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Mehrwertsteuer-Paket 2010: Worauf sich die Logistikbranche jetzt einstellen muss (Teil 2)

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In Teil 1 dieses Beitrags informierte Uwe E.Wirth, Chefredakteur des Informationsdienstes LogistikManager über die Rahmenbedingungen des neuen Mehrwertsteuer-Pakets, das zum Jahreswechsel an den Start geht. Lesen Sie heute viele Tipps rund um die konkreten Auswirkungen auf die Logistikbranche:

Die für die Distribution und die Logistik wichtigste Änderung im Rahmen des neuen Mehrwertsteuerpakets ist der Wechsel zum fast durchgängigen Leistungsempfängerprinzip oder auch Empfängerortprinzip bei der Umsatzbesteuerung. Danach werden fast alle Geschäfte im Gegensatz zur bisherigen Praxis im Land des Leistungsempfängers zur Umsatzbesteuerung herangezogen. Mehr dazu in Teil 1 dieses Beitrags.
So geht es bei Business-to-Business-Geschäften ...
Hier wird für die Umsatzsteuerzahlung fast immer das Leistungsempfängerprinzip angewandt. Dabei ist entscheidend, wo der Leistungsempfänger den Sitz seiner wirtschaftlichen Tätigkeiten hat. Handelt es sich dabei um eine ausländische Niederlassung oder Betriebsstätte, so fällt die Umsatzsteuer dem Land zu, in dem sich diese Niederlassung befindet. Allerdings gibt es hiervon einige Ausnahmen, die wir Ihnen in der kommenden Woche vorstellen.
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... und so bei Business-to-Consumer- Geschäften

Hier - also bei Privatkundengeschäften - lautet die Grundregel, dass die Umsatzsteuer da anfällt, wo der leistende Unternehmer seinen Sitz hat. Wird das Geschäft über eine Niederlassung abgewickelt, so fällt die Umsatzsteuer auch in dem Land an, in dem die Niederlassung ihren Sitz hat.
Nach Ansicht vieler Experten durchbricht diese Regelung jedoch das von der EU erwünschte Prinzip, nach dem tatsächlichen Verbrauchsort zu besteuern.
Und damit haben sie gar nicht so Unrecht, wie die vielen Ausnahmeregelungen, die es hierzu gibt, anschaulich belegen. Die Ausnahmen betreffen unter anderem folgende Tätigkeiten:

  • Katalogleistungen
  • Vermittlungsleistungen
  • innergemeinschaftliche Gegenstandsbeförderung (Transport) und damit in Zusammenhang stehende Leistungen

Beachten Sie diese verfahrenstechnischen Änderungen
Die Abkehr von der Ursprungslandbesteuerung hin zur Bestimmungslandbesteuerung würde natürlich gerade für die Logistik zu einer unheimlichen Verkomplizierung mit unzähligen Registrierungspflichten in den einzelnen Mitgliedstaaten führen. Das haben auch unsere EU-Beamten eingesehen und kurzerhand die Regelungen zur Steuerschuldnerschaft neu konzipiert. Dazu wurde die Steuerschuldnerschaft einfach vom leistenden Unternehmer hin zum empfangenden Unternehmer umgekehrt.
Merke: Ab 1. Januar 2010 schuldet also der leistungsempfangende Unternehmer die Umsatzsteuer für die für ihn erbrachte Dienstleistung, wenn die Dienstleistung aufgrund der allgemeinen Ortsregelung als im Empfängermitgliedstaat ausgeführt gilt. Dieses Prinzip nennt sich übrigens Reverse-Change-Verfahren.
Keine Regel ohne Ausnahme
Allerdings müssen sich die Mitgliedstaaten nicht unbedingt an die oben genannte Verfahrensregelung halten, sondern können eigene und davon abweichende Reverse-Change-Verfahren einsetzen.
Tipp: Deshalb sollten Sie sich immer über die in anderen Staaten üblichen nationalen Umsatzsteuerpflichten informieren, wenn Ihr Umsatz im Ausland ausgeführt wird.
Vorsicht bei der Zusammenfassenden Meldung!
Bis zum 31. Dezember 2009 müssen nur innergemeinschaftliche Warenlieferungen in der Zusammenfassenden Meldung deklariert werden. Das ist ab dem 1. Januar 2010 anders: Ab diesem Datum müssen alle innergemeinschaftlichen Dienstleistungen an unternehmerisch tätige Geschäftspartner gemeldet werden.
Doch auch hier gibt es wieder Ausnahmen: Die Meldung muss nämlich nur erfolgen, wenn die Umsatzsteuer für diesen Umsatz nach den allgemeinen Regeln des Reverse-Change-Verfahrens vom Leistungsempfänger geschuldet wird. Bei dieser Meldung müssen Sie übrigens nicht nur die Summen der an die einzelnen ausländischen Leistungsempfänger erbrachten steuerpflichtigen Leistungen angeben, sondern auch deren Umsatzsteuer-Identifikationsnummern.
Achtung: Die ordnungsgemäße Abgabe der Zusammenfassenden Meldungen gehört zu den umsatzsteuerlichen Pflichten eines Unternehmers. Verstoßen Sie gegen diese Verpflichtung, drohen Ihnen Sanktionen. Auf alle Fälle müssen Sie bei unrichtigen oder fehlenden Meldungen immer mit Umsatzsteuernachschauen und Sonderprüfungen rechnen.
Auch bei den Rechnungen heißt es aufgepasst!
Bisher hat es den Finanzämtern genügt, wenn Sie bei der Abrechnung sonstiger Dienstleistungen auf der Rechnung Ihre eigene Umsatzsteuer-Identifikationsnummer eingetragen haben. Für ab dem 1. Januar 2010 erbrachte Leistungen müssen Sie immer auch die Nummer des Leistungsempfängers mit angeben.

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