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Ölpreis 2012: 100 US-Dollar pro Barrel?

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Einkaufsmanager Am Preisrad drehen (zu) viele Hände. Nach 93 US$/Barrel im vorigen Jahr werden für 2012 Durchschnittsnotierungen von knapp 100 US$/Barrel erwartet

Fundamentale Gründe sind für diesen Auftrieb allerdings nirgendwo auszumachen. Denn die Rahmendaten haben sich an den Märkten, angefangen bei den großen Unsicherheiten über den Ausgang der europäischen Staatsschuldenkrise bis hin zu Sorgen um eine mögliche globale Rezession, kaum verändert.

Beachten Sie: Brenzlig könnte es allerdings wegen des Ölembargos gegen den Iran werden. Dadurch werden am Weltmarkt in diesem Jahr voraussichtlich 1,3 Mio. Barrel fehlen. Peanuts sind das gewiss nicht. Wer sind die wichtigsten Akteure am Ölmarkt? Und welche Interessen verfolgen sie?Jens Holtmann, Chefredakteur des Einkaufsmanager , hat die Situation analysiert:

Die Rolle der Kapitalanleger


Die Vervierfachung der Ölpreise in den vergangenen 10 Jahren wird häufig dem viel zitierten Rohstoffhunger der Schwellenländer in die Schuhe geschoben. Daran ist auch vieles wahr. Kaum weniger Anteil an dieser Entwicklung haben aber auch die nicht minder oft zitierten Zocker an den Rohstoffbörsen. Laut einer Untersuchung des US-Senats aus dem Jahr 2009 erhöhen Spekulationsgeschäfte von Investmentbanken und Hedgefonds den Ölpreis um durchschnittlich 20 US$ pro Barrel.

Die Rolle der OPEC


Die westlichen Industriestaaten verlangen immer mal wieder, die OPEC, auf deren Konto 40 % der weltweiten Erdölproduktion gehen, möge doch ihre Förderquoten erhöhen. Zuletzt erklang ihr Ruf während des Libyenkrieges. Doch wie so häufig, verhallte auch dieser Ruf ungehört.

Der Grund:Die 12 Mitglieder könnten unterschiedlicher nicht sein. Vom Hardliner (vor allem Algerien, Iran und Venezuela), die Preismindestgrenzen von 400 US$/ Barrel verlangen, bis zu Kooperationswilligen (Saudi-Arabien, Kuwait) ist alles dabei. Entsprechend zerstritten ist auch die Organisation.

Jahresdurchschnittspreis Öl

Die Rolle der Umweltschützer


Sie sind eine relativ neue Spezies in Sachen Preistreiberei. Im Herbst 2011 verhinderten sie z. B. die Inbetriebnahme der Keystone-Pipeline, durch die Erdöl, das aus kanadischem Ölsand gewonnen wird, in die Raffinerien im Süden der USA gepumpt werden sollte. Der Knackpunkt: Um 1 Barrel Öl zu gewinnen (159 l) sind nicht nur 4 Barrel Wasser nötig (663 l), das Brauchwasser ist auch noch eine hochgiftige Brühe, die in riesigen Kunstseen aufgefangen werden muss.

Die Rolle der Politiker



Nicht zuletzt begünstigen auch politische Risiken in den Förderländern den globalen Preisauftrieb. Von den 12 OPEC-Staaten sind mindestens 50 % als politisch instabil einzuschätzen, die einen bewaffneten Konflikt nach dem anderen anzetteln.

In Angola etwa bekämpften sich jahrelang Regierungstruppen, die sich aus den Einnahmen der Erdölexporte finanzierten, und Rebellen der UNITA, die sich ihre Waffen mit den Erlösen der von ihnen kontrollierten Diamant-Minen beschafften.

Beachten Sie: Das Ölpreisniveau wird zukünftig hoch bleiben. Selbst der Kriseneinbruch 2009 war schnell wettgemacht.

Die Rolle der Ölförderer


Klagelieder über fallende Gewinne stimmen die Erdölkonzerne nur allzu gern an. Dabei vergessen sie, dass sie die Misere selbst verschuldet haben:

  • Aus Angst, Ölpreise und Nachfrage könnten wie in den 1980er Jahren einbrechen und sie säßen auf vollen Lägern, zögerten die Konzerne die Erschließung neuer Förderstätten immer wieder hinaus (und sie tun es noch immer).
  • Die 6 Branchenriesen BP, ExxonMobil, Shell, Chevron, Total und ConocoPhillips sind technologisch nur unzureichend auf die Zukunft vorbereitet. Durch Fehleinschätzungen und Missmanagement mangelt es überall an Maschinen, Fachkräften und Materialien.
  • Alle 6 haben das Krisenjahr 2009 nicht dazu genutzt, Lagerbestände im großen Stil aufzubauen. Stattdessen haben sie die Risiken eines geringen Lagerpuffers vorab mit eingepreist.
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