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Keine Regulierungsverschleppung dank korrekter Schadenmeldung

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Hat einer Ihrer Mitarbeiter mit einem Firmenfahrzeug einen Unfall gebaut, ist das schon ärgerlich genug. Verweigert dann auch noch die Versicherung die Regulierung des Schadens, ist guter Rat teuer.

Doch mit ein bisschen Mühe und Umsicht geben Sie den Assekuranzen erst gar keine Gelegenheit, die Zahlung zu verschleppen. Übrigens gelten diese Regeln nicht nur bei Fahrzeugschäden, sondern sie lassen sich auch auf andere Versicherungsfälle übertragen.

Wird ein Firmenfahrzeug gestohlen oder bei einem durch Ihren Fahrer selbst verschuldeten Unfall beschädigt, ist dies ein Fall für die Teilkasko- oder hoffentlich zusätzlich abgeschlossene Vollkaskoversicherung. Immer häufiger kommt es dabei bei der Schadenabwicklung zu unvorhergesehenen Problemen.

Die Versicherer scheinen bei solchen Schadenmeldungen zunehmend kritischer zu agieren und fragen auch bei kleineren Fällen genauer nach.

Nun müssen Sie diesem Treiben beileibe nicht tatenlos zusehen, denn Sie können im Vorfeld einiges tun, um Fragen erst gar nicht aufkommen zu lassen.

Versuchen Sie bei Schadenmeldungen nie zu „schönen“

Oft entstehen Rückfragen oder es erfolgen genauere Prüfungen seitens der Versicherungen aus der Tatsache heraus, dass Schadenmeldungen nicht mit der notwendigen Sorgfalt beziehungsweise dem gebotenen Sachverstand behandelt wurden.

So kommt es beispielsweise immer wieder vor, dass Vorgesetzte einem Unfallfahrer die mühselige Arbeit der Schadenmeldung abnehmen wollen. Das ist an sich eigentlich eine noble Idee, doch können Sie dabei schon in die Falle tappen. Denn wann haben Sie das Fahrzeug vor dem Unfall das letzte Mal gesehen?

Wenn das nämlich schon eine Weile her ist, wissen Sie oft auch nichts von dem Vorschaden, der bei einer kleinen Parkrempelei entstanden ist und den der Fahrer zu melden vergaß. Und so füllen Sie leicht vorschnell unter Vorschäden ein kleines, aber bedeutungsvolles „Keine“ ein.

Schickt dann aber die Versicherung einen Gutachter in die Werkstatt, ist der Ärger geradezu programmiert. Die Assekuranz wird dann nämlich geneigt sein, einen Versicherungsbetrug zu wittern. Die Folge: Sie verweigert die Regulierung oder wird sie zumindest verzögern. Gleiches gilt, wenn der Fahrer die Meldung selbst übernimmt, aber eventuelle Vorschäden – seien sie auch noch so klein – aus welchen Gründen auch immer nicht angibt.

Beim Full-Service-Leasing meldet oft die Leasing-Gesellschaft den Schaden und füllt so die Schadenmeldung aus. Auch hier gilt: Woher soll deren Mitarbeiter wissen, in welchem Zustand sich das Fahrzeug vor dem Schadeneintritt befand? Machen Sie es sich deshalb in diesen Fällen zur guten Übung, die Schadenmeldung gemeinsam mit dem Fahrer zu überprüfen, bevor sie an die Versicherung geht.

Auch bei den Fahrzeuglaufleistungen wird oft nicht der korrekte Wert angegeben, sondern mehr oder weniger großzügig geschätzt. Hier liefern Sie der Versicherung ebenfalls Munition, mit der sie gegen die Regulierung „schießen“ kann.

Wenn Ihre Assekuranz von einem Vorschaden, von einer falschen Kilometerangabe oder auch von unwahren Aussagen zum Unfallhergang erfährt, wird sie den Schadenausgleich mit ziemlicher Sicherheit zunächst einmal verweigern. Denn damit haben Sie als Versicherungsnehmer ganz klar gegen die vertraglich vereinbarte Aufklärungspflicht verstoßen.

In solchen Fällen verstehen übrigens auch die Gerichte keinen Spaß und geben meist der Versicherung recht. Als Beispiel sei hier ein Fall genannt, der beim Bundesgerichtshof (BGH) entschieden wurde. Hier ist ein Fahrzeug gestohlen worden, der Versicherungsnehmer gab bei der Schadenmeldung an, das Fahrzeug sei unfallfrei und er hätte auch niemals von einem Dritten Schadenzahlungen erhalten. Tatsächlich war der Wagen bei einem vorhergehenden Unfall beschädigt worden, für den die gegnerische Versicherung auf Gutachterbasis aufkam.

Was der Fahrzeughalter nicht wusste: Versicherungen können anhand der sogenannten Uniwagnis-Datei über alle Schadenregulierungen, die von den Autoversicherern abgewickelt wurden, detaillierte Informationen einholen

So auch in diesem Fall. Als Folge verweigerte die Versicherung die Regulierung mit dem Argument der nicht befolgten Aufklärungsobliegenheit des Halters. Die Richter sahen dies genauso und gaben der Versicherung.
(BGH, 17.1.2007, Az. IV ZR 106/06)

Diese 8 Punkte sollten Sie beim Ausfüllen der Schadenmeldung beachten

Um Zahlungsverweigerungen sicher aus dem Weg zu gehen, berücksichtigen Sie grundsätzlich folgende Punkte bei Schadenmeldungen:

  1. Informieren Sie über den Schaden immer zeitnah. In der Regel sollten solche Meldungen innerhalb 1 Woche erfolgen. Fehlen Ihnen wichtige Angaben, so vermerken Sie dies auf der Meldung und liefern diese Angaben schnellstmöglich nach. Achtung: Auch eine verspätete Meldung berechtigt die Versicherung zur Zahlungsverweigerung. Insbesondere wenn ein Fahrer die Meldung selbst bearbeitet, sollten Sie darauf drängen, dass sie zügig erfolgt. Wenn Sie eine Kopie der Meldung einfordern, schlagen Sie 2 Fliegen mit einer Klappe: Sie wissen, wann die Meldung erfolgt ist, und haben alle Unterlagen beisammen.
  2. Füllen Sie die Meldungen immer sorgfältig aus, und verschweigen Sie niemals eventuelle Vorschäden. Das gilt insbesondere dann, wenn der Vorschaden von einer anderen Versicherung beglichen wurde.
  3. Versuchen Sie, die Schadenmeldung immer in Zusammenarbeit mit dem Fahrer des Fahrzeugs zu bearbeiten. So verhindern Sie, dass – unbeabsichtigt oder nicht – falsche Angaben in den Bericht kommen.
  4. Nehmen Sie das Fahrzeug auf jeden Fall in Augenschein. Wenn Sie Vorschäden entdecken oder vermuten, klären Sie den Fahrer über die Folgen von Falschangaben auf.
  5. Verpflichten Sie alle Fahrer in Ihrer Car Policy, bei Schadenmeldungen komplette und richtige Angaben zu machen. Stellen Sie klar heraus, dass ein Fahrer bei Fehlangaben damit rechnen muss, den Schaden selbst zu tragen.
  6. Informieren Sie bei Leasing-Fahrzeugen die Gesellschaft über jeden Schaden, der am Fahrzeug entstanden ist. So können die Leasing-Geber bei Schadenmeldungen auch immer die Vorschäden korrekt angeben.
  7. Versuchen Sie niemals, bei der Laufleistung zu mogeln. Die Leasing-Gesellschaft erfährt spätestens beim Auslaufen des Vertrags, dass hier eine kostenpflichtige Überziehung vorliegt.
  8. Auch zum Unfallhergang müssen alle Angaben korrekt und schlüssig sein. Gibt es hier Diskrepanzen gegenüber dem Unfallbericht der Polizei, ist Ärger programmiert.
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