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Die größten Attacken auf die Gesundheit vieler Beschäftigter gehen vom täglichen Lärm am Arbeitsplatz aus. Zu den schädlichen Folgen gehört vor allem...

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Lärmschutzverordnung: Das können Sie gegen Lärm in Werkhallen tun

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Urheber: industrieblick | Fotolia

Von Wolfram von Gagern,

Lärm schlägt auf die Dauer nicht nur aufs Gemüt; sondern auch auf die Gesundheit. Das ist ein Fakt. In Werkhallen wird der Luftschall allerdings kaum absorbiert. Er breitet sich lediglich auf einer größeren Fläche aus: Je nach Hallenform wie im Freien (Freifeld) oder er wird an den Wänden reflektiert.

Was kann man in solch einer Situation also tun, um den Lärm zu senken? Der Schallpegel verringert sich um ganze 6 dB, wenn sich der Abstand verdoppelt. Für große Hallen kann deshalb die Aufteilung in lärmarme und lärmintensive Bereiche recht effektiv sein, falls die Technologie eine solche Trennung zulässt.

Ein diffuses Schallfeld ist schwierig zu bändigen

Messen Sie an einer frei stehenden Presse am Arbeitsplatz des Bedieners einen Schallpegel von 95 dB, so liegt dieser im Abstand von 16 m nur noch bei 70 dB, sofern keine weiteren Lärmquellen in der Halle vorhanden sind und die Halle groß genug ist. Diese Situation werden Sie jedoch selten antreffen. Als Stand der Technik wird in Arbeitsräumen und Hallen eine Verringerung des Schallpegels um 4 dB je Abstandsverdopplung bezeichnet. In einer Halle ohne Absorptionsmaterialien (mit schallharten Wänden) und mehreren Schallquellen bildet sich meist ein sogenanntes diffuses Schallfeld heraus, bei dem der Schallpegel mit dem Abstand nicht weiter sinkt. Dann kann man durch größeren Abstand keine Lärmminderung erreichen. In solchen Situationen müssen Sie jede Schallquelle einzeln kapseln.

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Kabine oder Kapsel gegen den Schall

Wenn Sie nun diese typische Situation der Werkhalle mit vielen Schallquellen haben, können Sie die Schallausbreitung nur im Entstehungsbereich wirkungsvoll behindern. Am effektivsten ist der Bau von Kabinen oder Kapseln um die Schallquellen, was entweder als Lärmminderung an der Quelle bezeichnet werden kann (eine Kapsel je Maschine, Maschinenbediener außerhalb der Kapsel) oder als Lärmminderung auf dem Ausbreitungsweg (wenn sich die Mitarbeiter in der Kabine aufhalten). Es handelt sich dann um sogenannte Lärmkabinen. Für die Wirksamkeit einer solchen Lärmkabine sind raumakustische Maßnahmen im Inneren erforderlich.

Schallschirme wirken nur räumlich begrenzt

Die Möglichkeiten, den Luftschall durch Schallschirme zu reduzieren, beschränken sich auf die Bereiche direkt hinter den Schallschirmen. Die Methode ist zudem nur für einzelne dominante Lärmquellen geeignet. Sie sollten sie mindestens 20 % höher auslegen als einen zwischen Quelle und Empfänger entsprechend aufgestellten Lichtschirm. Außerdem muss der Schirm möglichst dicht über dem meist schallharten Hallenboden beginnen (max. 15 cm Abstand).

Lärmschutz durch absorbierende Materialien an Wänden und Decken

Wenn die natürliche Pegelminderung durch größere Abstände nicht ausreicht und die Möglichkeiten der Kapselung ausgeschöpft sind, müssen Sie über raumakustische Maßnahmen nachdenken. Dabei werden stark absorbierende Materialien an Wand- oder Deckenflächen oder als abgehängte zylinderförmige Absorber installiert. Diese Maßnahmen sind in der Regel teuer und weniger wirkungsvoll als Lärmminderung direkt an der Quelle oder im nahen Ausbreitungsbereich.

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