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Konsignationslager: Geld-Spar-Tipps für Logistiker (Teil 1)

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Konsignationslager sind nicht nur praktisch, Sie können damit auch jede Menge Geld sparen, wenn Sie die Vorteile dieser Versorgungstechnik richtig ausnutzen. Denn die darin befindlichen Waren und Teile sind schon im eigenen Haus, gehören aber Ihrem Lieferanten, bis Ihre Mitarbeiter sie aus dem Lager entnehmen. So minimieren Sie mit einem Schlag die Kapitalbindung erheblich. Doch bevor Sie eine Umstellung auf diese Lagerart in Angriff nehmen, prüfen Sie diesen Schritt genau, denn sonst handeln Sie sich schnell jede Menge Ärger ein.

Bevor Sie nämlich den Schritt zum Konsignationslager tun, müssen Sie sich über eine Tatsache im Klaren sein: Ohne die Mitarbeit Ihrer Lieferanten geht nichts. Und die werden zunächst von Ihrem Ansinnen gar nicht begeistert sein, denn diese Art des Materialflusses bedeutet für sie mehr Arbeit und spätere Zahlungseingänge.

Doch lassen Sie sich von solchen Bedenken nicht allzu sehr irritieren: Wenn Ihre Lieferanten nämlich an einer weiteren Zusammenarbeit mit Ihrem Unternehmen interessiert sind, wird ihnen nichts anderes übrig bleiben, als mitzuspielen.

Tipp: Ein wichtiges Argument für Konsignationslager sollten Sie bei den Gesprächen mit Ihrem Lieferanten immer wieder anbringen: Durch so ein Lager wird die Zusammenarbeit zwischen ihm und Ihnen wesentlich enger. Ein Wechsel des Lieferanten wird damit schwieriger, und so wird die Zusammenarbeit für alle Partner sicherer und berechenbarer.

Doch damit der Wechsel zum Konsignationslager auch reibungslos klappt und Sie sowie auch Ihre Lieferanten hiervon nachhaltig profitieren können, sollten Sie unsere 15-Punkte-Liste akribisch abarbeiten:

  1. Prüfen Sie bereits im Vorfeld, ob sich ein Konsignationslager überhaupt umsetzen lässt. Dabei sollten Sie auch einen Wirtschaftsprüfer beziehungsweise den Chef Ihrer Buchhaltung mit einbinden. Wenn Sie das nicht tun, sind Schwierigkeiten beim Jahresabschluss und bei der Inventur programmiert.
  2. Machen Sie sich Gedanken, wer die Materialdisposition und auch das Auffüllen der Lager in Zukunft übernehmen soll. Soll beispielsweise der Lieferant sich um den Lagerbestand kümmern und dafür sorgen, dass der Lagerbestand sich immer innerhalb der vorgesehenen Grenzen bewegt, oder sollen diese Aufgaben von eigenen Mitarbeitern erledigt werden? Wenn Sie zu dem Schluss kommen, dass dies Ihr Lieferant übernehmen soll, müssen Sie mit ihm zusammen prüfen, ob er dazu überhaupt in der Lage ist. Achtung: Bedenken Sie, dass Sie sich mit der Übergabe dieser Funktionen sehr eng an den Lieferanten binden und absolutes Vertrauen in seine Leistungsfähigkeit haben müssen.
  3. Prüfen Sie genau, bei welchen Warengruppen sich ein Konsignationslager für Sie lohnt. Als Faustregel sollten Sie immer bedenken, dass der Kapitalbindungseffekt bei Teilen, die einen eher geringen Wert haben sowie häufig und in großer Stückzahl entnommen werden, oft gering ist.
  4. Legen Sie zusammen mit Ihren Lieferanten genau fest, wann der Gefahren- und Eigentumsübergang stattfindet. Dabei sollten Sie bedenken, dass Ihr Lieferant Teile und Waren, die sich in Ihrem Haus befinden, nur noch schwerlich vor Gefahren schützen kann. Wünscht er also einen Gefahrenübergang bei Anlieferung, erweisen Sie sich als fairer Partner. Dafür sollten Sie sich in Sachen Eigentumsübergang sichern, dass dieser erst bei der Entnahme aus dem Lager stattfindet.
  5. Legen Sie genau fest, wann und wie die Wareneingangsprüfung stattfinden soll. Grundsätzlich ist es eine gute Idee, sie direkt nach der Warenanlieferung vorzunehmen.
  6. Bedenken Sie, dass nach der Wareneingangsprüfung Sie und Ihre Mitarbeiter die Verantwortung für eventuelle Bestandsdifferenzen übernehmen. Nur wenn ein Lieferant auch die Warenausgabe managt und Ihre Mitarbeiter nicht selbst direkt auf die Teile zugreifen können, liegt die Verantwortung für etwaige Differenzen beim Lieferanten.
  7. Ein sehr wichtiger Punkt ist auch die Klärung von Garantie- beziehungsweise Gewährleistungsfragen. Hier sollten Sie darauf bestehen, dass die Fristen dafür frühestens ab dem Zeitpunkt des Eigentumsübergangs zu laufen beginnen. Oft können Sie mit harten Verhandlungen sogar durchsetzen, dass die Fristen erst dann anfangen zu laufen, wenn das Teil bei Ihrem Kunden in Betrieb genommen wird. Das ist aber ein recht komplexes Thema, bei dem Sie und auch Ihr Lieferant sich jeden Teileweg und eventuell auch den Produktions- bzw. Inbetriebnahmevorgang genau ansehen müssen. Auch hier gilt: Für häufig geforderte und eher preiswerte Teile lohnt sich ein Garantie- bzw. Gewährleistungsanlauf, der erst bei Inbetriebnahme stattfindet, eher weniger.
  8. Legen Sie zusammen mit Ihrem Lieferanten genau fest, wie die Bestandsinformationen zum Lieferanten gelangen sollen. Die einfachste Methode ist dabei die regelmäßige Meldung. In Einzelfällen kann es aber auch sinnvoll sein, einem Lieferanten einen beschränkten Zugriff auf Ihr Warenwirtschaftssystem einzuräumen. Als Faustregel gilt hier: Bei eher selten abgenommenen und teureren Teilen genügt die regelmäßige Meldung, bei besonders kritischen Teilen oder Massenteilen kann eine permanente Meldung über Ihr Warenwirtschaftssystem die bessere Lösung sein.
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