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Die Vorschriften der Fahrpersonalordnung – insbesondere die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten – haben schon so manchen Fahrzeugverantwortlichen...

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Achtung, Ladungssicherung! Warum Sie als Logistiker immer in der Verantwortung stehen!

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Wussten Sie, dass durch mangelnde Ladungssicherung jedes Jahr Schäden von mehreren 100 Millionen Euro entstehen? Dabei werden fatalerweise oft unbeteiligte Verkehrsteilnehmer durch verrutschte oder heruntergefallene Ladung verletzt oder gar getötet. Wenn so etwas geschieht, sind die Folgen für Versender und Transporteure schnell gravierend, denn in solchen Fällen verweigern entweder die Versicherungen die Regulierung oder sie fordern ihre Ausgaben von Ihnen bzw. Ihrer Firma zurück. In besonders schweren Fällen drohen sogar empfindliche strafrechtliche Konsequenzen bis hin zu Haftstrafen. Grund genug, sich eingehender mit dem Thema zu beschäftigen.

Insbesondere bei Logistikverantwortlichen, die keine eigene Transporterflotte unterhalten, hält sich immer noch die vollkommen falsche Überzeugung, sie hätten mit der Ladungssicherung nichts zu schaffen, das sei ausschließlich Sache des Transporteurs beziehungsweise Frachtführers. Doch ein Blick in die einschlägigen Verordnungen und Gesetze zeigt schnell, dass dies ein fataler Trugschluss ist.

Die geltenden Regeln und deren gesetzliche Anforderungen zur Ladungssicherung finden Sie in der Straßenverkehrsordnung (StVO), der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) und in der Gefahrgutverordnung Straße und Eisenbahn (GGVSE). Darüber hinaus wartet auch noch das Handelsgesetzbuch mit einigen Vorschriften auf, die allerdings keine strafrechtlichen, sondern nur zivilrechtliche Auswirkungen haben.

Die wichtigsten Punkte in den einzelnen Vorschriften sind:

§ 22 StVO (Ladung): Dieser Paragraf schreibt vor, dass „die Ladung einschließlich der Geräte zur Ladungssicherung sowie alle Ladeeinrichtungen so zu verstauen und zu sichern sind, dass sie selbst bei Vollbremsung oder einem plötzlichen Ausweichmanöver nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen. Dabei sind die einschlägigen Regeln der Technik zu beachten ...“. Wirklich hilfreich und praxisnah klingt das nun wahrlich nicht, oder?

§ 23 StVO (Sonstige Pflichten des Fahrzeugführers): „Der Fahrer eines Fahrzeugs ist dafür verantwortlich, dass seine Sicht nicht durch Ladung, Geräte oder den Zustand seines Fahrzeugs beeinträchtigt wird. Er muss dazu sicherstellen, dass das Fahrzeug sowie die Ladung vorschriftsmäßig sind und dass die Verkehrssicherheit seines Fahrzeugs durch die Ladung oder die Fahrzeugbesetzung leidet.“ Wie Sie sehen, hilft auch dieser Paragraf nicht so recht weiter.

StVZO: Diese verpflichtet Fahrzeughalter - also Sie -, alle Ihre Fahrzeuge mit ausreichenden und geeigneten Ladungssicherungsmitteln auszustatten und genügend solcher Ladungssicherungseinrichtungen zur Verfügung zu stellen. Nur wie und mit welchen Mitteln Sie dies bewerkstelligen sollen, bleibt wiederum offen.

Achtung:
Sie dürfen in keinem Fall zulassen, dass ein Fahrzeug in Betrieb genommen wird, wenn Ihnen bekannt ist oder auch nur bekannt sein muss, dass die Ladung nicht vorschriftsmäßig gesichert ist oder dass die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs unter der Ladung oder der Fahrzeugbesatzung leidet.

GGVSE: Diese nationale Vorschrift regelt die Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße und der Eisenbahn. Die Regelungen gelten übrigens nicht nur in Deutschland, sondern auch für den grenzüberschreitenden Verkehr innerhalb der Europäischen Union.

In diesem Zusammenhang müssen Sie auch das Europäische Abkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR) berücksichtigen. Hier sind die Detailvorschriften in den Anlagen A und B enthalten. So ist zum Beispiel in Abschnitt 7.5.7.1 des ADR festgelegt: „Die einzelnen Teile einer Ladung mit gefährlichen Gütern müssen so auf dem Fahrzeug oder im Container so verstaut sein oder durch geeignete Mittel so gesichert sein, dass sie ihre Lage zueinander sowie zu den Wänden des Fahrzeugs oder Containers nur geringfügig verändern können.“

Auch diese Ausführungen sind recht allgemein gehalten und helfen in der Praxis recht wenig. Da hilft Ihnen die weitere Ausführung, dies durch geeignete Zurrgurte, Klemmbalken, Transportschutzkissen oder rutschhemmende Unterlagen sicherzustellen, auch nicht viel weiter.

Achtung: Bei nicht ordnungsgemäßer Ladungssicherung gefährlicher Güter im Bereich des ADR oder der GGVSE drohen wesentlich höhere Strafen als beim Transport von normalen Gütern.

Wie Sie sehen, strotzen alle diese Gesetze und Regelungen vor Allgemeinplätzen. Die dabei oft genannten technischen Regeln stützen sich auf die VDIRichtlinien ab der Nummer 2700 „Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen“, die durch weitere Festlegungen und Durchführungsbestimmungen in den Normen EN und DIN EN ergänzt werden. Diese sind glücklicherweise sehr viel genauer und helfen in der Praxis wesentlich besser.

Diese Pflichten und Verantwortlich - keiten müssen Sie und Ihre Fahrer beachten

Aus den Gesetzen der StVO, der StVZO, der GGVSE und dem Handelsgesetzbuch ergeben sich zusammen mit oben genannten VDI- und DIN-Vorschriften folgende Verpflichtungen für Fuhrparkverantwortliche und Fahrer:

Pflichten des Fahrzeughalters beziehungsweise Fahrzeugverantwortlichen:

  • Sie müssen Ihren Fahrern für den Ladungstransport geeignete Fahrzeuge und Ladungssicherungseinrichtungen zur Verfügung stellen.
  • Sie dürfen nur geeignetem Personal das Führen eines Fahrzeuges erlauben (passende Führerscheinklassen, entsprechende Zusatzqualifikationen, Fahrfähigkeit usw.).
  • Sie müssen sicherstellen, dass alle Fahrzeuge sowie deren Aufbauten die technischen Vorschriften erfüllen, und diese auch in technisch funktionsfähigem Zustand halten.

Pflichten der Fahrer:

  • Jeder Fahrer muss vor Fahrtantritt die Ladung und auch die Lastverteilung auf seinem Fahrzeug kontrollieren.
  • Jeder Fahrer hat sein Fahrverhalten den Eigenschaften seines Fahrzeugs und seiner Ladung anzupassen.
  • Insbesondere muss jeder Fahrer die Geschwindigkeit den Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung anpassen.
  • Er hat bei der Fahrt darauf zu achten, dass er keine Ladung verliert.
  • Er darf nur Fahrzeuge führen, wenn er eine entsprechende Fahrerlaubnis besitzt.

Pflichten des Versenders:

  • Jedes Frachtgut muss so verpackt sein, dass ein sicherer Transport durch den Transporteur gewährleistet werden kann.
  • Helfen Mitarbeiter des Versenders beim Beladen des Transportfahrzeugs mit, so haftet auch der Versender, wenn hier Fehler begangen werden, die zu Unfällen führen.
  • Ist offensichtlich, dass ein Transporteur die Fracht nicht richtig gesichert hat, müssen Sie verhindern, dass er so Ihr Gelände verlässt. Kommt es zu einem Unfall durch Ladungsverschiebung, haften Sie schnell für den entstandenen Schaden mit.

Achtung: Bekommen Sie mit, dass ein Transporteur nur unzureichende Ladungssicherungsmittel zur Verfügung hat, dürfen Sie ihn erst losfahren lassen, wenn entsprechende Hilfsmittel beschafft wurden. Im Zweifelsfall müssen Sie ihm diese Mittel (Gurte, Ketten oder Ähnliches) zur Verfügung stellen.

Darüber hinaus ist natürlich auch der Hersteller des Fahrzeugs nach § 30 StVZO verpflichtet, entsprechende technische Vorgaben bei den Einrichtungen zur Ladungssicherung zu erfüllen. Dieses Thema werden wir ab Seite 6 dieser Ausgabe noch genauer beleuchten.

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