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Die Vorschriften der Fahrpersonalordnung – insbesondere die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten – haben schon so manchen Fahrzeugverantwortlichen...

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So verhindern Sie die unberechtigte Fahrzeugnutzung

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§ 21 Abs. 1 Straßenverkehrsordnung (StVO) spricht eine klare Sprache: Mit bis zu 1 Jahr Freiheitsstrafe müssen Sie als Fahrzeugverantwortlicher rechnen, wenn Sie zulassen, dass jemand ohne die erforderliche Fahrerlaubnis ein Fahrzeug aus Ihrem Verantwortungsbereich fährt. Wie Sie auf Nummer sicher gehen, zeigt Ihnen der „LogistikManager” heute.

Mit der Führerscheinüberprüfung alleine - mehr dazu erfahren Sie in einem neuen Beitrag, den Sie in Kürze hier lesen - haben Sie § 21 StVO noch nicht genügend Rechnung getragen, denn Sie müssen wirkungsvoll verhindern, dass ein Nichtberechtigter in ein Fahrzeug aus Ihrem Verantwortungsbereich steigt und losfährt.

Sollte dies bei Ihnen nämlich geschehen, und der Richter erfährt vom berüchtigten Schlüsselbrett, an dem alle Fahrzeugschlüssel für jeden zugänglich hängen, werden Sie bei ihm sicherlich wenig Verständnis finden.

Gefährlich: Öffentlich zugängliches Schlüsselbrett im Fuhrpark

Ein solches öffentlich zugängliches Schlüsselbrett ist also keine gute Idee. Bewahren Sie Schlüssel und Fahrzeugpapiere immer so auf, dass kein Unberechtigter an sie gelangen kann.

Auch wenn sich dieses Schlüsselbrett in einem abschließbaren Büro befindet, wird Ihnen vor Gericht zweifellos Fahrlässigkeit unterstellt werden, wenn ein Mitarbeiter sich den Schlüssel mopsen und einfach losfahren kann, während Sie etwa telefonieren.

Auf die Fahrzeugschlüssel müssen Sie besonders aufpassen

Halten Sie Schlüssel und Fahrzeugpapiere immer unter Verschluss. Sie dürfen sie nur herausgeben, wenn Sie sich davon überzeugt haben, dass der Mitarbeiter die richtige Fahrerlaubnis besitzt und auch fahrfähig ist.

Tipp: Lassen Sie sich bei jeder Fahrzeugübergabe den Führerschein zeigen. Prüfen Sie, ob dieser zum Führen des betreffenden Fahrzeugs berechtigt, und halten Sie diese Überprüfung immer schriftlich fest.

Fahrzeugpapiere und Schlüssel gehören unter Verschluss

Zur sicheren Aufbewahrung eignen sich mehrere Methoden:

  • Bei einem übersichtlichen Fahrzeugpool können Sie Schlüssel und Papiere in einer abschließbaren Kassette aufbewahren.
  • Als Alternative genügt es auch, wenn Sie als Aufbewahrungsort eine Schreibtischschublade wählen. Aber auch hier gilt: Sie muss abschließbar sein!
  • Bei mittleren und größeren Pools kommen Sie damit nicht mehr aus. Ziehen Sie hier die Anschaffung eines abschließbaren Schranks in Erwägung. Diese gibt es mit Haken oder Fächern.
  • Bei größeren Fuhrparks, in denen Fahrzeuge auch außerhalb der üblichen Geschäftszeiten ausgegeben und zurückgenommen werden müssen, bieten sich automatisierte Ausgabesysteme an. Hier gibt zum Beispiel ein Automat Schlüssel und Papiere frei, nachdem sich der berechtigte Mitarbeiter durch eine Codenummer oder eine Magnetkarte ausgewiesen hat.

Tipp: Fahrzeugpapiere gehören nicht ins Fahrzeug. In vielen Fuhrparks werden die Fahrzeugpapiere einfach im Handschuhfach oder hinter der Sonnenblende aufbewahrt. Gut für einen etwaigen Dieb: Gerät er nämlich dummerweise in eine Routinekontrolle der Polizei, sind seine Chancen, hier nicht aufzufallen – er kann ja die Papiere vorzeigen –, recht gut.

Gleiches gilt, wenn er das Fahrzeug ins Ausland verbringen will. Fragt der Zollbeamte nach den Papieren, kann er sie elegant zücken und darf anschließend meistens ohne weitere Überprüfung die Grenze passieren. Wenn Sie den Diebstahl später Ihrer Versicherung melden und diese erfährt vom laschen Umgang mit den Papieren in Ihrem Unternehmen, können Sie sich auf Schwierigkeiten bei der Schadenregulierung einrichten.

Dokumentieren Sie Ausgabe und Rücknahme stets schriftlich

Halten Sie immer penibel schriftlich fest, wann Sie ein Fahrzeug an welchen Mitarbeiter ausgegeben haben und wann es wieder an Sie zurückgegeben wurde. Lassen Sie sich die Fahrzeugübernahme außerdem immer vom Fahrer gegenzeichnen. So können Sie bei eventuellen Fahrernachfragen stets zweifelsfrei feststellen, wem ein eventuelles Verkehrsvergehen zuzuordnen ist. Können Sie das nicht mit einem solchen Dokument beweisen, sind Sie voll in der Verantwortung und zahlen Bußgeld aus eigener Tasche. Auch eventuelle Punkte in Flensburg gehen dann schnell auf Ihr persönliches Konto.

Tipp: Verwenden Sie ein automatisches Ausgabesystem, sollte dies grundsätzlich festhalten, wann ein Fahrzeug an wen ausgegeben wurde.

Lassen Sie bei Poolfahrzeugen immer ein Fahrtenbuch führen

Ein sorgfältig geführtes Fahrtenbuch kann Ihnen helfen, den Fahrer zum Zeitpunkt einer Verkehrsübertretung dingfest zu machen. Insbesondere wenn mehrere Personen gemeinsam mit einem Fahrzeug unterwegs sind und sich gegenseitig beim Fahren abwechseln, sollte ein Fahrtenbuch zwingend sein. Prüfen Sie in einem solchen Fall bei der Fahrzeugübergabe aber immer die Führerscheine aller Mitarbeiter, die auf der Reise fahren, und weisen Sie darauf hin, dass jeder Fahrerwechsel mit Datum, Uhrzeit und gefahrener Strecke genauestens im Fahrtenbuch zu dokumentieren ist.

Das sollten Sie zu Ihrer Sicherheit grundsätzlich schriftlich tun und sich den Hinweis auf diese Dokumentationspf licht per Unterschrift bei der Fahrzeugübergabe bestätigen lassen.

Wenn Sie diese Tipps beachten, können Sie Bußgeldverfahren und Fahrernachfragen von Behörden beruhigt entgegensehen.

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