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Sicherheit: Diese Regeln gelten für Sie als Logistikleiter bei der Gasflaschenlagerung

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In vielen Firmengebäuden werden auch Gasflaschen gelagert. Dabei müssen Sie nach der Betriebssicherheitsverordnung auch schon bei geringen Mengen umfassende Regeln beachten. Bisher galt hier die Technische Regel (TRBS) 280, die allerdings bald durch die TRBS 3145 abgelöst werden soll. Das Problem dabei ist nur, dass dieses neue Regelwerk bisher nirgendwo veröffentlicht wurde, obwohl es bereits im Oktober 2007 vom Ausschuss für Betriebssicherheit (ABS) erarbeitet wurde. Deshalb hat Uwe E. Wirth, Chefredakteur des Informationsdienstes LogistikManager, hier die wichtigsten Aspekte der neuen Verordnung für Sie zusammengetragen.

Gasflaschenlagerung Die neue TRBS 3145 gilt für die Errichtung und den Betrieb von kleinen Gaslagern bis 50 Flaschen, in denen inerte, brandfördernde und brennbare Gase wie Argon, Sauerstoff, Acetylen oder Propan gelagert werden. Dabei müssen Sie wissen, dass diese Regel nicht nur befüllte, sondern auch entleerte Flaschen berührt.

Grundsätzlich gelten hierbei folgende 12 Regeln:

  1. Sie müssen Ihr Lagerpersonal regelmäßig im Umgang mit Gasflaschen sowie in den Betriebsanweisungen gemäß § 14 Gefahrstoffverordnung (GefahrstoffV) unterweisen.
  2. Sie müssen eine ordentliche Gefährdungsbeurteilung durchführen.
  3. Sie müssen das Lager mit einem Schild versehen, das Unbefugten das Zugangsverbot deutlich anzeigt.
  4. Sie müssen sicherstellen, dass Fahrzeuge die gelagerten Flaschen nicht gefährden können. Das kann zum Beispiel durch einen Anfahrschutz geschehen.
  5. Die Gasflaschen müssen auf ebenem Boden sicher stehen und sind gegen Umfallen zu sichern.
  6. Für das Hantieren mit den Flaschen muss ausreichend Platz vorhanden sein.
  7. Die Ventile der Flaschen müssen immer dicht geschlossen sein und sind mit Flaschenkappen oder Cage zu schützen.
  8. Zu Wärmequellen und Heizungen ist ein Sicherheitsabstand von mindestens 50 cm einzuhalten.
  9. In der Nähe des Lagers müssen immer mindestens ein Feuerlöscher und ein Telefon angebracht sein.
  10. Gasflaschen dürfen niemals in kritischen Bereichen wie Treppenhäusern, Fluren, Rettungswegen, Garagen, Durchgängen und Durchfahrten abgestellt und gelagert werden.
  11. Druckgasflaschen mit brennbaren Gasen in flüssiger Form sollten immer stehend gelagert werden.
  12. Das Umfüllen und auch Reparaturarbeiten an Gasflaschen dürfen in Lagern niemals durchgeführt werden.

Auch bei Freilagern gilt die TRBS 3145

Als Lager im Freien gelten hierbei alle Lager, die mindestens nach 2 Seiten offen sind, wenn die Tiefe des Lagers von der offenen Seite aus gemessen nicht größer als die Höhe der offenen Seite ist.

Dabei gilt eine Seite immer auch dann als offen, wenn sie mit einem Drahtgitter oder Ähnlichem abgetrennt ist.

Achtung: Bei Lagern im Freien ist ein Schutzabstand von mindestens 5 Metern zu benachbarten Anlagen einzuhalten, wenn von diesen Anlagen eine Gefahr ausgehen kann. Das ist immer dann der Fall, wenn hier brennbare Gegenstände gelagert werden. Alternativ kann hier auch eine mindestens 2 Meter hohe Mauer vorgesehen werden.

Generelle Anforderungen der TRBS 3145 an Gaslagerräume

Als geschlossene Lagerräume gelten alle geschlossenen Räume, die nicht mehr als eine offene Wand haben.

Hier gelten folgende 7 Regeln:

  1. Alle Wände angrenzender Gebäude müssen mindestens feuerhemmend ausgeführt sein. Die Dächer müssen darüber hinaus auch widerstandsfähig gegen Funkenflug und Wärmestrahlung sein.
  2. Der Fußboden muss schwer entflammbar sein und einen sicheren Stand der Flaschen gewährleisten.
  3. In Gaslagern dürfen sich keine Gruben, Kanäle oder Abflüsse zu Kanälen ohne Flüssigkeitsabschluss befinden.
  4. Auch dürfen sich hier keine Reinigungsöffnungen von Schornsteinen befinden.
  5. Sie müssen sicherstellen, dass die Lagerräume ausreichend belüftet sind. Dabei muss die Lüftungsöffnung mindestens 1 % der Bodenfläche betragen.
  6. In Gaslagern dürfen keine anderen brennbaren Stoffe gelagert werden. Tipp: Befindet sich zwischen den Flaschen und anderen brennbaren Stoffen eine mindestens 2 Meter hohe Schutzmauer, dann gilt obige Regel nicht.
  7. Werden in dem Gaslager mehr als 25 Flaschen gelagert, dürfen sich über dem Lager keine Räume befinden, in denen sich Personen dauernd aufhalten.

Sondervorschriften bei der Lagerung von brennbaren Gasen

  • Werden in Ihrem Gaslager auch brennbare Gase gelagert, müssen Sie Folgendes sicherstellen:
  • Wenn die Wände Ihres Lagers an einen öffentlichen Verkehrsweg angrenzen, dürfen sie bis zu einer Höhe von mindestens 2 Metern keine Türen oder Fenster aufweisen. Türen sind nur erlaubt, wenn sie selbstschließend und feuerhemmend sind.
  • Zwischen Flaschen, die brandfördernde Gase wie Sauerstoff, und Flaschen, die brennbare Gase (beispielsweise Propan oder Butan) enthalten, muss ein Sicherheitsabstand von mindestens 2 Metern liegen.

So stellen Sie mögliche Gefährdungen fest

Die Regel schreibt darüber hinaus vor, dass Sie Orte mit Gefährdungspotenzial feststellen. Das sind Orte, an denen gefährliche Gaskonzentrationen durch betriebsbedingte Umstände auftreten
können.

Solche betriebsbedingten Umstände liegen beispielsweise auch vor, wenn Leitungsverbindungen hergestellt oder gelöst werden.

Hier müssen Sie folgende 5 Maßnahmen ergreifen:

  1. An solchen Orten müssen sich Warnschilder befinden, die auf die Gefährdung hinweisen.
  2. In diesen Bereichen dürfen sich keine Zündquellen befinden. Das gilt zum Beispiel auch für ungesicherte Lichtschalter.
  3. Es dürfen nur Fahrzeuge unterwegs sein, die zum Lagerbetrieb notwendig sind.
  4. Alle elektrischen Einrichtungen müssen ex-geschützt nach Zone 2 sein.
  5. Der Gefährdungsbereich darf sich nicht auf Nachbargebäude oder öffentliche Verkehrsstrecken erstrecken.

Sondervorschriften bei geschlossenen Lagern

Als besonders gefährdet gilt es, wenn sich über Flaschen und Fässern mit leichten Gasen weniger als 2 Meter lichte Höhe befinden. Bei Gasen, die schwerer als Luft sind, liegt die Grenze bei einem Meter. Auch wenn der lichte Radius um die Flaschen und Fässer weniger als 2 Meter beträgt, liegt eine besondere Gefährdung vor, bei Fässern erstreckt sich dieser Radius auf 3 Meter. Gleiches gilt bei Lagern unter 20 Quadratmetern.

Hier sind immer folgende 2 Maßnahmen zu ergreifen:

  1. Es müssen Ex-Warnschilder angebracht werden.
  2. Es dürfen sich in diesen Räumen keine Gruben, Kanäle ohne Flüssigkeitsverschluss, Kellerzugänge oder sonstigen Öffnungen zu Kellerräumen und auch keine Reinigungsöffnungen zu Schornsteinen befinden
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