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Rund 18 Millionen Beschäftigte in Deutschland arbeiten täglich im Büro. Auch wenn dort die Gefährdungen weniger unmittelbar erkennbar sind als auf der...

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Mikrobiologische Risiken im Alltag

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Von Martin Weyde,

Vermutlich hat jeder schon einmal Seifenblasen in die Gegend gepustet. Letzten Monat musste die BAuA einen Produktrückruf für so ein Seifenblasenspiel veröffentlichen. Allerdings nicht wegen eines zu scharfkantigen Behälters oder eines verschluckbaren Deckels – zwei häufige Gründe, derentwegen Kinderspielzeug nach dem Produktsicherheitsgesetz aus dem Verkehr gezogen wird. Hier ging es um mikrobiologische Risiken.

Die Seifenblasenflüssigkeit des Produkts enthielt Keime des Typs Pseudomonas in stark erhöhter Anzahl. Dadurch bestand das Risiko von Infektionen, Entzündungen und Vereiterungen durch Verschlucken oder Kontakt mit der Haut, zum Beispiel mit Wunden oder Schleimhäuten.
Solche Risiken gehen auch von biologischen Arbeitsstoffen aus, mit denen es Ihre Kollegen zu tun bekommen können. Dabei kann es sich um gezielte Kontakte handeln – dann sind die Risiken bekannt und entsprechende Schutzmaßnahmen verhältnismäßig einfach.
Bei nicht gezielten Kontakten kann es dagegen schwierig sein, die Risiken zu ermitteln. Die BAuA empfiehlt, die Gefährdung danach zu beurteilen, wie häufig und in welchem Umfang biologische Arbeitsstoffe auftreten, und wie wahrscheinlich es ist, dass sie überhaupt vorkommen. Auf dieser Grundlage sollten die Schutzmaßnahmen bei nicht gezielten Tätigkeiten denen bei gezielten entsprechen.
Dr. Udo Jäckel von der Gruppe „Biologische Arbeitsstoffe“ der BAuA weist allerdings darauf hin, über die Zusammensetzung biologischer Arbeitsstoffe wisse man wenig. Wegen der schlechten Datenbasis sei es schwierig, die Belastung zu bewerten und die Schutzstufe festzulegen.

 

Häufig seien sich Beschäftigte der Gefährdungen nicht einmal bewusst, so Jäckel. Deshalb komme es darauf an, ein entsprechendes Bewusstsein gegenüber berufsbedingter Exposition zu schaffen.
Natürlich drängt sich der Gedanke auf, dass dieses Bewusstsein wohl auch nicht schaden kann, wenn Sie Spielzeug anschaffen – zum Beispiel, weil Ihre Kinder nichts weiter wollen, als harmlose Seifenblasen zu pusten.
Welche gesundheitlichen Risiken von Produkten ausgehen, bewertet das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Das Institut gehört zum Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Bei der Bewertung geht es nicht nur um die Inhaltsstoffe an sich, sondern vor allem darum, wie die Verbraucher mit diesen in Kontakt geraten können. Ein wichtiges Kriterium ist, ob die Inhaltsstoffe fest im Produkt eingebunden sind, oder ob sie leicht herausgelöst werden können.
Für biologische Arbeitsstoffe ist der Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) zuständig. Er berät das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hinsichtlich der Gefahren, die von Mikroorganismen ausgehen. Dazu gehören Bakterien, Pilze, Viren und andere Erreger von Infektionskrankheiten. Die Geschäfte des ABAS führt die BAuA.

 

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