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Rund 18 Millionen Beschäftigte in Deutschland arbeiten täglich im Büro. Auch wenn dort die Gefährdungen weniger unmittelbar erkennbar sind als auf der...

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Stillstand ist ungesund

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Von Martin Weyde,

Kollegen, die einer sitzenden Tätigkeit nachgehen, sollten diese regelmäßig unterbrechen, um sich zu bewegen. Dazu werden gewohnheitsmäßige Sitzenbleiber zu Recht angehalten. Aber auch Kollegen, die bei ihrer Arbeit überwiegend stehen, sollten über mehr Bewegung nachdenken.

Wenn wir lange unbewegt stehen, kann es nämlich unter anderem dazu kommen, dass unser Gehirn nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird, und das hat unerfreuliche Folgen. Arbeitgeber müssen für Stehberufe eine Gefährdungsbeurteilung durchführen, darauf hat unlängst die DGUV hingewiesen.
Sauerstoffmangel im Gehirn kann sich zum Beispiel durch diese Symptome bemerkbar machen:

  • Wir werden müde.
  • Wir können uns nicht konzentrieren.
  • Unsere Wahrnehmung ist gestört.
  • Unsere Reaktionen verlangsamen sich.
  • Wir sind weniger motiviert.
  • Wir leiden unter Kopf- oder Augenschmerzen.

Viele Menschen sind in Stehberufen tätig – Beschäftigte in Gastronomie, Industrie, Verkauf und Friseurhandwerk stehen 70 Prozent ihres Arbeitstages, sagt die BAuA. Doch dafür sei unser Körper nicht gebaut, er lebe von Bewegung, erklärt Dr. Rolf Ellegast vom Institut für Arbeitsschutz der DGUV.

Dadurch leidet nicht nur unser Gehirn, sondern der ganze Körper – buchstäblich von Kopf bis Fuß: Wenn wir lange stehen, erschlaffen unsere Muskeln, und die Bandscheiben müssen die Belastung abfangen. Kurzfristig schmerzen Nacken, Rücken und Füße – langfristig riskieren wir Muskel-Skelett- und Kreislauferkrankungen, zum Beispiel Venenleiden bis hin zu Thrombosen.

 

Erfassen Sie deshalb alle Tätigkeiten in Ihrem Betrieb, bei denen Ihre Kollegen lange ohne Unterbrechung stehen müssen. So können Sie gezielt dafür sorgen, dass die Arbeitsplätze und Arbeitsmittel optimal der stehenden Arbeit angepasst sind und die Kollegen genügend Abwechslung bekommen.
In einem achtstündigen Arbeitstag sollten laut Ellegast mindestens 30 bewegte Minuten enthalten sein. Wir sollten uns spätestens dann Unterbrechungen gönnen, wenn wir eine Stunde gestanden oder zwei Stunden gesessen haben. Christina Weber von der BG Handel und Warendistribution rät zum Beispiel dazu, in Pausen die Füße hochzulegen.
Aber am besten ist es natürlich, wenn sich überwiegend stehende Tätigkeiten durch sitzende und bewegte Arbeiten ablösen lassen – zum Beispiel, indem Kollegen ihre Rollen tauschen. Und es sollten ausreichend freie Bewegungsräume und Arbeitsbereiche vorhanden sein, empfiehlt Weber.
Auch Stehhilfen entlasten den Körper. Achten Sie bei ihrer Anschaffung darauf, dass sie

  • stabil und strapazierfähig sind,
  • rutschhemmende Füße haben
  • und unkompliziert in der Höhe verstellt und gehandhabt werden können.

Und auch der Fußboden wirkt sich auf unser Wohlbefinden aus – er sollte für stehende Arbeitsplätze möglichst elastisch federn und rutschhemmend sein.
Aber der beste Boden nützt natürlich nichts, wenn Ihre Kollegen der Schuh drückt. Am besten sind Schuhe mit flachen Absätzen und gutem Fußbett, in denen die Zehen nicht eingeengt werden. Und auch ein zweites Paar Schuhe zum Wechseln hilft an einem langen Arbeitstag, die Füße zu entspannen.
Sofern Ihre stehenden Kollegen nicht ohnehin angemessenes Schuhwerk gestellt bekommen, zum Beispiel Sicherheitsschuhe, empfiehlt die DGUV sogar, sie zu verpflichten, gute und sichere Schuhe zu tragen.

 

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