Gratis-Download

Die Vorschriften der Fahrpersonalordnung – insbesondere die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten – haben schon so manchen Fahrzeugverantwortlichen...

Jetzt downloaden

Unfallhaftung in der Logistik: Fatale Folgen des Nachtrunks

0 Beurteilungen

Von dgx,

Kommt es mit einem Ihrer Firmenfahrzeuge zu einem Versicherungsfall, kann es schnell passieren, dass Ihre Assekuranz die Regelung des Schadens verweigert. Wird daraus dann ein Rechtsstreit, urteilen die Gerichte - anders als in der Vergangenheit - zunehmend im Sinne der Versicherungsunternehmen.

Sie und Ihre Fahrer sollten indes die aktuellen Gerichtsurteile kennen, um sich vor teuren Fehlern zu schützen, meint Uwe E.Wirt, Chefredakteur des LogistikManager. So ist es beispielsweise keine gute Idee, wenn der Fahrer sich nach einem Unfall einen alkoholhaltigen "Beruhigungstrunk" einverleibt, das zeigt ein Urteil des Kammergerichts (KG) Berlin.
Das gilt auch dann, wenn es sich nachweislich um einen sogenannten Nachtrunk handelt. Im verhandelten Fall hatte ein Fahrer sein Leasing-Fahrzeug gegen eine Ampel gesteuert, wodurch nicht nur der Wagen, sondern auch die Lichtzeichenanlage erheblich beschädigt wurde. Der Mann am Steuer war nach Ansicht der Polizei zum Unfallzeitpunkt betrunken.
Er selbst hingegen gab an, er habe nur kurz nach dem Missgeschick einen Schluck zur Nervenberuhigung zu sich genommen. Die Fahrzeugversicherung verweigerte daraufhin die Regulierung des Schadens.

Versicherungen können bei alkoholisierten Fahrern die Schadenregulierung verweigern

Mit dieser Entscheidung der Versicherung war der Fahrer verständlicherweise nicht einverstanden und zog vor Gericht. Allerdings musste er hier eine komplette Niederlage erleben, denn die Richter ließen sich erst gar nicht darauf ein, überhaupt zu klären, ob der polizeilich und ärztlich nachgewiesene Alkoholpegel des Fahrers vor oder nach dem Unfall angetrunken worden war.
Das führten sie in ihrer Urteilsbegründung eindrücklich aus: Der Unfallverursacher hat in ihren Augen nämlich zweifellos seine Obliegenheiten gegenüber dem Versicherer verletzt, weil er sich auch durch den von ihm behaupteten „Nachtrunk“ dem Vorwurf ausgesetzt sehen musste, eine Feststellung des Grades seiner Voralkoholisierung zumindest grob fahrlässig vereitelt zu haben.
Damit ist die Versicherung aus Sicht des Gerichts, selbst wenn der Mann nicht betrunken am Steuer gesessen haben sollte, in jedem Fall leistungsfrei. (KG Berlin, Urteil vom 26.10.2010, Az. 6 U 209/09)
Achtung: Kein Alkoholkonsum nach Unfällen!!
Nach diesem Urteil sollte es jeder Fahrer tunlichst vermeiden, nach einem Unfall Alkohol zu sich zu nehmen, da - anders als in der Vergangenheit üblich - gar nicht mehr geprüft werden muss, ob der Fahrer schon vor dem Unfall betrunken war. Dieses Urteil hat übrigens nicht nur versicherungstechnische Aspekte, auch dürfte der betroffene Fahrer seinen Führerschein auf längere Sicht verlieren und strafrechtliche Konsequenzen zu erwarten haben.
Sollte der Fahrer wirklich ein starkes Bedürfnis haben, sich ein "Beruhigungsbier" oder Ähnliches zu genehmigen, sollte er grundsätzlich warten, bis die Polizei den Schaden aufgenommen hat, beziehungsweise eine Blutentnahme durchgeführt wurde. Und sich danach auch nicht mehr hinters Steuer setzen.

Logistik & Export aktuell

Praxis-Informationen für Logistiker und exportierende Unternehmen zu Lagerverwaltung, Exportkontrolle, Haftung, zum richtigen Umgang mit Ihrem Personal und zur Senkung von Treibstoffkosten.

Datenschutz

Anzeige

Produktempfehlungen

Bewährtes Praxis-Knowhow für Logistikprofis

Verantwortung übernehmen | Betriebskosten senken | Sicherheit schaffen

Nutzen Sie jetzt die besten Praxistipps für Ihren Erfolg in der Transport- und Logistikwelt.

Bewährtes Praxis-Knowhow für Logistikprofis

Verantwortung übernehmen | Betriebskosten senken | Sicherheit schaffen