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Rund 18 Millionen Beschäftigte in Deutschland arbeiten täglich im Büro. Auch wenn dort die Gefährdungen weniger unmittelbar erkennbar sind als auf der...

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Die Impfung gegen Schweinegrippe

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Wer wird gegen Schweinegrippe wann geimpft? Wo wird geimpft? Wer bezahlt die Impfung und welche Nebenwirkungen hat sie? Informieren Sie sich hier.

Wer wird gegen Schweinegrippe geimpft?

Die WHO hat eine Impfempfehlung herausgegeben. An dieser orientiert sich Deutschland. So ergibt sich folgende Impfreihenfolge:

  1. Mitarbeitern im Gesundheitswesen und öffentlichen Dienst, um die medizinische Versorgung sowie die Ordnung aufrecht zu erhalten. Dazu gehören: Beschäftigte in Arztpraxen, Apotheken, Pflegeeinrichtungen und Rettungsdiensten sowie Krankenhauspersonal. Dazu Feuerwehr und Polizei.
  2. Schwangere, weil für sie die größte Gefahr besteht, schwer zu erkranken oder das Neugeborene bei einer Fehlgeburt zu verlieren. Schwangere werden aber nur geimpft, wenn der Impfstoff zweifelsfrei ohne Risiko für sie ist. Das ist gegenwärtig noch nicht abschließend geklärt.
  3. Menschen mit chronischen Erkrankungen, da auch sie besonders gefährdet sind am H1N1-Virus zu sterben. Dazu gehören: Asthmatiker und Patienten mit chronischer Bronchitis, mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie solche mit Leber- und Nierenerkrankungen. Auch Diabetiker, HIV-Infizierte und Menschen, die an Multipler Sklerose und schwerer Fettleibigkeit leiden.

Nach 1-2 Monaten folgen dann:

  1. gesunde Menschen im Alter von 15 bis 49 Jahren
  2. Kinder unter 15 Jahren
  3. Erwachsene zwischen 50 und 64 Jahren
  4. zuletzt Erwachsene über 65 Jahre (für sie besteht bisher die geringste Gefahr)

Die Bestellung von 50 Millionen Impfdosen reicht für 30 % der deutschen Bevölkerung. Für jeden Bürger sind 2 Spritzen nötig, da sich erst nach der zweiten Impfung der volle Impfschutz entwickelt. Prinzipiell versichert aber die Regierung, dass sich jeder impfen lassen kann, der es will. Sollten Impfstoffe übrig bleiben, dann gehen diese an Entwicklungsländer. Sollten die Impfstoffe nicht reichen, dann hat sich die Bundesregierung die Option offen gelassen, Impfstoffe nachzubestellen.

Wann wird gegen Schweinegrippe geimpft?

Deutschland hat am 24. Juli 2009 die Impfdosen beim Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) bestellt. Da dort auch schon andere Länder bestellt haben, ist mit einem Impfstoff nach optimistischen Schätzungen nicht vor September zu rechnen. Es wird aber eher November bis Dezember sein, bis Lieferungen nach Deutschland erfolgen. Zunächst musste ein Impfstoff entwickelt werden (Juni/Juli), an Testpersonen auf die Wirksamkeit geprüft und die richtige Dosierung gefunden werden (Juli/August), dann die Zulassung erwirkt werden (ca. August) und dann die Produktion anlaufen (ca. September).

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Wo wird gegen die Schweinegrippe geimpft?

Die Durchführung der Impfung ist Ländersache. Das heißt, jedes Bundesland findet seine eigene Umsetzung. Verantwortlich sind die Gesundheitsämter und führen die Impfung auch teilweise durch. Ob niedergelassene Ärzte, Krankenhäuser oder Ärzte im Ruhestand mithelfen, ist noch nicht abschließend geklärt. Auch nicht, ob teilweise Schulen und Turnhallen dafür genutzt werden. Es wird in jedem Fall eine logistische Herausforderung, 24,6 Millionen Bundesbürger (30 %) zu impfen.

Wie erfährt man von der Impfung?

Darüber herrscht gegenwärtig noch keine Einigkeit. Es sind offizielle Impfaufrufe denkbar. Diese können Sie der lokalen Presse entnehmen. Überlegt wird auch, ob die Krankenkassen Impfaufforderungen per Post an ihre Patienten rausschicken. Hier ist jedoch noch nicht ganz klar, ob das aus Gründen des Datenschutzes möglich ist (wer hat welche chronische Krankheit?). Außerdem erfassen die Krankenkassen nicht alle Krankheitsbilder, bei denen eine Impfung gegen den H1N1-Virus nötig wäre (z. B. AIDS, Fettleibigkeit oder Lebererkrankungen). Hier wird es aber eine Lösung geben.

Wer bezahlt die Impfung?

Die Kosten der Impfung sind auf 28 Euro festgelegt worden. In diesen ist der Impfstoff enthalten sowie die Dienstleistung der Verabreichung von 2 Impfungen. Die Krankenkassen (privat wie gesetzlich) tragen die Kosten für 50 % ihrer ca. 77 Millionen Versicherten. Also knapp 35 Millionen Deutsche. Für jeden weiteren, der sich dann impfen lassen möchte, werden Steuermittel von Bund und Ländern genommen. Im Moment wird von 600 Millionen bis 1 Milliarde Euro gesprochen (je nach Impfandrang), die aus dem Gesundheitsfonds genommen werden. Dass die Impfung kostenlos ist, kann man also nicht sagen. Sie müssen jedoch kein Geld zur Impfung mitnehmen. Sie ist bereits durch Ihren Krankenkassenbeitrag und Ihre Steuerabgaben bezahlt.

Hat die Impfung Nebenwirkungen und wirkt sie überhaupt?

Nebenwirkungen werden so gut es geht in der Testphase vor der Zulassung des Impfstoffes ausgeschlossen. Dem enormen Zeitdruck bei der Entwicklung des Schweinegrippe-Impfstoffes ist es jedoch geschuldet, dass ein erhöhtes Risiko besteht. Die WHO versicherte allerdings, dass es keine Kompromisse bei der Sicherheit der Impfstoffe geben wird. Erste Tests ergaben häufig Kopfschmerzen und Schmerzen an der Einstichstelle.

Risiken bestehen darin, dass der Impfstoff für Kinder zu stark sein kann. Ihre Körper vertragen keine Impfstoffe, die für erwachsene Menschen entwickelt wurden. Genauso kann die Wirkung für Erwachsene zu schwach sein, so dass sich kein ausreichender Impfschutz aufbaut.

Ob es Komplikationen durch den Impfstoff in der Schwangerschaft geben wird, ist ebenfalls noch nicht abschließend geklärt. Aus moralischen Gründen werden Impfstoffe nicht an Kindern und Schwangeren getestet.

Das Paul-Ehrlich-Institut schließt zu einem geringen Prozentsatz ein, dass es zum Guillain-Barré-Syndrom oder einer Multiple Sklerose kommen kann. Dem entgegen steht, das der H1N1-Virus bereits 1918 bei der Spanischen Grippe zu vielen Fällen der Europäischen Schlafkrankheit (Encephalitis lethargica) führte. Damals hatte man keinen Impfstoff.

Weiterhin muss man wissen, dass ein Grippe-Impfstoff erfahrungsgemäß einen Wirkungsgrad von 50 bis 60 Prozent hat. Das heißt, jeder Zweite, der geimpft wird, ist auch wirklich geschützt. Tests der Schweinegrippe-Impfstoffe zeigten, das 80 % der Probanden nach der ersten Impfung geschützt waren, 90 % nach der zweiten. So lange die H1N1-Pandemie um die Welt geht (mindestens bis Sommer 2010) müssen sie also verstärkt auf besondere Hygiene achten.

Wieso wird überhaupt gegen Schweinegrippe geimpft?

Die Menschheit kennt 3 Möglichkeiten, der Schweinegrippe zu begegnen: Durch Impfung sowie Hygiene Infektionen verhindern und mit den Grippemitteln Tamiflu und Relenza bei einer Infektion die Symptome zu mildern. Ohne Impfung bleiben nur Hygiene und Grippemittel. Diese beiden Möglichkeiten bestehen schon seit Ausbruch der Schweinegrippe. Dennoch gab es in den ersten 14 Wochen mit Schweinegrippe über 150.000 Infizierte und knapp 1.000 Todesfälle weltweit. Eine weitere Maßnahme gegen die Schweinegrippe nutzbar zu machen kann nur im Interesse der Menschheit sein. Auch, wenn die Impfung zu recht kritisch betrachtet werden darf.

(Quelle: schweinegrippe-h1n1.seuchen-info.de)

 

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