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Die Vorschriften der Fahrpersonalordnung – insbesondere die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten – haben schon so manchen Fahrzeugverantwortlichen...

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Schon beim Fahrzeugkauf bestimmen Sie die Betriebskosten

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Wenn Sie sich einmal die Mühe machen, Ihre Fahrzeugkosten genau zu analysieren, werden Sie schnell feststellen, dass der Anschaffungspreis eines Fahrzeugs oft nur einen Bruchteil der Gesamtkosten bezogen auf die Laufzeit ausmacht.

Das gilt insbesondere dann, wenn beispielsweise die Treibstoffkosten nur noch eine Richtung kennen: nach oben. Doch mit ein wenig Aufmerksamkeit können Sie ebendiese Betriebskosten schon beim Kauf und auch im täglichen Betrieb nachhaltig positiv beeinflussen.

Treibstoffkosten machen einen erheblichen Anteil der Betriebskosten eines Fuhrparks aus egal, ob es sich dabei um Lastfahrzeuge, Kleintransporter oder Pkws handelt. Wenn Sie also diese Betriebskosten senken wollen, heißt die Devise: Sprit sparen! Das können Ihre Fahrer recht einfach durch eine moderate Fahrweise erreichen. Schon ein Minderverbrauch von 5 l/100 km summiert sich bei einem Sattelzug zu einem immensen Betrag.

Aber auch andere Einflussgrößen bewirken zum Teil einen erheblichen Mehroder Minderverbrauch eines Fahrzeugs. So tragen beispielsweise zu locker verzurrte Aufbauplanen oder auch eine falsch eingestellte Spur zu einem merklichen Mehrverbrauch bei.

Vielen Fahrern und auch Fahrzeugverantwortlichen ist jedoch oft nicht klar, welche Einflussgrößen für welchen Mehr- oder Minderverbrauch verantwortlich sind. Inzwischen existieren eine Reihe von Studien und Untersuchungen, die genau dies zum Inhalt haben. So hat beispielsweise eine Studie, die der Fahrzeughersteller MAN zusammen mit der Spedition Schenker vor geraumer Zeit durchgeführt hat, genau gezeigt, welche Einf lussgrößen wirklich relevant sind.

Dabei sind einige Erkenntnisse sicherlich nicht neu, aber viele Punkte zeigen sehr schön auf, worauf Sie als Fahrzeugbetreiber schon beim Fahrzeugkauf und auch im täglichen Betrieb achten sollten.

So steigert beispielsweise eine Fahrgeschwindigkeit von 90 km/h statt 80 km/h den Dieselverbrauch bei einem Lastzug nur um moderate 2,6 Liter auf 100 km, während eine Fahrt durch die Stadt statt der Umfahrung über die Autobahn mit satten 33 Litern Mehrverbrauch zu Buche schlägt. Da können sich sogar weitere Umwege schnell lohnen.

Nebenbei sollte neben der reinen Kilometerbetrachtung auch immer der Zeitfaktor mitberücksichtigt werden. So kann sich etwa eine Stadtdurchfahrt schnell als Zeitfresser herausstellen. Die Umfahrung auf der Autobahn mag zwar kilometermäßig länger sein und Mautkosten generieren, aber der Fahrer bekommt nun mal seine Fahrzeit vergütet, und die verursacht dann schnell höhere Kosten, wenn er im Stadtverkehr mehr steht als fährt.

Aber auch eine ganze Reihe anderer Einflussgrößen bestimmen die Betriebskosten erheblich.

Mit geschicktem Reifenmanagement sparen Sie richtig

Mit einem klugen Reifenmanagement können Sie beispielsweise gut 3,5 Liter auf 100 km sparen. Denn ein nachgeschnittenes Reifenprofil bringt in der Regel eine Dieseleinsparung von gut 1,3 Litern, während Neureifen mit ihrem vollen Profil gegenüber einem eingefahrenen Reifen einen Mehrverbrauch von etwa 2,2 l/100 km verursachen.

Hierin liegt damit ein wesentlich größeres Einsparpotenzial als beim Einsatz von Energiesparreifen, die nur mit einem Minderverbrauch von 0,2 Litern zu Buche schlagen.

Tipp: Wenn Sie Reifen mit einem abgefahrenen Profil nicht gleich gegen Neureifen austauschen, sondern das Profil nachschneiden lassen, können Sie richtig Geld sparen. Erstens müssen Sie keine neuen Reifen bezahlen, und zweitens steigt die Laufleistung der Altpneus. Voraussetzung ist allerdings, dass die alten Reifen noch genügend Laufflächendicke haben und auch ansonsten in einem guten Zustand sind.

Überraschend ist sicherlich auch die Tatsache, dass Breit- und Niederquerschnittsreifen keinen Mehrverbrauch nach sich ziehen, sondern bis zu 1 Liter Sprit auf 100 km einsparen

Die Gestaltung von Aufbau und Fahrerhaus beeinflusst den Treibstoffverbrauch

Es ist eine Binsenweisheit: Große Fahrzeuge brauchen mehr Treibstoff als kleinere. Ist beispielsweise das Fahrzeug nur 3 statt 4 m hoch, so ergibt das einen Minderverbrauch von deutlich mehr als 3 Litern pro 100 km. Es lohnt es sich also, bei der Fahrzeugeinsatzplanung darauf zu achten, welcher Zug für welche Waren eingesetzt wird.

Oft gesehene Anbauteile treiben den Spritverbrauch ebenfalls unnötig nach oben. So sind zum Beispiel zusätzliche Dachscheinwerfer für gut 0,8 Liter Mehrverbrauch verantwortlich, zusätzliche Drucklufthörner auf dem Dach bescheren Ihnen weitere 0,2 Liter Diesel auf 100 km. Wenn ein solches Fahrzeug bei Ihnen im Laufe seiner Dienstzeit 300.000 km auf dem Tacho hat, kosten Sie diese oft verzichtbaren Anbauten alles in allem gut und gerne 3.000 Liter Sprit. Rechnen Sie das einmal auf die Anzahl der von Ihnen betriebenen Fahrzeuge hoch …

Zusatzausstattungen können aber auch einen erheblichen Spareffekt nach sich ziehen. Seitenverkleidungen von Fahrzeug und Hänger bzw. Auflieger bringen schnell einen Minderverbrauch von gut 1 Liter. Allerdings gilt es, bei der Montage aufzupassen: Falsch eingestellte Dachspoiler verursachen nämlich einen erheblichen Mehrverbrauch.

Tipp: Mancher Fahrer mag es kaum glauben, doch offene Aufbauten und nicht richtig verzurrte Planen schlagen mit einem um 5 l/100 km erhöhten Verbrauch zu Buche. Halten Sie Ihre Fahrer also dazu, an sich die Mühe zu machen, die Planen richtig festzuzurren.

Falsche Fahrgestell-Geometrie frisst richtig Sprit

Mehrverbrauch lauert auch beim Fahrgestell. Besonders gemein ist hierbei, dass man das nicht immer gleich bemerkt. So kann Sie eine falsch justierte Spur fast 6 Liter mehr Diesel auf 100 km kosten. Dass die Spur falsch eingestellt ist, bemerken Sie aber meistens erst nach mehreren zehntausend Kilometern, und zwar daran, dass die Reifen einseitig abgefahren sind. Gleiches gilt für den Schräglauf, hier kommen Sie aber mit etwa 1,7 l/100 km noch vergleichsweise günstig davon. Auch auf die Dichtheit der Luftfederanlage sollten Sie achten. Denn muss der Kompressor ständig nachpumpen, kostet das bis zu 0,6 Liter Diesel.

Kaum beachtet: Nebenverbraucher sind Treibstofffresser

Auch andere Dinge, wie beispielsweise Klimaanlagen und das Tagfahrlicht, brauchen Energie und treiben den Dieselverbrauch nach oben. Wie stark sie das tun, entnehmen Sie unserer großen Übersichtstabelle, die Sie übrigens auch auf unserer Internetseite herunterladen können

Falscher Luftdruck kostet Sie bares Geld

Haben Sie als Fahrzeugverantwortlicher schon einmal geprüft, wie es bei Ihren Fahrzeugen um den Reifendruck steht? Wenn nicht, sollten Sie das schleunigst tun, denn sonst zahlen Sie kräftig drauf. Ein großer Reifenhersteller hat im Rahmen einer Sicherheitskampagne Autofahrer stichprobenartig danach befragt, wie oft sie den Reifendruck ihrer Fahrzeuge überprüfen. Hierbei zeigte sich, dass mehr als 40 % der Befragten den Druck seit mehr als einem Monat nicht mehr kontrolliert haben.

Eine anschließende Überprüfung der Fahrzeuge ergab ein geradezu dramatisches Ergebnis: Nur 6,5 % aller Fahrzeuge hatten einen korrekten Reifendruck! Schon ein um 0,2 bar zu niedriger Luftdruck zieht einen erhöhten Treibstoffverbrauch von etwa 1 % nach sich. Bei den Überprüfungen des besagten Reifenherstellers zeigte sich, dass etwa 40 % der Fahrzeuge einen Luftdruck aufwiesen, der den Spritverbrauch um satte 2,9 % nach oben trieb. Für unsere Beispielrechnungen gehen wir von einem Durchschnittsverbrauch von 9 Litern auf 100 km bei korrektem Luftdruck aus.

Auf 100 km ergeben sich also gut 0,26 Liter Mehrverbrauch. Fährt ein Fahrzeug pro Jahr 25.000 km, ergibt sich ein Mehrverbrauch von etwa 65 Litern. Das verursacht bei einem Preis von 1,60 Euro pro Liter also 104,40 Euro. In der Tabelle finden Sie einige weitere Beispielwerte.

Sie sehen also: Selbst wenn nur die Hälfte Ihrer Fahrzeuge mit zu geringem Reifendruck unterwegs ist, ergeben sich beträchtliche Summen.

Zu diesen Kosten müssen Sie außerdem noch die Kosten für den wesentlich größeren Reifenverschleiß hinzuzählen. Übrigens können gerade bei Lastwagen die Mehrverbrauchswerte bei falschem Luftdruck noch viel höher ausfallen.

Tipp: Verpflichten Sie alle Fahrer in einer Betriebsanweisung dazu, den Reifendruck mindestens einmal im Monat zu überprüfen und das entsprechend zu dokumentieren. Warten Sie Ihre Fahrzeuge in einer eigenen Werkstatt, sollten Sie die dort beschäftigten Mitarbeiter anweisen, dem vorgeschriebenen Luftdruck besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

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