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Die Vorschriften der Fahrpersonalordnung – insbesondere die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten – haben schon so manchen Fahrzeugverantwortlichen...

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ADR 2013: Diese Änderungen sollten Sie kennen

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Zum 1.1.2013 sind die Änderungen des ADR 2013 in Kraft getreten. Hierbei ergeben sich einige Verschiebungen gegenüber der bisher geltenden Fassung, die Sie unbedingt kennen sollten. Hier haben wir die wichtigsten Veränderungen für Sie zusammengefasst.

Das Europäische Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR = Accord européen relatif au transport international des marchandises dangereuses par route) wurde am 30.9.1957 in Genf unter der Anleitung der UNECE beschlossen und trat am 29.1.1968 in Kraft.

Heute sind alle EU-Staaten auch ADRUnterzeichner; das ADR ist durch eine EU-Verordnung rechtsgültig. Das ADR wird alle 2 Jahre an die neuesten technischen und juristischen Erkenntnisse angepasst. Nachdem die letzte Änderung dieser Vorschriften im Jahr 2011 stattfand, wurden sie erneut überarbeitet und sind in dieser Fassung am 1.1.2013 in Kraft getreten. Bei der Überarbeitung haben sich gerade für den Logistiker einige wichtige Änderungen ergeben.

ADR 2013: die wichtigsten Änderungen

  • Ein neuer Unterabsatz 1.1.3.3 c) wurde eingeführt, der die Freistellung von Brennstoffen in Ausrüstungen und Maschinen unter bestimmten Bedingungen zulässt.
  • Der neue Absatz 1.1.5 dient der Klarstellung, dass bei Widersprüchen zwischen den VDI-Richtlinien 2700 ff. und den Vorschriften des RID (Règlement concernant le transport international ferroviaire des marchandises dangereuses)/ADR ein Vorrang des RID/ADR besteht. Die VDIRichtlinien gelten also nur subsidiär.
  • Unter Kapitel 1.2 wurden neue Begriffsbestimmungen eingeführt: Bergungsdruckgefäß, Flüssiggas (LPG – Liquid Petrol Gas) und Netto-Explosivstoffmenge (NEM).
  • Im Handbuch Prüfungen und Kriterien sind die Prüfvorschriften für Lithiumbatterien geändert.
  • Für den Unfallbericht nach 1.8.5 wurde eine Abgabefrist eingeführt. Er muss
  • spätestens 1 Monat nach dem Ereignis in einem vorgeschriebenen Muster erstellt werden. Im Bereich der Sicherung von Gefahrguttransporten liegt jetzt eine detaillierte Begriffsbestimmung für gefährliche Güter mit hohem Gefahrenpotenzial vor.
  • Es gelten Ausnahmen für bestimmte Radionuklide. Die Grenzwerte ergeben sich aus einer ergänzten Tabelle (Transport security threshold (TBq).
  • Die Tabelle 3.2 enthält neue UNNummern.
  • Für explosive Stoffe der Klasse 1 wird eine Freistellungsmöglichkeit eingeführt.
  • In den Gefahrgutvorschriften ist eine neue Gruppe von Gefahrgütern definiert: die Chemikalien unter Druck. Auch hierfür wird es neue UN-Nummern, Klassifizierungscodes und Benennungen geben.
  • In der Klasse 6.2 ist die Freistellung von medizinischen Instrumenten/Geräten, die zur Desinfektion, Reinigung, Sterilisation, Reparatur oder zur Beurteilung befördert werden (2.2.62.1.5.7), neu geregelt.
  • In den Klassen 3, 5.1 und 8 wurden Klassifizierungscodes für Gegenstände (etwa F3 und CT3) ergänzt. q Ohne inhaltliche Änderung wird in der Klasse 8 eine zusammenfassende Darstellung der Kriterien gemäß Absatz 2.2.8.1.6 eingeführt.
  • Mit UN 3499 sind Kondensatoren neu in die Gefahrgutliste aufgenommen. Die Freistellungsmöglichkeiten und Beförderungsbedingungen werden in SV 361 beschrieben.
  • Es wird eine Regelung für begrenzte Mengen für Gegenstände der Unterklasse 1.4 Verträglichkeitsgruppe geben.
  • Die Verpackungsanweisungen P004, P201, P401, P402, P407, P408, P411, P500, P620, P621, P901, P902, P903 sind neu strukturiert.
  • Die neue P207 für UN 1950 Druckgaspackungen entspricht der M 223.
  • Für Chemikalien unter Druck liegt eine neue Verpackungsanweisung (P206) vor.
  • Bergungsdruckgefäße erhalten folgende neue Begriffsbestimmung: „ein Druckgefäß mit einem mit Wasser ausgeliterten Fassungsraum von höchstens 1.000 Litern, in das ein oder mehrere beschädigte, defekte, undichte oder nicht den Vorschriften entsprechende Druckgefäße für Zwecke der Beförderung, beispielsweise zur Wiederverwertung oder Entsorgung, eingesetzt werden.“
  • Neu eingeführt wird die Mindest- Schriftgröße 12 Millimeter für die Grundkennzeichnung von Großverpackungen (6.6.3.1). Damit erfolgt eine Angleichung an die entsprechenden Vorschriften für Verpackungen (IBC).
  • Es wird eine Mindest-Schriftgröße für UN-Nummer und Buchstaben „UN“ von 12 Millimetern eingeführt (5.2.1.1).
  • In Bezug auf die Bezeichnung umweltgefährdender Stoffe im Beförderungspapier wird folgende Neuregelung eingeführt: Statt „UMWELTGEFÄHRDEND“ darf auch der Ausdruck „MEERESSCHADSTOFF/UMWELTGEFÄHRDEND“ verwendet werden.
  • Der neue Abschnitt 5.5.3 führt Sondervorschriften für Versandstücke, für Wagen und Container mit Stoffen ein, die bei der Verwendung von gefährlichen Gütern zum Zweck der Kühlung oder der Konditionierung eine Erstickungsgefahr darstellen können (wie Trockeneis [UN 1845], Stickstoff tiefgekühlt, flüssig [UN 1977] oder Argon, tiefgekühlt, flüssig [UN 1951]).
  • Änderungen bei den Tankvorschriften: Hinsichtlich der Wanddicke von Tanks werden für die neue Kategorie „austenitisch- ferritische rostfreie Stähle“ in 6.8.2.1.19 Dicken von 3 mm/3,5 mm eingeführt. Und aus „Lüftungseinrichtungen“ werden „Über- und Unterdruckbelüftungseinrichtungen“.

Auf den ersten Blick könnte man meinen, die Zahl der Änderungen sei recht massiv und hätte große Auswirkungen. Doch bei genauerer Betrachtung sehen Sie schon bald, dass viele Änderungen sich auf Umstände beziehen, die recht speziell sind und im normalen logistischen Alltag nur recht selten vorkommen.

Sinkende Ansprüche an die Ladungssicherung

Paradoxerweise bringt das neue ADR 2013 eine unerwartete Erleichterung in Sachen Ladungssicherung. Denn Kapitel 7.5.7.1 beinhaltet, dass die Ladungssicherung als ausreichend angesehen wird, wenn die Vorgaben der EN 12195-1:2010 eingehalten werden. Dabei wurde diese Norm von vielen Experten einschließlich der deutschen Behörden nicht akzeptiert, da sie eine Verschlechterung gegenüber der VDIRichtlinie 2700 ff. bedeutet.

Tipp:Durch die explizite Erwähnung im ADR können Gefahrguttransporte, bei denen die besagte EN-Norm eingehalten wird, bei Kontrollen nicht von den Behörden beanstandet werden. Sollte einer Ihrer Transporte deswegen bemängelt werden, so berufen Sie sich auf das ADR 2013.

Kennzeichnungsvorschriften: Änderungen bei begrenzten und freigestellten Mengen

Bisher gab es immer wieder Diskussionen, wie Gefahrguttransporte bei Fahrzeugen über 12 Tonnen zu kennzeichnen sind. Hier boten sich einerseits die orangefarbigen Tafeln an und andererseits die sogenannte LQ-Raute. Nun, das ADR 2013 lässt Ihnen die Wahl: Sie können die Fahrzeuge entweder mit dem orangen Schild oder der LQ-Raute kennzeichnen. Darüber hinaus dürfen Sie auch beide Kennzeichnungen gleichzeitig anbringen.

Beachten Sie die Frist zur Abgabe von Unfallberichten

Kommt es beim Transport oder bei der Lagerung von Gefahrgütern zu Unfällen, musste auch schon in der Vergangenheit ein Unfallbericht an die zuständigen Behörden gegeben werden.

Nach dem ADR 2013 muss dies nun innerhalb eines Monats geschehen. Dabei hat die Meldung auf einem vorgegebenen Formular zu erfolgen.

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