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Die Vorschriften der Fahrpersonalordnung – insbesondere die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten – haben schon so manchen Fahrzeugverantwortlichen...

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Kollision mit geöffneter Wagentür: Wer ist schuld?

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Kommt es im Straßenverkehr zu Unfällen, so gibt es immer wieder Streit über die Schuldfrage. Steht ein Fahrzeug am Straßenrand und ein korrekt auf der Fahrbahn fahrendes Auto kracht in die geöffnete Tür, ist die Schuldfrage nicht immer eindeutig.

Hier gibt ein kürzlich gefälltes Urteilnun etwas mehr Rechtsicherheit.

Das war geschehen: Mercedes gegen Polo

Ein Mercedes war beim Vorbeifahren an einem stehenden VW Polo mit dessen geöffneter linker Wagentür kollidiert. Obwohl der Mercedes-Fahrer eine Schnellbremsung einleitete und nicht mit überhöhter Geschwindigkeit fuhr, entstand ein Schaden von mehr als 4.000 Euro.

Die Kontrahenten konnten sich nicht darauf einigen, wer für den Schaden aufkommt. Der Polo-Halter behauptete, sein Wagen habe ja gestanden, als die Tür geöffnet wurde, und sei insofern nur ein unbewegliches Hindernis für den heranbrausenden Mercedes gewesen, dem dieser leicht hätte ausweichen können.

So landete der Fall vor Gericht.

Das Landgericht (LG) Wiesbaden wollte diese Ansicht jedoch nicht teilen und entschied: Die sogenannte Betriebsgefahr eines fahrenden Fahrzeugs tritt bei einem Verstoß gegen die Vorsichtsmaßregeln beim Ein- und Aussteigen aus einem parkenden Fahrzeug hinter die entstehende sehr große Betriebsgefahr zurück. Das heißt: Nach Ansicht des Gerichts darf eine Wagentür zur Fahrbahn hin nur geöffnet werden, wenn sich mit Gewissheit kein Verkehr nähert – und dies auch nur langsam und mit einer maximalen Spaltbreite von 10 Zentimetern.

Juristisch gesehen endet der dem allgemeinen Verkehrsgeschehen zuzuordnende Vorgang des Ein- und Aussteigens übrigens immer erst mit dem Schließen der Fahrzeugtür und dem Verlassen der Fahrbahn (LG Wiesbaden, Urteil vom 2.12.2011, Az. 9 S 16/11).

Tipp der „LogistikManager”-Redaktion: Wenn einem Ihrer Fahrer so etwas passiert, so stehen die Chancen gut, dass er nicht zur Rechenschaft gezogen wird. Allerdings sollte er nur mit der maximal zulässigen Geschwindigkeit unterwegs gewesen sein. Ansonsten wird ihm sicherlich eine Teilschuld zugesprochen.

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