Gratis-Download

Rund 18 Millionen Beschäftigte in Deutschland arbeiten täglich im Büro. Auch wenn dort die Gefährdungen weniger unmittelbar erkennbar sind als auf der...

Jetzt downloaden

TRGS 512: Begasung von Containern

0 Beurteilungen

Von Martin Weyde,

Im Zuge der Globalisierung transportieren Container nicht nur immer mehr Waren zu uns, sondern auch eine zunehmende Zahl von Schädlingen, die unsere Gesundheit und unser ökologisches Gleichgewicht gefährden können. Diese Schädlinge bekämpft man mit Gas, das man in die Container leitet.

Die Begasungsmittel beseitigen jedoch nicht nur die Schädlinge – ihre Rückstände stellen auch eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit aller Beschäftigten dar, die mit begasten Containern umgehen. Deshalb ist die Begasung von Containern in der TRGS 512 geregelt. Diese wurde 2012 in mehreren Punkten geändert und erweitert.
Die meisten Änderungen der TRGS 512 „Begasungen“ betreffen die Nummer 5.4.3 „Erweiterter Maßnahmenkatalog für Begasungstätigkeiten an und in Transporteinheiten“. Die Vorgaben zur Identifizierung und zum Umgang mit begasten Container wurden erheblich erweitert. Im Detail geht es um das Gefährdungspotenzial, das Öffnen und Lüften begaster Container und ihre Freigabe.
Mit einer wichtigen Änderung schlägt die TRGS 512 die Brücke zum ADR: Die Nummer 5.4.3.1 befasst sich mit der Ermittlung des Gefährdungspotenzials. Der dortige Hinweis auf die Lade- und Frachtpapiere bezieht sich jetzt nicht nur auf den für Seetransporte relevanten IMDG-Code, sondern auch auf das ADR für den Straßentransport. Das Kapitel 5.5 ADR mit Sondervorschriften für begaste Güterbeförderungseinheiten (CTU) (UN-Nummer 3359) wird nunmehr ausdrücklich genannt.

 

Der Hintergrund: Bisher mussten Container, die geöffnet, wieder verschlossen und weiter befördert wurden, am Bestimmungsort nicht erneut belüftet und freigegeben werden, wenn sie durch einen Sachkundigen kontrolliert und die Kennzeichnungen für die Begasung entfernt worden waren.
Diese Ausnahme ist entfallen: Im hier beschriebenen Fall dürfen im Gegenteil die Kennzeichen gemäß Unterabschnitt 5.5.2.3 ADR „Kennzeichnung und Anbringen von Großzetteln (Placards)“ vor einem Weitertransport gar nicht erst entfernt werden. Die Container müssen also am Bestimmungsort zur Freigabe erneut belüftet werden.
Für die Öffnung von Containern mit den Begasungsmitteln Brommethan und Hydrogencyanid wurde die bisherige Forderung einer Vollschutzmaske mit „ausreichendem Filter“ nunmehr konkretisiert: Für Brommethan ist der Filtervorsatz AX und für Hydrogencyanid der Filtervorsatz B2 vorgeschrieben.
Die Grenzwerte der zur Freigabe zulässigen Konzentration der Begasungsmittel in der umgebenden Raumluft gibt die TRGS 512 Nr. 10 jetzt in Milligramm pro Kubikmeter statt in Millilitern an.
Auch die Anlage 3 „Freigabebescheinigung für begaste Transporteinheiten (Container)“ wurde geändert und eine neue Anlage 4 „Beurteilungsmaßstäbe für Gefahrstoffe in Importcontainern“ wurde hinzugefügt.

 

Arbeitssicherheit aktuell

Sichern Sie sich praxisrelevante Tipps, Anregungen und Hinweise auf aktuelle Urteile und Gesetzesänderungen mit leicht nachvollziehbaren Lösungsansätzen für Ihrer tägliche Arbeit als Sicherheitsbeauftragter oder Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Datenschutz

Anzeige

Produktempfehlungen

Die wesentlichen Gesetze und Urteile klipp und klar erklärt

erkennen.vorbeugen.handeln: Gesunde Arbeit für zufriedene Mitarbeiter

Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Brandschutz, IT-Sicherheit und Werkschutz

Rechtssicherheit schaffen · Fachwissen erhalten · Arbeitsalltag erleichtern

Informationen und Praxistipps für Sicherheitsfachkräfte und - beauftragte

Jederzeit maximale Sicherheit im Umgang mit gefährlichen Stoffen und Gütern