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Dienstreisen: Haftungsrisiko minimieren

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In der Logistik und im Fuhrpark ist immer alles in Bewegung. Das gilt auch für Mitarbeiter, denn viele Unternehmen schicken sie auf Dienstreisen – sei es, um neue Geschäfte anzubahnen, Verhandlungen zu führen oder auch um Waren zu transportieren bzw. um Wartungsarbeiten durchzuführen.

Fürsorgepflicht nicht vergessen!

Vielen Verantwortlichen ist aber nicht klar, dass Sie dabei ein erhebliches Risiko eingehen, denn das Unternehmen steht insbesondere bei solchen Dienstreisen in der Fürsorgepflicht und haftet umfassend für Schäden.

Doch mit ein bisschen Umsicht sind Sie schnell auf der richtigen Seite und können so Ihr Risiko erheblich mindern. Die Kollegen aus der Redaktion des Fachinformationsdienstes LogistikManager zeigen heute, worauf es insbesondere zu achten gilt.

Hintergrund: Jeder Arbeitgeber hat nach dem Sozialgesetzbuch und dem Bürgerlichen Gesetzbuch eine allgemeine Fürsorgepflicht für seine Mitarbeiter. Das heißt, Unternehmen müssen die Sicherheit und die Gesundheit ihrer Mitarbeiter bei der Arbeit in jedem Fall gewährleisten – ganz gleich wo diese sich gerade befinden.

Das bedeutet auch: Ein Unternehmen muss für Schäden haften, wenn es seine Fürsorgepflicht verletzt hat. Und hier ist vielen Verantwortlichen oft nicht klar, welche Risiken das im Einzelnen sind und wie sie sich wirkungsvoll einschränken lassen.

Im Folgenden betrachten wir einige typische Fälle und zeigen, wie sich das Risiko minimieren lässt.

Dienstreisen mit dem Privatfahrzeug

In vielen Unternehmen ist es Usus, dass Mitarbeiter für Dienstreisen ihr Privatfahrzeug benutzen. In der Regel zahlt das Unternehmen dann ein Kilometergeld. Doch was ist, wenn ein Fahrer – verschuldet oder nicht – einen Unfall baut, bei dem sein Fahrzeug beschädigt oder er gar verletzt wird? Bei einem selbst verursachten Schaden wird seine Teil- oder Vollkaskoversicherung zwar dann den Schaden am Fahrzeug zunächst regulieren.

Wenn sie aber erfährt, dass der Unfall auf einer Dienstreise stattfand, wird sie versuchen, sich am Unternehmen des Betreffenden schadlos zu halten. Schlimmer kann es noch werden, wenn ein Personenschaden zu beklagen ist. Ist der Fahrer nämlich am Unfall selbst schuld und besteht keine ausreichende Insassenversicherung, fällt die Haftung bei einer Dienstreise unweigerlich auf den Arbeitgeber zurück – es sei denn, der Fahrer hat grob fahrlässig gehandelt.

Wird der Fahrer durch den Unfall zu einem Versorgungsfall, kommen auf das Unternehmen schnell Schadenshaftungen im sechs- oder gar siebenstelligen Bereich zusammen.

Richtig versichern

Schon deswegen sollten Sie sich schon im Vorfeld überlegen, ob Sie einen Mitarbeiter mit seinem Privatauto auf eine Dienstreise schicken. Im Prinzip sollten Sie das nur tun, wenn Sie für eine entsprechende Versicherung gesorgt haben, die in solchen Fällen haftet. Solche Dienstreisen-Rahmenverträge bietet eine ganze Reihe von Versicherern an.

Allerdings sind die Konditionen recht uneinheitlich und so mancher Vertrag verdient bei genauerer Betrachtung den Namen Versicherung nur bedingt.

Wenn Sie einen solchen Vertrag abschließen sollten, müssen Sie immer darauf achten, ob er folgende Punkte umfasst und ausreichend absichert:

  • Vollkaskoschutz
  • Absicherung für den Fall eines Rabattverlusts des Mitarbeiters
  • eine ausreichende Fahrer- bzw. Insassenschutzversicherung
  • einen Pannenschutzbrief

Berechnungsgrundlagen prüfen, Prämien vergleichen

Auch bei den Prämien für solche Versicherungen sollten Sie mit spitzem Stift rechnen. Denn die Versicherer arbeiten hier oft mit unterschiedlichen Berechnungsgrundlagen, in die beispielsweise die Zahl und der Umfang der Dienstreisen, die im Unternehmen anfallen, sowie die Ziele der Reisen mit einfließen.

Hier sollten Sie immer genau prüfen, welcher Vertrag dabei der günstigste sein wird. Das können Sie aber nur wirklich dann tun, wenn Sie entsprechend belastbare statistische Zahlen aus der Vergangenheit haben.

Manche Unternehmen versuchen solchen Versicherungen aus dem Weg zu gehen, indem sie ihren Mitarbeitern einen erhöhten Kilometersatz zahlen und mit ihnen vereinbaren, die zusätzlichen Zahlungen beispielsweise für eine Vollkasko- und Insassenversicherung zu verwenden.

Bei genauerer Betrachtung ist das zwar besser als nichts, ein großer Teil des Haftungsrisikos bleibt jedoch bestehen. Kommt es zum Versorgungsfall, weil ein Mitarbeiter so schwer verletzt ist, dass er nicht mehr arbeiten kann, kämpfen Versicherungen mit fast allen Mitteln, um die Haftung abzuwälzen.

Tipp: Es kann sinnvoll sein, Mitarbeiter grundsätzlich nicht mit einem Privatfahrzeug auf eine Dienstreise loszuschicken, sondern Miet- oder Poolfahrzeuge vorzusehen. Achten Sie aber auch hier auf ausreichenden Versicherungsschutz.

Auch die gesetzliche Unfall- und Krankenversicherung greift nicht immer

Prinzipiell ist ein Arbeitnehmer zwar durch die gesetzliche Unfall- und Krankenversicherung bei Dienstreisen im Fall von Erkrankungen und Unfällen versichert, doch leider greifen diese Versicherungen – insbesondere bei Auslandsreisen – nicht immer.

Geht es ins EU-Ausland, ist das in der Regel kein größeres Problem, da das Europarecht die Staatsangehörigen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union – auf Grundlage der Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 und (EG) Nr. 987/2009 – umfassend absichert.

Für die Staatsangehörigen der EWR-Staaten (Island, Liechtenstein und Norwegen) sowie der Schweiz gelten die Verordnungen (EWG) Nr. 1408/71 und Nr. 574/72.

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