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Gestohlene Ware: Haftung klären

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Wird Ladung von einem Lastwagen gestohlen, ist das immer ärgerlich. Doch wie sieht es mit der Haftung aus, wenn der beauftragte Spediteur den Auftrag an einen Subunternehmer weiterreicht? Ein überaus interessantes Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Koblenz, das Ihnen meine Kollegen der LogistikManager-Redaktion vorstellen, zeigt sehr schön, was ein Versender insbesondere bei wertvoller Fracht berücksichtigen muss, um bei einer Schadenregulierung keine Probleme zu bekommen.

Der Fall
Im vorliegenden Fall sollte eine Spedition Computer nach Belgien transportieren. Den Auftrag gab sie anschließend an einen Unterfrachtführer weiter, der seinerseits noch einmal einen Subunternehmer beauftragte. Dessen Fahrer legte auf einem nicht bewachten Parkplatz an der niederländischen Grenze eine Schlafpause ein. Während er sich erholte, schnitten Diebe die Plane seines Aufliegers auf und stahlen die wertvolle Fracht.

Und damit begann ein zähes Ringen, wer denn nun für den Schaden geradezustehen hatte. Der Fall landete vor Gericht.

So entschieden die Richter
Der Unterfrachtführer wurde verurteilt, den Schaden zu begleichen. Begründung: Der ursprüngliche Spediteur hatte dem Unterfrachtführer im Auftrag klar vorgegeben, für den Transport nur ein geschlossenes Kofferfahrzeug einzusetzen und auf der Fahrt bei Pausen nur bewachte Parkplätze anzufahren. Der Betroffene war mit diesem Urteil nicht recht einverstanden und versuchte, in einem weiteren Prozess den Schaden auf seinen Subunternehmer abzuwälzen. Allerdings staunte er nicht schlecht, als das OLG keine volle Haftung des Subunternehmers erkannte.

Subunternehmer haftet nicht voll
Nach Ansicht des Gerichts konnte der Unterfrachtführer nämlich nicht schlüssig beweisen, dass er seinerseits den beklagten Subunternehmer dazu verpflichtet hatte, nur ein geschlossenes Kofferfahrzeug einzusetzen sowie bei Pausen nur bewachte Parkplätze anzufahren.

Das Gericht räumte zwar ein, dass der Subunternehmer hätte erkennen müssen, dass die Fracht sehr wertvoll und damit besonders diebstahlgefährdet war. Auch das Anfahren eines nicht bewachten Parkplatzes hätte er ob der Umstände vermeiden sollen. Trotzdem vermochte das OLG nicht zu erkennen, dass er sich in eklatanter Weise über die Sicherheitsinteressen seines Auftraggebers hinweggesetzt hatte.

Aus diesem Grund gestand das Gericht dem Unterfrachtführer nur Schadenersatzleistungen im Rahmen des CMR-Abkommens zu. (OLG Koblenz, Urteil vom 20.5.2010, AZ: 5 U 1443/09)

Tipp: Insbesondere wenn Sie eine teure Fracht auf den Weg bringen wollen, sollten Sie Ihren Spediteur immer dazu verpflichten, geschlossene Kofferfahrzeuge für den Transport zu verwenden und nur bewachte Parkplätze anzufahren.

Um gegen alle Widrigkeiten gewappnet zu sein, sollten Sie auch immer im Vertrag festhalten, dass diese Anweisung explizit in den Vertrag mit weiteren Partnern aufzunehmen ist.

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