall?

 

Antwort: Nein. Das Siebte Buch Sozialgesetzbuch – Gesetzliche Unfallversicherung (SGB 7) definiert sowohl Unfälle als auch Arbeitsunfälle. Danach sind Unfälle von außen auf den Körper einwirkende Ereignisse, die die Gesundheit schädigen. Arbeitsunfälle sind Unfälle, zu denen es während einer versicherten Tätigkeit kommt.
Die Unfallversicherung grenzt Arbeitsunfälle von anderen Unfällen auf diese Weise ab:

  • Unfälle, die sich zwar im Betrieb, aber nicht während der Arbeitszeit ereignen, sind keine Arbeitsunfälle.
  • Unfälle, die sich zwar außerhalb des Betriebs, aber während der Arbeitszeit ereignen, sind Arbeitsunfälle.
  • Unfälle, die sich auf dem Weg vom oder zum Betrieb ereignen, sind Wegeunfälle, die von der Unfallversicherung ebenfalls als Arbeitsunfälle behandelt werden.

Entscheidend ist also einerseits die versicherte Tätigkeit, zu der der Unfall in einem sachlichen Zusammenhang stehen muss. Dazu zählen zum Beispiel auch Instandhaltung und Beförderung von Arbeitsmitteln oder die Teilnahme an Betriebsfeiern oder -ausflügen. Selbst Unfälle von Schülern während des Unterrichts oder auf Klassenreisen werden als Arbeitsunfälle behandelt.

 

Andererseits kommt es auf die äußerliche Einwirkung als Ursache des Unfalls an. Deshalb ist zum Beispiel ein Herzinfarkt am Schreibtisch ohne äußere Einwirkung kein Arbeitsunfall.
Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Unfallversicherung den Versicherungsschutz verweigern, und zwar dann, wenn der Unfall absichtlich, fahrlässig oder durch Drogen oder Alkohol verursacht wurde. Wegeunfälle werden unter Umständen nicht als Arbeitsunfälle anerkannt, wenn der Weg nicht direkt vom oder zum Betrieb verlief.
Arbeitsunfälle und Wegeunfälle müssen der Unfallversicherung gemeldet werden, wenn der betroffene Mitarbeiter länger als 3 Tage ausfällt, und zwar sowohl vom Unternehmen als auch vom behandelnden Arzt:

  • Gemeldet werden muss binnen 3 Tagen nach dem Unfall. Diese Frist wird nicht in Arbeitstagen, sondern in Kalendertagen gezählt. Der Tag des Unfalls wird dabei nicht mitgerechnet.
  • Das Unternehmen kann den Arbeitsunfall online oder mittels Formular melden.

Sachwerte werden von der Unfallversicherung in der Regel nicht ersetzt. Ausnahmen sind Schäden, die dadurch entstanden sind, dass jemand Hilfe geleistet hat, oder durch den Unfall verursachte Schäden an Hilfsmitteln wie etwa einer Brille.

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