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Kündigung niemals per E-Mail; mündlich geht u. U

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Kündigungen sollten immer schriftlich erfolgen, wenn Sie nicht vor den Kadi zitiert werden wollen. Per E-Mail ausgesprochene Kündigungen sind zwar auch schriftlich, aber nach einem aktuellen Urteil des Arbeitsgerichts (ArbG) Düsseldorf rechtlich unwirksam. Dass aber mündliche Kündigungen wirksam sein können, zeigt ein Urteil des Landesarbeitsgerichts (LAG) Rheinland-Pfalz. Den Praxisfall und die Entscheidung der Richter präsentiert Ihnen der „LogistikManager” :

Rechtsfalle Kündigung per E-Mail

Im entschiedenen Fall hatte sich ein Mitarbeiter während der Probezeit mit seinem Geschäftsführer überworfen. Darauf sprach dieser dem Mann die Entlassung aus und übersandte ihm am nächsten Tag, dem letzten der 6-monatigen Probezeit, die schriftliche Kündigung per E-Mail. Hierin war die Kündigungsfrist auf 14 Tage festgelegt, so wie es der Arbeitsvertrag in der Probezeit vorsah.


Gleichzeitig mit der E-Mail schickte das Unternehmen das Schreiben auch mit der normalen Post an den Mitarbeiter. Der Gekündigte sah diese Art der Kündigung als unrechtmäßig an und zog vor das Arbeitsgericht.

Und hier musste der Geschäftsführer eine herbe Schlappe hinnehmen, denn mit dieser Praxis beging er 2 fatale Fehler: Zum einen war nämlich die 14-tägige Kündigungsfrist ungültig. Sie hätte zwar ihre Wirkung entfaltet, wenn die Entlassung noch vor Ende der Probezeit ausgesprochen worden wäre. Wegen der grundsätzlichen Ungültigkeit der elektronischen Kündigung entschied das Gericht, dass erst der Zeitpunkt des Erhalts des normalen Kündigungsbriefes 3 Tage später galt – zu diesem Zeitpunkt war die Probezeit jedoch schon abgelaufen und damit greift die gesetzliche 3-monatige Kündigungsfrist.

Außerdem hatte die Entlassung per E-Mail das Arbeitsverhältnis nach Ansicht der Richter gar nicht aufgelöst. Laut Gesetz muss die Kündigungsurkunde vom Aussteller selbst durch seine Unterschrift gezeichnet sein, denn nur so könne der Empfänger die Echtheit eines solchen Schreibens erkennen. Auch eine per Fax verschickte Kündigung ist grundsätzlich ungültig, da die dem Empfänger zugehende Erklärung lediglich eine Kopie des beim Absender verblieben Originals ist. (ArbG Düsseldorf, 20.12.2011, Az. 2 Ca 5676/11)

Mündliche Kündigungen können hingegen rechtsgültig sein

Dass mündliche Kündigungen durchaus rechtskräftig sind, musste eine Frau erfahren, die ihrem Chef per Telefon die fristlose Kündigung mitteilte. Da allerdings wegen hohen Arbeitsaufkommens und nahender Feiertage damit einerheblicher Engpass entstanden wäre, bat der Chef die Frau in einem 2. Telefonat zumindest um Einhaltung der Kündigungsfrist, was die Frau rundheraus ablehnte.

Aufgrund dieser Haltung kündigte er nun seinerseits außerordentlich. Daraufhin besann sich die Gekündigte anders und reichte eine Kündigungsschutzklage ein. Diese blieb auch im Berufungsverfahren vor dem LAG Rheinland- Pfalz erfolglos.

Nach Meinung der Richter wurde das Arbeitsverhältnis aufgrund der 2-fachen Wiederholung der Kündigung durch die Mitarbeiterin nämlich rechtswirksam beendet. Auch das Argument der Frau, sie hätte im Telefonat übereilt und spontan gehandelt, ohne genau nachzudenken, wollten die Richter nicht gelten lassen. (LAG Rheinland- Pfalz, 8.2.2012, Az. 8 Sa 318/11; ArbG Koblenz, 31.3.2011, Az. 7 Ca 699/10)

Tipp:
Im Zweifelsfall kündigen Sie immer schriftlich. Ist dabei die Kündigungsfrist entscheidend, berücksichtigen Sie grundsätzlich den Zeitraum, den ein Brief auf dem Postweg braucht. Wird es knapp, können Sie die Kündigung auch persönlich überreichen. In diesem Fall ist es sinnvoll, sich den Empfang per Unterschrift bestätigen zu lassen.

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