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Suchtprävention in kleinen Unternehmen

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Von Martin Weyde,

Etwa die Hälfte der sozialen Kosten, die durch den Alkoholkonsum entstehen, entstehen am Arbeitsplatz, hat die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen einmal ausgerechnet. Zum Vergleich: Der Aufwand für Gesundheitsvorsorge und Behandlung der Alkoholfolgen liegt nur bei gut einem Drittel dieser Kosten.

Durch Suchtprobleme entsteht Betrieben erheblicher Schaden, weil betroffene Kollegen öfter fehlen, sich weniger einsetzen oder weniger leisten. Auch unter Trinkern ist „Präsentismus“ weit verbreitet, denn viele fehlen nie – sie sind immer anwesend, nur leider nicht voll einsatzfähig. Und was die Arbeitssicherheit angeht, ist Drogenkonsum ohnehin in allen Bereichen problematisch.
Doch während viele größere Betriebe durch ihr betriebliches Gesundheitsmanagement auch bei der Suchtprävention gut aufgestellt sind, sieht es damit in Kleinst- und Kleinunternehmen (KKU) überwiegend anders aus.

90 Prozent der deutschen Unternehmen sind Kleinstunternehmen (3.252.786 im Jahr 2010 nach der KMU-Definition der EU-Kommission). Das Bundesgesundheitsministerium hat deshalb in einer Studie „Hemmende und fördernde Faktoren der betrieblichen Suchtprävention in Kleinst- und Kleinunternehmen“ untersuchen lassen. Im Mittelpunkt standen die Branchen Einzelhandel und Metall, da diese sich am besten eignen, die KKU zu repräsentieren.
In den meisten kleinen Unternehmen besteht Alkoholverbot – in 70 Prozent laut Mitarbeitern und in 80 laut Unternehmern, hier gehen die Ansichten etwas auseinander. Und 40 Prozent haben Vereinbarungen zum Nichtraucherschutz getroffen. Doch insgesamt wird die Suchtprävention in kleinen Unternehmen offenbar auch kleingeschrieben:

 

 

  • Nur wenige haben in den letzten Jahren entsprechende Maßnahmen durchgeführt – 6 Prozent in den Metall- und 10 in den Handelsbetrieben.
  • Medikamente und neue Suchtdrogen werden dabei weitgehend ignoriert. Diese sind nur in gut jedem zehnten Betrieb untersagt – meist in Form eines allgemeinen Drogenverbots.
  • Dabei gibt etwa ein Drittel der Mitarbeiter an, im Betrieb schon auffälliges Verhalten durch Suchtmittel beobachtet zu haben.
  • In den letzten zwei Jahren wurden ohnehin nur wenige Maßnahmen zur Gesundheitsförderung durchgeführt – nach Aussage der Mitarbeiter nur in 13 Prozent der Betriebe.
  • Nur gut jeder zweite Mitarbeiter weiß, dass es so etwas wie „betriebliche Gesundheitsförderung“ überhaupt gibt.

Als hauptsächliche Gründe, die Suchtprävention zu vernachlässigen, führen die Unternehmer an:

  • Für gut die Hälfte von ihnen hat das Thema im Betrieb einfach keine Bedeutung.
  • Ebenfalls gut die Hälfte betrachtet den Betrieb als zu klein.
  • Fast ein Drittel führt Kostengründe an.
  • Und 19 Prozent (Handel) bzw. 28 Prozent (Metall) wüssten nicht, wie sie sinnvoll vorgehen sollten.

Rund 80 Prozent der Unternehmer sehen auch künftig keine Veranlassung, sich stärker für die Suchtprävention einzusetzen, obwohl die Widerstände seitens der Mitarbeiter mit um die 10 Prozent nur gering wären. Ein möglicher Grund dafür sei – so vermutet die Studie –, dass die Mitarbeiter es deutlicher als die Unternehmensleitungen merken, wenn ihre Kollegen durch Drogen auffallen.

 

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