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Scheinselbstständigen-Falle: Auf diese Punkte müssen Sie unbedingt achten!

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Logistik muss immer flexibel sein. Dies gilt auch beim Personal. So werden sicherlich auch Sie gern auf freie Mitarbeiter wie Lagerhilfskräfte, freie Disponenten oder Kollegen in befristeten Arbeitsverhältnissen zurückgreifen, um Spitzen abzufedern und auch die regelmäßigen Personalkosten im Zaum zu halten.

Bei freien Mitarbeitern lauern jede Menge Fußangeln, denn schnell ist es passiert, dass Sie hohe Sozialversicherungs- und Rentenbeiträge nachzahlen müssen. Mit ein bisschen Umsicht lässt sich das jedoch leicht vermeiden.

Der Einsatz von freien Mitarbeitern, die nur ins Haus geholt werden, wenn Spitzen zu bewältigen sind, hat gerade in der Logistik einige bestechende Vorteile.

Finanziell ist das sogar aus 2-facher Sicht recht reizvoll: Sie stellen keinen neuen Mitarbeiter fest an, der außerhalb der Spitzenzeiten gar nicht gebraucht wird. So müssen Sie ihn nur bezahlen, wenn Sie ihn benötigen. Darüber hinaus sparen Sie auch noch die teuren Sozialabgaben, die Sie bei Festangestellten regelmäßig zahlen müssen, da freie Unternehmer – und als solche gelten die freien Mitarbeiter – ihre Sozialbeiträge komplett selbst leisten.

Allerdings hat auch in der Vergangenheit so mancher Kollege nicht schlecht gestaunt, als die Sozialversicherungsträger der Firma eine saftige Nachzahlungsrechnung ins Haus schickten, weil der vermeintlich „Freie“ nach deren Meinung in einem „arbeitnehmerähnlichen Verhältnis“ in dem Unternehmen beschäftigt war.

Das dabei ganz schöne Summen zustande kommen, zeigt folgendes Beispiel: Nehmen wir an, Sie beschäftigen einen Lagerarbeiter, dem Sie für seine Tätigkeit pro Monat 2.500 Euro überweisen. Erkennen die Sozialbehörden diese Tätigkeit nicht als die Beschäftigung eines freien Mitarbeiters an, müssen Sie für Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung mehr als 38 % dieses Betrages abführen.

Und es kommt noch schlimmer, denn die Behörden können sogar das fiktiv höhere Gehalt eines Festangestellten rechnen, bei dem auch noch Lohnsteuer anfällt. Das ergibt bei Steuerklasse IV ein Bruttogehalt von mehr als 5.600 Euro. Bei diesem Betrag sind für die Sozialversicherung fast 2.200 Euro nachzuzahlen. Haben Sie den „Freien“ nun monate- oder gar jahrelang beschäftigt, kann es ziemlich teuer werden – Sie müssen nämlich für bis zu 3 Jahre rückwirkend zahlen.

Aber damit ist es noch nicht getan, denn im Gegensatz zu einem Festangestellten müssen Sie diese Zahlung in vielen Fällen komplett selbst tragen.

Achtung: Stellen die Behörden eine Scheinselbstständigkeit fest, muss der freie Mitarbeiter seinen Anteil vom Sozialversicherungsbeitrag von 50 % nur für maximal 3 Monate selbst nachzahlen. Alle anderen Nachzahlungen müssen Sie leisten!

Sie sehen also, es kann ganz schön teuer kommen, wenn Sie eigentlich sparen wollen.

Darauf müssen Sie bei der Beschäftigung von Freien achten

Nach welchen Kriterien stellen die Sozialversicherungsbehörden eigentlich fest, wann eine Scheinselbstständigkeit vorliegt? Nun, bis Ende 2002 gab das Sozialgesetzbuch (SGB) IV in § 37 Abs. 4 folgende 5 Regeln vor. Waren 3 davon erfüllt, gingen die Versicherungsträger von einer Scheinselbstständigkeit aus.

Konkret: Freie Mitarbeiter gelten als scheinselbstständig, wenn sie …

  • keine eigenen Mitarbeiter beschäftigen (beziehungsweise nur solche, die maximal 400 Euro verdienen).
  • im Wesentlichen und auf Dauer nur für 1 Auftraggeber arbeiten.
  • Tätigkeiten übernehmen, die im Unternehmen auch teilweise von eigenen Mitarbeitern erledigt werden.
  • in ihrer Tätigkeit keine typischen Merkmale unternehmerischen Handelns aufweisen.
  • offensichtlich dieselben Aufgaben bearbeiten, die sie vorher als Festangestellter erledigten.

Diese Regeln gelten heute zwar nicht mehr zwingend, sie werden aber immer noch zur Bewertung, ob Scheinselbstständigkeit vorliegt, herangezogen.

Berücksichtigen Sie darüber hinaus weitere Hinweise, wenn Sie nicht in die Scheinselbstständigkeits-Falle tappen wollen. Beachten Sie dazu die Checkliste am Ende des Beitrags.

Wie Sie sehen, ist es manchmal recht schwierig, sicher zu entscheiden, ob eine Scheinselbstständigkeit vorliegt oder nicht. Wenn Sie also freie Mitarbeiter beschäftigen wollen, klären Sie zusammen mit den Versicherungsträgern, ob in diesen Fällen eine Scheinselbstständigkeit abgeleitet werden könnte.

Im Zweifelsfall greifen Sie lieber zu anderen Beschäftigungsarten, wie beispielsweise befristeten Arbeitsverträgen. Bei denen denken Sie dann bitte daran, immer eine Begründung für die Befristung anzugeben.

 
Checkliste Scheinselbstständigkeit
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