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Ladungssicherung: Vorsicht - im Schadenfall sind alle Beteiligten in der Verantwortung!

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Von dgx,

Kommt es bei Ladungen, die vom Versender auf einem Lastwagen geladen wurden, zu einem Schaden, weil sie nicht richtig gesichert wurden, so haftet nach § 412 des Handelsgesetzbuchs (HGB) prinzipiell der Verlader. Doch Vorsicht: Nach dem Gesetz sind alle am Verladevorgang Beteiligten für die richtige Ladungssicherung verantwortlich.

Sicherlich sind auch Fahrer von Lastkraftwagen nette Menschen, die mit anpacken, wenn Arbeit ansteht. Doch manchmal kann diese Hilfsbereitschaft Sie und auch die Fahrer ganz schön teuer zu stehen kommen.
Nehmen wir einmal an, ein Fahrer hat den Auftrag, eine Maschine mit seinem Fahrzeug von einem Hersteller zu einem Kunden zu transportieren, und es ist vereinbart, dass der Hersteller diese Maschine versandfertig verpackt und transportsicher auf Ihr Fahrzeug verlädt. Nach § 412 HGB trägt somit der Hersteller die Verantwortung für eine korrekte Ladungssicherung.
Kommt es auf dem Transport wegen mangelhafter Ladungssicherung zu einem Schaden an der Maschine, muss der Hersteller dafür geradestehen, es sei denn, Ihrem Fahrer sei grobe Fahrlässigkeit oder auch Vorsätzlichkeit vorzuwerfen. Nun ist die Ladung sicherlich auch entsprechend versichert, und Sie glauben ebenso sicherlich, dass Ihrem Unternehmen bei einem Schaden keinerlei Unbill droht.
Das dachte auch eine Spedition, die den Auftrag bekam, eine Maschinenladung, bestehend aus 10 Frachtstücken, von einem Hersteller zu einem Kunden zu transportieren. Die Beladung des Lasters mit der Maschine sollte durch die Mitarbeiter des Herstellers erfolgen. Dabei gab der Fahrer des Transportunternehmens allerdings an, wie die Ladungsverteilung auf der Ladefläche zu erfolgen hatte.
Die eigentliche Ladungssicherung mit Ratschengurten erfolgte durch Mitarbeiter des Auftraggebers. Hierbei bemerkte der Fahrer, dass ein Teil nicht richtig gesichert war, und übernahm selbst eine zusätzliche Sicherung mit einem seiner Bordgurte. Bereits kurz nach dem Verlassen des Werkshofes musste der Fahrer einem Hindernis ausweichen und dabei stark bremsen.
Als er dann unterwegs beim Grenzübertritt bemerkte, dass sich die Maschine aus der Ladeposition verschoben hatte, fuhr er zu einer ihm bekannten Spedition und ließ sich dort helfen, die Ladung wieder in die richtige Position zu hieven. Dabei stellte er fest, dass einer der Frässchieber aus dem Transportgestell gefallen war, und befestigte diesen wieder korrekt.
Er setzte seine Fahrt fort und lieferte die Ladung beim Empfänger ordnungsgemäß ab. Dieser stellte jedoch einen offensichtlichen Schaden fest und nahm daraufhin die Maschine nur unter Vorbehalt an. Der Schaden wurde der Versicherung gemeldet, und diese ersetzte zunächst einen Betrag von gut 18.000 Euro.

Beladungshilfe vom Fahrer birgt Haftungsgefahren

Doch unser Kollege staunte nicht schlecht, als besagte Versicherung eben diesen Betrag von ihm einforderte. Seiner Meinung nach war diese Forderung unberechtigt, da ja vereinbart war, dass die Mitarbeiter des Herstellers die Beladung in eigener Verantwortung durchführen sollten.
Es kam, wie es kommen musste: Die Parteien konnten sich nicht einigen, und so landete der Fall vor dem Oberlandesgericht (OLG) Bremen. Hier wurde schnell klar, dass der Fahrer die Maschine in einem einwandfreien Zustand übernommen hatte und dass die Mitarbeiter des Herstellers unstrittig die Beladung in Eigenregie durchgeführt hatten. Klar war nach einem Gutachten auch die Ursache für die Ladungsverschiebung während des Transports: Die Ladungssicherung war nicht ausreichend weil der Frässchieber falsch befestigt war.

Verantwortung kann auch beim Fahrer liegen

Konsterniert mussten sich der Lastwagenfahrer und sein Chef von den Richtern belehren lassen, dass nach dem Ablauf des Ladevorgangs - der Fahrer hatte ja aktiv mitgewirkt - Ersterer auch für die Ladungssicherung verantwortlich war. Das gelte darüber hinaus auch für die Betriebssicherheit des Lastzugs.
Aus diesem Grund könne sich der Transporteur auch in keinem Fall auf den Artikel 17 Absatz 4 Buchstabe b des „Übereinkommens über den Beförderungsvertrag im internationalen Straßengüterverkehr“ (CMR) und damit auf eine unzureichende Verpackung des Ladeguts berufen.
Zwar sei der Fahrer nicht in der Pflicht gewesen, die richtige Verladung zu überwachen, aber da er selbst den nachher gelockerten Gurt angelegt hatte, sei ihm eine Verantwortung hierüber anzulasten. Aus diesem Grunde verdonnerten die Richter den Transporteur dazu, der Versicherung den entstandenen Schaden zu ersetzen. (OLG Bremen, Urteil vom 8.2.2008, Az. 2 U 89/04)
Achtung: Wenn bei einem Transport vereinbart wird, dass die Verladung eines Gutes auf das Fahrzeug durch den Auftraggeber erfolgen soll, dann sollte der Fahrer keine aktive Rolle bei dieser Verladetätigkeit übernehmen. Er darf und muss allerdings die Verteilung und Positionierung der Güter vorgeben.
Hilft ein Fahrer bei der Verladung mit, so ist der Auftraggeber immer fein heraus, wenn es zu einem Schaden wegen mangelnder Ladungssicherung kommt, denn er übernimmt in diesem Fall nur einen Teil der Haftung. Deshalb sollten Auftraggeber und Transporteure im Auftrag immer genau definieren, wer bei der Verladung des Gutes welche Rolle spielt, und ihre jeweiligen Versicherungsumfänge darauf abstimmen.

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