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Controlling: So übertragen Sie Ihre Unternehmensziele auf die Logistik

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Urheber: Sondem | Fotolia

Von Uwe E. Wirth,

Traditionsgemäß ist ja der Herbst in fast allen Unternehmen die Zeit der guten Vorsätze, denn die Planung für das nächste Jahr läuft an.

Meistens legen dabei die Geschäftsleitung und das Controlling die Gesamtziele für das Unternehmen fest. Naturgemäß fallen in der Regel dabei auch mehr oder minder große Aufgaben für Sie als Logistiker an, um besagte Planerreichung sicherzustellen.

Doch mit etwas Umsicht brauchen Sie sich vor Controllern und der Planung nicht zu fürchten.

Sicherlich ist auch in Ihrem Unternehmen die Jahresplanung in vollem Gange oder steht zumindest vor der Tür: Ihr Chef oder auch Ihr Controller kommt zu Ihnen, um Ihnen die Unternehmensziele für das kommende Jahr vorzustellen.

Nehmen wir an, die beiden haben folgende Ziele und Aufgaben für Sie im Gepäck:

  • Alle Inlandskunden bekommen ihre bestellten Waren innerhalb von 60 Stunden geliefert. “
  • Die durchschnittlichen Lagerbestände werden um 25 % gesenkt.
  • Die Reklamationsquote der Kunden wird von 2 auf 0,5 % reduziert.
  • Von den Produkten A und B werden jeweils 10 % mehr verkauft.
  • Die neuen Produkte X und Y werden eingeführt. Ziel ist, von jedem dieser Produkte im 1. Jahr 1.000 Stück abzusetzen.
  • Das Produkt E wird aus dem Programm genommen.

Sie als Logistikverantwortlicher werden nun gebeten, Ihren Beitrag zur Erreichung dieser Ziele zu leisten. Wenn Sie hierbei systematisch vorgehen, können Sie sich das Leben erheblich erleichtern.

Im 1. Schritt prüfen Sie und Ihre Mitarbeiter, welcher Beitrag im Bereich der Logistik geleistet werden kann, und 2. ob die Umsetzung mit den vorhandenen Personen, Arbeitsmitteln und Kapazitäten der Logistik überhaupt möglich ist.

Erarbeiten Sie Ziele immer gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern

Sind die Ziele realistisch, müssen Sie jetzt anfangen, Ihre „Hausaufgaben“ zu machen. Begehen Sie dabei nicht den Fehler, diese Aufgaben allein im stillen Kämmerlein zu erledigen. Ziele und Maßnahmen zur Umsetzung festzulegen ist immer Gemeinschaftsarbeit. Schließlich sind auch Ihre Mitarbeiter gefordert, die festgelegten Ziele zu erreichen.

Tipp: Beteiligen Sie Ihre Mitarbeiter am gesamten Prozess. Sie werden staunen, wie viele gute Ideen zusammenkommen und wie die Motivation des Teams steigt.

So entwickeln Sie die Bereichsziele für die Logistik

Gehen wir etwa vom 1. Ziel aus, die Lieferzeit für die Kunden zu verkürzen. Hier sind alle klassischen Logistikbereiche wie Beschaffungs-, Produktions- und Distributionslogistik gleichermaßen gefordert.

Sie haben eine Menge Stellschrauben, an denen Sie drehen können, um das gemeinsame Unternehmensziel zu erreichen.

Das Ziel lautet: Alle Inlandskunden sollen also ihre Waren 60 Stunden nach Bestelleingang bekommen. Das funktioniert nur, wenn die gesamte Kette vom Lieferanten bis zum Kunden optimal organisiert ist.

Bei der Beschaffungslogistik stimmen Sie sich mit dem Einkauf ab, bei der Produktionslogistik mit der Arbeitsvorbereitung und Produktion. Sie überlegen also, welche Teilziele sich für Sie ergeben, welche Schritte notwendig sind, die Ziele zu erreichen.

Beginnen wir am Anfang der Logistikkette, also beim Lieferanten als dem 1. Kettenglied. Die 1. Frage, die Sie sich stellen müssen, ist, ob das 1. und das 2. Ziel (Senkung der durchschnittlichen Lagerbestände um 25 %) sich nicht widersprechen.

Ziel 1 erfordert nämlich ständige Produktionsbereitschaft und bedingt, dass alle Vormaterialien stets in ausreichender Anzahl verfügbar sind.

Vorsicht: Ziele können widersprüchlich sein. Beide werden Sie in diesem Fall also nicht erreichen können. Prüfen Sie die gegenseitige Abhängigkeit der Ziele!

Dies führt schon zur 2. Frage: Lässt sich permanente Produktionsbereitschaft mit niedrigeren Lagerbeständen überhaupt realisieren? Um das entscheiden zu können, müssen Sie Folgendes feststellen:

  • Wie viele Teile der Produkte A und B werden pro Monat verkauft?
  • Sind die Verkäufe regelmäßig, oder gibt es saisonale Schwankungen?

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Binden Sie externe Partner mit ein

Anschließend besprechen Sie mit Ihren Lieferanten und Ihren Logistikdienstleistern, welche Möglichkeiten es aus deren Sicht gibt, Ziel 1 zu realisieren.

Sie könnten beispielsweise vereinbaren, dass der Logistikdienstleister ein Zwischenlager für Sie einrichtet, aus dem er Sie just in time beliefert.

Eine Alternative wäre ein Konsignationslager. Immer wenn ein Bestellbestand erreicht ist, wird automatisch der nächste Abruf getätigt. Das ist praktisch ein Kanban-System.

Dazu ist es sinnvoll, dass der Lieferant eine Vorschau bekommt, damit er seine Produktion entsprechend planen und seine Beschaffungslogistik daran ausrichten kann.

Sie sparen auch dann Zeit, wenn Ihr Logistikdienstleister die Qualitätskontrolle bereits mit der Warenausgangskontrolle beim Lieferanten erledigt.

Mit Ihrer Produktion sollten Sie in diesem Fall vereinbaren, dass die Zentrallager nur noch als Reserve für besondere Fälle dienen und Rohstoffe unmittelbar an den entsprechenden Fertigungsstandorten gelagert werden.

Ihr Dienstleister liefert die Rohstoffe direkt an diese Lagerpunkte und übernimmt auch die Bestandskontrolle. Sie müssen dann eigentlich nur noch entsprechende Lagerplätze einrichten.

Setzen Sie für deren Organisation immer eine klare Terminierung fest, beispielsweise bis zum 31.3. des Planjahres.

Bedenken Sie bei der Terminfestsetzung folgende Punkte:

  • In der Regel setzen logistische Änderungen immer eine Investition voraus. Diese müssen Sie genehmigt bekommen. Dazu sollten Sie eine klare Kosten- Nutzenrechnung anstellen und Ihre Investitonen anschaulich begründen.
  • Die Lagerausstattung muss bis zum Termin betriebsfertig sein.

Sparen können Sie auch, wenn Ihr Dienstleister einen Overnight-Service aufbaut. Dazu benötigt er die Daten der Sendungen früher, um effektiv planen zu können.

Dabei ist es immer gut, wenn er bereits dann informiert wird, wenn der Kundenauftrag bei Ihnen eingeht. Damit schaffen Sie bis zu 2 Tage zusätzliche Vorlaufzeit.

Tipp: Fassen Sie alle Maßnahmen, die für die Zielerreichung notwendig sind, in einer Tabelle zusammen. Legen Sie fest, bis wann welche Aufgabe erledigt sein muss und wer für die Erledigung verantwortlich ist.

Überprüfen Sie diesen Zeitplan regelmäßig, um Abweichungen frühzeitig festzustellen. Denn nur so gewinnen Sie Zeit, um die Ursachen der Differenzen herauszufinden und Korrekturen vorzunehmen.

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