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Rund 18 Millionen Beschäftigte in Deutschland arbeiten täglich im Büro. Auch wenn dort die Gefährdungen weniger unmittelbar erkennbar sind als auf der...

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Influenzagefährdete Branche - Gesundheitswesen

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Patientin_Gefährdete Branche

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Eine besondere berufliche Gefährdung für eine Infektion besteht für Beschäftigte im Gesundheitswesen. Sie untersuchen, behandeln, pflegen oder versorgen Menschen, bei denen der Verdacht auf die neue Influenza besteht oder die schon erkrankt sind.

Hier müssen Sie als Arbeitgeber dafür sorgen, dass das Risiko mit einer Gefährdungsbeurteilung eingeschätzt und Schutzmaßnahmen eingeleitet werden.

Hinweise für die Gefährdungsbeurteilung finden Sie im Beschluss 609 des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS): „Arbeitsschutz beim Auftreten von nicht-impfpräventabler Influenza unter besonderer Berücksichtigung des Atemschutzes“. Dort sind auch Schutzmaßnahmen für diesen Personenkreis beschrieben. Die Hinweise im Beschluss 609 sind eine Ergänzung zu den Richtlinien der TRBA 250 „Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege“.

Auch andere Branchen betroffen Betroffen sind auch Beschäftigte anderer Branchen, die unter Umständen für eine Erstversorgung von Erkrankten oder Verdachtsfällen zuständig sind, z.B. Kabinenpersonal in Flugzeugen oder weiteres Einsatzpersonal. Stellen Sie jetzt mit einer Gefährdungsbeurteilung fest, ob es auch in Ihrem Unternehmen Abteilungen oder Personengruppen gibt, für die sich durch ihre berufliche Tätigkeit ein höheres Infektionsrisiko ergibt.

Zur Dokumentation dieser Gefährdungsbeurteilung können Sie Formulare nutzen, die von der Arbeitsschutzverwaltung Nordrhein-Westfalen entwickelt wurden. Stellen Sie fest, dass Ihr Unternehmen zumindest in Teilen betroffen ist, greift dann auch die Biostoffverordnung. Sie soll Sicherheit und Gesundheit bei gezielten und nicht gezielten Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen schützen. Zu diesen Tätigkeiten zählt unter anderem auch der berufliche Umgang mit Menschen (also zum Beispiel Grippe-Kranken) wenn dabei biologische Arbeitsstoffe freigesetzt werden können und Beschäftigte mit den biologischen Arbeitsstoffen direkt in Kontakt kommen können. Die Verordnung stuft Biostoffe in Risikogruppen ein, für die Sie jeweils bestimmte Schutzmaßnahmen umsetzten müssen, wenn der Stoff in Ihrem Unternehmen auftreten kann. Das neue Influenza-A-Virus wurde im August 2009 in die Risikogruppe 2 eingestuft.

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Risikogruppen für biologische Arbeitsstoffe

Biologische Arbeitsstoffe werden entsprechend dem von ihnen ausgehenden Infektionsrisiko in vier Risikogruppen eingeteilt:

Risikogruppe 1

Biologische Arbeitsstoffe, bei denen es unwahrscheinlich ist, dass sie beim Menschen eine Krankheit verursachen.atorien“.

Risikogruppe 2

Biologische Arbeitsstoffe, die eine Krankheit beim Menschen hervorrufen können und eine Gefahr für Beschäftige darstellen können; eine Verbreitung des Stoffes in der Bevölkerung ist unwahrscheinlich; eine wirksame Vorbeugung oder Behandlung ist normalerweise möglich.

Risikogruppe 3

Biologische Arbeitsstoffe, die eine schwere Krankheit beim Menschen hervorrufen können und eine ernste Gefahr für Beschäftigte darstellen können; die Gefahr einer Verbreitung in der Bevölkerung kann bestehen, doch ist normalerweise eine wirksame Vorbeugung oder Behandlung möglich.

Risikogruppe 4

Biologische Arbeitsstoffe, die eine schwere Krankheit beim Menschen hervorrufen und eine ernste Gefahr für Beschäftigte darstellen; die Gefahr einer Verbreitung in der Bevölkerung ist unter Umständen groß; normalerweise ist eine wirksame Vorbeugung oder Behandlung nicht möglich.

Quelle: Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen, § 3

Hinweis: Nicht jeder Kontakt mit biologischen Arbeitsstoffen unterliegt der BioStoffV. Es muss ein direkter Bezug zur beruflichen Tätigkeit bestehen. Das bloße passive „Ausgesetztsein“ gegenüber Krankheitserregern wird nicht erfasst. Ausschlaggebend ist die Ausrichtung der beruflichen Tätigkeit. Berufsgruppen wie Lehrer, Busfahrer, Verkaufs- oder Büropersonal fallen normalerweise nicht in den Geltungsbereich der BioStoffV. Ihre Tätigkeit ist auf das Vermitteln von Wissen, das Lenken eines Busses, das Verkaufen oder die Bearbeitung von Vorgängen ausgerichtet. Dagegen fällt die Beschäftigung in der vorschulischen Kindererziehung auf Grund der dort anfallenden pflegerischen Tätigkeiten in den Geltungsbereich der Biostoffverordnung.

(Quelle: Handlungshilfe LV 23).

Tipps zur Umsetzung der Biostoffverordnung finden Sie in der Handlungshilfe zur Umsetzung der Biostoffverordnung LV 23. Spezielle Schutzmaßnahmen für Laboratorien beschreibt die TRBA 100 „Schutzmaßnahmen für gezielte und nicht gezielte Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in Labor.

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