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Rechtstipp für Logistikleiter: Nach einem Unfall können Sie die eigene Vollkaskoversicherung nutzen

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Wird eines Ihrer Lieferfahrzeuge in einen Unfall verwickelt, können Sie immer Ihre eigene Vollkaskoversicherung in Anspruch nehmen. Die gegnerische Versicherung kann sich nicht mit dem Argument der Schadenminderungspflicht aus der Verantwortung ziehen und die Regulierung des Schadens teilweise verweigern.

Die Redaktion des LogistikManager stellt Ihnen folgenden Fall aus der Praxis vor: Ein Fahrzeug war in einen Unfall verwickelt worden, und der Halter nahm seine Vollkaskoversicherung in Anspruch, bevor die gegnerische Versicherung den Fall bearbeitet hatte. Seine Versicherung regulierte den Schaden und stufte den Halter entsprechend hoch.

Den hierdurch entstandenen finanziellen Nachteil der höheren Versicherungsbeiträge wollte der Halter des Fahrzeugs zu 50 % - entsprechend dem Mitverschuldensanteil am Unfall - von der Haftpflichtversicherung des Unfallgegners ersetzt bekommen. Diese verweigerte jedoch die Zahlung, da der Halter seine Schadenminderungspflicht verletzt habe, indem er seine Versicherung vorschnell in Anspruch genommen habe. Darauf zog der Halter vor Gericht.



Sowohl das zuständige Amts- als auch das Landgericht wiesen die Klage ab mit der Begründung, der Halter habe seine Schadenminderungspflicht dadurch verletzt, dass er sofort seine eigene Vollkaskoversicherung in Anspruch genommen hatte. Hätte er gewartet, bis die gegnerische Versicherung den Schaden reguliert hätte, wäre nämlich der Rückstufungsschaden nicht entstanden. Darauf legte der Halter Revision beim Bundesgerichtshof ein. Dieses entschied anders als die vorhergehenden Gerichte und sprach dem Halter den eingeklagten Betrag zu (Urteil vom 26.9.2006, Az. VI ZR 247/05).

Da die beiden Unfallgegner ihre Schäden jeweils zur Hälfte hätten übernehmen müssen, war das Gericht der Ansicht, dass der Kläger in jedem Fall seine Vollkaskoversicherung in Anspruch nehmen konnte. Es sei also unerheblich, ob er zunächst auf die Schadenregulierung der gegnerischen Haftpflichtversicherung gewartet hätte, bevor er seine eigene Versicherung einschaltete. Nach Ansicht der Richter wäre der Rückstufungsschaden in jedem Fall entstanden und somit die Forderung des Fahrzeughalters auf 50 % des Rückstufungsschadens rechtens.

Tipp: Haben Sie für Ihre Fahrzeuge Vollkaskoversicherungen abgeschlossen, können Sie unabhängig von einer Teilschuld immer zunächst Ihre Versicherung mit der Schadenregulierung beauftragen. Erfahrungsgemäß können Sie so Ihr Fahrzeug nämlich gleich nach der Schadenanzeige reparieren lassen, während die gegnerischen Versicherungen zunächst immer einen Gutachter einschalten wollen. Hierbei entstehen zwangsläufig Verzögerungen, die Sie so vermeiden können.

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