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Lagerdiebstähle: So handeln Sie richtig

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Lagerbestände aus praktischen oder wertvollen Waren verleiten leider immer wieder den einen oder anderen Mitarbeiter zum Diebstahl. Statistiken belegen, dass an mehr als 60 % der Lagerdiebstähle firmeneigene Mitarbeiter beteiligt sind.

Doch solchem Treiben können Sie mit einfachen organisatorischen und technischen Maßnahmen wirkungsvoll einen Riegel vorschieben.

Gerade die Logistik und das Lager gelten als wahres Eldorado für Diebstähle oder Unterschlagung.

Sicherlich können auch Sie gerade zu diesem Thema so manches Erlebnis beitragen.

Vor allem große, unübersichtliche Warenlager, wertvolle Produkte, schwer zu kontrollierende Ein- und Ausgänge sowie nicht zuletzt häufiger Personalwechsel – gepaart mit viel firmenfremden Personen auf dem Werkgelände –, lassen so manchen Kollegen zum Langfinger werden.

Machen Sie es potenziellen Dieben so schwer wie möglich

Überall, wo sich Gelegenheiten ergeben, sich ohne größere Gefahr unberechtigt zu bedienen, geschieht dies auch. Führen Sie also niemanden in Versuchung und beseitigen Sie die kritischen Punkte.

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Bei genauerer Betrachtung sind die Hauptursachen von Diebstählen:

  • unzureichende Kontrollsysteme
  • Schnittstellen zwischen interner und externer Logistik
  • Lässigkeit bei der Retourenabwicklung
  • Organisationsschwächen im Logistikablauf
  • branchenspezifische Eigenarten.

Daraus ergeben sich recht schnell einfache Maßnahmen, die Diebstahl erschweren:

  • zuverlässige und zeitnahe Wareneingangs- und -ausgangsprüfung,
  • sorgfältiges Retourenmanagement
  • Trennung von Mann und Ware
  • Einsatz von technischen Kontrollmitteln
  • Taschen- und Torkontrollen

Aber auch bei anderen Aspekten sollten Sie als Logistikverantwortlicher aufmerksam sein.

Haben Sie besonders bei den Schnittstellen zwischen interner und externer Abwicklung immer ein offenes Auge.

Setzen Sie nur legale Kontrollmaßnahmen ein

Trotz all dieser Mechanismen werden Sie jedoch nicht um gesonderte Kontrollmaßnahmen herumkommen.

Doch Vorsicht: Jede Überwachungsmaßnahme greift in das Persönlichkeitsrecht der Arbeitnehmer ein!

Natürlich stehen diesen Persönlichkeitsrechten die innerbetrieblichen Interessen – also beispielsweise der Schutz des Betriebseigentums und die Wahrung von Betriebsgeheimnissen oder der betrieblichen Ordnung – entgegen.

Grundsätzlich sind Kontrollmaßnahmen daher nur dann erlaubt, wenn die schützenswerten Betriebsinteressen das individuelle Persönlichkeitsrecht überwiegen.

Wenn Sie Ihre Interessen nicht eindeutig belegen, so können Ihre Mitarbeiter die Abschaffung der Kontrollen und Überwachung verlangen.

In besonders schwerwiegenden Fällen kann ein Mitarbeiter Sie sogar auf Schadenersatz und Schmerzensgeld verklagen.

Und: Ein heimlich gewonnener Beweis eines Diebstahls wird in einem Arbeitsgerichtsprozess schnell als nicht verwertbar eingestuft.

Tipp: Planen Sie neue Überwachungsmaßnahmen, sollten Sie diese mit einem Anwalt auf ihre rechtliche Unbedenklichkeit prüfen.

Vergessen Sie auch nicht, den Betriebsrat rechtzeitig einzuschalten.

Wollen Sie besondere Überwachungsmaßnahmen wie beispielsweise Taschenkontrollen einführen, beachten Sie , dass der Arbeitnehmer dem grundsätzlich zustimmen muss. Fixieren Sie dieses Einverständnis immer schriftlich.

Das kann über eine Betriebsvereinbarung oder auch über einen allgemeinen Vertrag erfolgen.

Tipp: Konkret heißt das: Nehmen Sie solche Zustimmung am besten immer in die Arbeitsverträge auf.

Das müssen Sie bei Tor- und Taschenkontrollen beherzigen

Bei vereinbarten Taschenkontrollen darf nur der Inhalt von Taschen eingesehen werden und eine oberflächliche Abtastung der Oberbekleidung stattfinden. Weitergehende Untersuchungen dürfen nur bei starken Verdachtsmomenten und unter Beachtung des Ehrgefühls der betroffenen Person(en) vorgenommen werden. Das heißt, solche Untersuchungen finden nicht vor den Augen der Kollegen statt.

Doch auch hier gilt: Verweigert sich der Mitarbeiter einer solchen einfachen oder auch umfangreicheren Untersuchung, so bleibt Ihnen nur, die Polizei zu rufen.

Bei Videoüberwachung müssen Sie besonders aufpassen

Grundsätzlich darf eine Videoüberwachung nur eingesetzt werden, wenn allen beteiligten Mitarbeitern klar ist, dass sie gefilmt werden. Das heißt, verdeckte Überwachungen sind grundsätzlich verboten.

Außerdem darf eine Videoüberwachung nur dazu dienen, die schützenswerten Betriebsinteressen zu wahren. Sie kann keinesfalls als allgemeine Überwachung der Arbeitspflichten missbraucht werden. Nur wenn ein konkreter Verdacht vorliegt, ist eine solche Überprüfung über einen überschaubaren Zeitraum zulässig.

Besonders heikel ist bei Videoüberwachungen auch die Speicherung der Daten. Grundsätzlich sind solche Aufnahmen immer sofort zu löschen, wenn die Überwachung unzulässig ist. Aber auch bei berechtigter Videoüberwachung spricht das Gesetz eine eindeutige Sprache: Die Daten sind nach § 6b Abs. 5 Bundesdatenschutzgesetz sofort zu löschen, wenn sie zur Erreichung ihres Zwecks nicht mehr erforderlich sind oder schützenswerte Interessen der Betroffenen einer weiteren Speicherung entgegenstehen.

Tipp: In der Praxis bedeutet das, dass bei der vollständigen Aufzeichnung eines Geschäftstages eine Löschung der Daten innerhalb von 1 bis 2 Tagen zu erfolgen hat. Nur wenn diese Aufnahmen zum Beweis einer Straftat oder auch einer Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen dienen, ist eine längere Speicherung erlaubt.

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