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Die Anzahl und die Ausbildung der Ersthelfer sind gesetzlich geregelt

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Ob und wie viele ausgebildete Ersthelfer Sie in Ihrem Verantwortungsbereich benötigen, ist in Deutschland sogar gesetzlich geregelt, und zwar in § 10 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG):

§ 10 Arbeitsschutzgesetz: Erste Hilfe und sonstige Notfallmaßnahmen

(1) Der Arbeitgeber hat entsprechend der Art der Arbeitsstätte und der Tätigkeiten sowie der Zahl der Beschäftigten die Maßnahmen zu treffen, die zur ersten Hilfe, Brandbekämpfung und Evakuierung der Beschäftigten erforderlich sind. Dabei hat er der Anwesenheit anderer Personen Rechnung zu tragen.

(2) Der Arbeitgeber hat diejenigen Beschäftigten zu benennen, die Aufgaben der ersten Hilfe, Brandbekämpfung und Evakuierung der Beschäftigten übernehmen. Anzahl, Ausbildung und Ausrüstung der nach Satz 1 benannten Beschäftigten müssen in einem angemessenen Verhältnis zur Zahl der Beschäftigten und zu den bestehenden besonderen Gefahren stehen.

Vor der Benennung hat der Arbeitgeber den Betriebs- oder Personalrat zu hören. Weitergehende Beteiligungsrechte bleiben unberührt. Der Arbeitgeber kann die in Satz 1 genannten Aufgaben auch selbst wahrnehmen, wenn er über die nach Satz 2 erforderliche Ausbildung und Ausrüstung verfügt.


Doch dieses Gesetz hilft Ihnen auch nicht wirklich weiter, wenn Sie berechnen wollen, wie viele Ersthelfer Sie benötigen. Hier hilft Ihnen § 1 der Berufsgenossenschaftlichen Vorschrift A1 (BGV A1):

Zahl und Ausbildung der Ersthelfer
1. Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass für die Erste-Hilfe-Leistung Ersthelfer mindestens in folgender Zahl zur Verfügung stehen:

- bei 2 bis zu 20 anwesenden Versicherten ein Ersthelfer,
- bei mehr als 20 anwesenden Versicherten

  1. in Verwaltungs- und Handelsbetrieben 5 %,
  2. in sonstigen Betrieben 10 %. Von der Zahl der Ersthelfer nach Nummer 2 kann im Einvernehmen mit der Berufsgenossenschaft unter Berücksichtigung der Organisation des betrieblichen Rettungswesens und der Gefährdung abgewichen werden.

2. Der Unternehmer darf als Ersthelfer nur Personen einsetzen, die bei einer von der Berufsgenossenschaft für die Ausbildung zur ersten Hilfe ermächtigten Stelle ausgebildet worden sind. Die Voraussetzungen für die Ermächtigung sind in der Anlage 3 zu dieser Unfallverhütungsvorschrift geregelt.

3. Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass die Ersthelfer in der Regel in Zeitabständen von 2 Jahren fortgebildet werden.

4. Ist nach Art des Betriebs, insbesondere aufgrund des Umganges mit Gefahrstoffen, damit zu rechnen, dass bei Unfällen Maßnahmen erforderlich werden, die nicht Gegenstand der allgemeinen Ausbildung zum Ersthelfer gemäß Absatz 2 sind, hat der Unternehmer für die erforderliche zusätzliche Aus- und Fortbildung zu sorgen.


Das heißt also ganz klar, dass jeder Betrieb ab 2 bis 20 Mitarbeitern mindestens einen ausgebildeten Ersthelfer vorweisen muss.

Achtung: Das gilt grundsätzlich während der gesamten Arbeitszeit. Fahren Sie also 2-schichtig, müssen Sie mindestens 2 ausgebildete Ersthelfer haben. Wenn Sie dann noch Krankheits- und Urlaubszeiten mitberücksichtigen, sind Sie schon bei 3 Personen.

Haben Sie mehr als 20 Beschäftigte - auch Sie selbst zählen dazu -, schreibt diese Regelung wegen der besonderen Gefahrengeneigtheit im Lager vor, dass mindestens 10 % der Beschäftigten ausgebildete Ersthelfer sein müssen.

Trick zur Berechnung der Anzahl von Ersthelfern


Nehmen wir an, in Ihrem Lager sind 80 Personen beschäftigt. Davon sind durchschnittlich rund 5 Personen im Urlaub oder fehlen krankheitsbedingt. Also sind 75 Personen im Betrieb. Wenn Sie nun die geforderten 10 % berücksichtigen, benötigen Sie 7 bis 8 ausgebildete Ersthelfer.

Allerdings: Fallen beispielsweise während der Grippesaison mehrere Ersthelfer aus, haben Sie schnell zu wenig Helfer. Kommt es dann zu einem Unfall und ein Verletzter kann nicht schnell genug ausreichend versorgt werden, so ist Ärger mit der berufsgenossenschaftlichen Versicherung vorprogrammiert.

Geben Sie bei Ihren Berechnungen also immer einen Sicherheitsaufschlag hinzu, abhängig von den räumlichen Gegebenheiten und der tatsächlichen Gefahrengeneigtheit.

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