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Die Vorschriften der Fahrpersonalordnung – insbesondere die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten – haben schon so manchen Fahrzeugverantwortlichen...

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ADR 2017: Ab Januar gelten diese neuen Gefahrgutvorschriften

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ADR
Urheber: Jamrooferpix | Fotolia

Von Dagmar Wäscher,

Mitte November hat das Bundesverkehrsministerium die 25. ADR-Änderungsverordnung veröffentlicht. Die neuen Vorschriften zum Gefahrguttransport auf der Straße gelten ab dem 1.1.2017, eine Übergangsfrist dürfen Sie noch bis Ende Juni 2017 nutzen.

Die gute Nachricht lautet: Es gibt keine grundlegenden Neuregelungen und viele redaktionelle Anpassungen im Sinne einer einheitlichen Verwendung von Begriffen haben keine Auswirkungen auf die Praxis.

Die für Betroffene weniger gute Nachricht: Es kommt wieder jede Menge Änderungen in Detailfragen. Als Gefahrgutverlader oder -beförderer kommen
Sie nicht darum herum, das neue Regelwerk genauestens durchzugehen, um festzustellen, von welchen Änderungen Sie direkt betroffen sind und was dies für Ihren Betrieb bedeutet.

Hier sollten Sie genauer hinschauen

Es ist an dieser Stelle unmöglich, jede Änderung einzeln vorzustellen. Die wichtigsten Neuerungen betreffen die folgenden Punkte:

Neue Begriffsbestimmungen: 

  • Compressed Natural Gas (CNG): Ein verdichtetes Gas, das aus Erdgas mit einem hohen Methangehalt besteht und der UN-Nummer 1971 zugeordnet ist.
  • Liquefied Natural Gas (LNG): Ein tiefgekühlt verflüssigtes Gas, das aus Erdgas mit einem hohen Methangehalt besteht und der UN-Nummer 1972 zugeordnet ist.

Konkreter gefasste Sicherheitspflichten, z. B.: Ungereinigte und nicht entgaste leere Tanks (Tankfahrzeuge, Aufsetztanks usw.) oder ungereinigte leere Fahrzeuge und Container für Güter in loser Schüttung mussten schon bisher „entsprechend gekennzeichnet und bezettelt“ werden. Nun heißt es konkreter, dass sie „gemäß Kapitel 5.3 mit Großzetteln (Placards) versehen, gekennzeichnet und bezettelt werden“ müssen.

Änderungen bei der Klassifizierung und neue UN-Nummern, u. a. für Motoren

Anpassung von Sondervorschriften, z. B. für Lithium-Batterien, sowie Aufnahme neuer Sondervorschriften, z. B. für schäumbare Polymer-Kügelchen

Freistellungen im Zusammenhang mit der Beförderung von Gasen und flüssigen Brennstoffen sowie neue Freistellungsregelungen für Kohle (unvermahlene Steinkohle, Koks und Anthrazitkohle)

Änderungen in einigen Verpackungsanweisungen und Versandvorschriften, z. B. ein neuer Gefahrzettel für Lithium-Batterien

Interessant sind einige Übergangsvorschriften, z. B.


  • für Tankcontainer für tiefgekühlt verflüssigte Gase, die gemäß den bis zum 31.12.2016 geltenden Vorschriften gebaut wurden, aber nicht den ab 2017 geltenden Vorgaben entsprechen.  
  • für EX/II-,EX/III-,FL-undOX- Fahrzeuge (s. Info-Kasten), die vor dem 1.4.2018 zugelassen wurden und mit Kraftstoffbehältern ausgerüstet sind, die nicht nach der ECE-Regelung Nr. 34 zugelassen sind.

Wichtig zu wissen: Auch die „Schriftlichen Weisungen nach ADR“, die der Führer eines Fahrzeugs bei kennzeichnungspflichtiger Gefahrgutbeförderung mitführen muss, ändern sich. Die neuen Versionen sind ab dem 1. Januar gültig. Auch hier gilt die Übergangsregelung bis zum 30.6.2017, nach Ablauf dieser Frist sind die neuen Fassungen verbindlich.

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Praxistipp: Versorgen Sie Ihre Fahrer mit den neuen Schriftlichen Weisungen. Weisen Sie sie gleichzeitig an, die alten Versionen zu entsorgen. Damit beugen Sie vor, dass die Papiere bei Kontrollen verwechselt werden und Ihre Fahrzeugführer Ärger wegen vermeintlich veralteter Dokumente bekommen.

Die Änderungen des Gefahrgutrechtes ab 1.1.2017 betreffen nicht nur den Verkehrsträger Straße. Sie müssen gegebenenfalls auch Änderungen im Bereich anderer Verkehrsträger wie Eisenbahn und Binnenschifffahrt (RID und ADN), Seeverkehr (IMDG-Code) sowie Lufttransport (IATA-DGR) berücksichtigen.

Interessant wird, welche Änderungen der Gefahrgutvorschriften zukünftig zu erwarten sind. Man diskutiert bereits darüber, 2019 Tankkörper mit Schutzauskleidung vorzuschreiben und die Beförderung von Elektroaltgeräten strenger zu regeln.

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