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Warenbestandsreduzierung: So wird Ihre Logistik krisenfest

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Die andauernde Eurokrise geht auch an der Logistik nicht spurlos vorbei. Es gilt, auch die letzten Optimierungsschätze Ihres Materialflusses zu heben. Der Fachinformationsdienst „LogistikManager” gibt Tipps, wie Sie das schaffen.

Ein guter Ansatzpunkt ist, die existierenden Lagerbestände genauer unter die Lupe zu nehmen. Denn sie binden Kapital. Zu geringe Bestände können jedoch fatal sein – wenn Sie bei überraschenden Bestellungen nicht lieferfähig sind und sich Ihr Kunde in Richtung anderer Lieferanten verabschiedet.

Doch mit ein bisschen Systematik können Sie gerade hier optimieren, ohne Ihre Lieferfähigkeit aufs Spiel zu setzen. Berücksichtigen Sie beim Thema Bestandsreduzierung und der damit einhergehenden Reduzierung der Kapitalbindung grundsätzlich 3 Punkte, wenn Sie Ihre Lieferfähigkeit aufrechterhalten wollen:

  1. Prüfen Sie, ob Sie bei einer Bestandsreduzierung Ihre Lieferfähigkeit auch bei größeren Nachfragen sicherstellen können.
  2. Berücksichtigen Sie bei Optimierungen immer die Wünsche und Vorstellungen der von Ihnen bedienten Abteilungen – wie beispielsweise der Produktion.
  3. Legen Sie gemeinsam mit dem Verkauf und der Produktion fest, welche Artikel in welcher Anzahl permanent vorzuhalten sind.

Unterliegen Sie dabei nie der Versuchung, die Bestände und die Lieferfähigkeit der einzelnen Waren, Rohstoffe sowie Produktionsmaterialien isoliert voneinander zu betrachten und zu beurteilen. Achtung: Eine tragfähige Bestandsreduzierung erreichen Sie nur, wenn Sie Ihre Bestände entlang der gesamten Logistikkette, also vom Rohmaterial bis hin zum fertigen Produkt, betrachten. Berücksichtigen Sie dabei unbedingt auch externe Lieferanten. Wenn Sie es nämlich geschickt anstellen, können Sie Ihre Lagerbestände nicht nur deutlich reduzieren, sondern sogar die Lieferfähigkeit Ihres Unternehmens nachhaltig verbessern.

Optimierung: Arbeiten Sie mit allen beteiligten Abteilungen eng zusammen

Analysieren Sie zunächst, welche Abteilungen Ihre Logistik mit Waren versorgt beziehungsweise von welchen Stellen Sie Ware oder Rohstoffe beziehen. Stellen Sie darüber hinaus fest, von welchen Abteilungen Sie Waren und Produkte zur Auslieferung erhalten. Arbeiten Sie hierbei immer sehr genau, denn wenn Sie hier eine Stelle übersehen, wird die Optimierung niemals richtig funktionieren.

Bilden Sie dann mit Vertretern dieser Unternehmensteile und Lieferanten Ihre Bestandsoptimierungs-Crew. Achtung: In diese Crew gehören selbstverständlich auch Vertreter des Verkaufs- und Einkaufsteams. Diese Gruppen wissen nämlich am besten darüber Bescheid, wie es um saisonale Schwankungen beim Wareneinkauf beziehungsweise der Produktnachfrage bestellt ist.

Auch die Disposition muss immer in der Arbeitsgruppe vertreten sein, denn dort laufen viele Fäden in der Logistikkette zusammen.

Tipp: Arbeiten Sie intensiv und eng mit einer begrenzten Anzahl von Lieferanten zusammen, kann es sinnvoll sein, auch diese mit in das Team aufzunehmen. Allerdings müssen Ihre Partner bereit sein, für vollkommene Transparenz zu sorgen. Ist dies nicht der Fall, überlegen Sie sich, ob der betreffende Partner der richtige für Ihr Unternehmen ist.

Zusammen mit der Bestandsoptimierungs-Crew gehen Sie nun im nächsten Schritt diese 5 Aufgaben an:

  1. Prüfen Sie als Erstes alle Dispositionsparameter sowie das Bestellverhalten der einzelnen Disponenten. Gerade beim letzten Punkt wird durch das unterschiedliche Verhalten und unterschiedliche Arbeitsweisen der hier Beschäftigten oft viel Optimierungspotenzial verschenkt.
  2. Danach betrachten Sie Ihre Bestandsentwicklung der letzten 2 bis 6 Jahre. Unterscheiden Sie hierbei immer die einzelnen Warengattungen wie Grundproduktionsmaterialien, Halbfabrikate und Fertigprodukte. Halten Sie die Ergebnisse dieser Betrachtung für jede Warengruppe fest und vermerken Sie ihre Abhängigkeiten untereinander.
  3. Nach diesen Schritten sehen Sie sehr schnell, wo und wie Sie mit relativ einfachen Sofortmaßnahmen schon nennenswerte Optimierungen erreichen können. Die Schlagworte heißen hier: Konsignationslager, Ausdünnung des Lagerprogramms und geschickte Nutzung von Abrufaufträgen.Tipp: Gerade hier zeigt sich, dass es absolut notwendig ist, alle an der Logistikkette beteiligten Personen und Abteilungen einzubinden.
  4. Nachdem Sie diese Sofort-Optimierungen umgesetzt haben, forschen Sie nach versteckten Bestandspotenzialen. Berücksichtigen Sie dabei grundsätzlich alle Teile und Waren, die im Materialfluss Ihres Unternehmens vorhanden sind – denn nicht immer sind diese offensichtlich, beispielsweise kleinere Zwischenlager, die im Verantwortungsbereich der Produktion liegen.
  5. Haben Sie auch diese sogenannten versteckten Bestandspotenziale aufgedeckt, gilt es, aus allen gewonnenen Erkenntnissen ein Bestandscontrolling zu entwickeln, das alle diese Parameter entsprechend berücksichtigt. Verstehen Sie dieses aber nie als eine einmalige Aktion – es muss zum integralen Bestandteil Ihrer zukünftigen Logistikkette werden. Ein Materialfluss ist nämlich niemals eine statische Angelegenheit: Er verändert sich permanent, weil sich beispielsweise saisonale Verschiebungen, neue Produkte oder Nachfrageverschiebungen bei den einzelnen Waren und Produkten ergeben. Nur wenn Sie Ihr Controlling anhaltend betreiben, können Sie auch permanent reagieren und steuernd eingreifen.

Optimierungsschritte: Behalten Sie diese Punkte immer im Auge

Optimale Ergebnisse bei der Lagerbestandsreduzierung erreichen Sie nur, wenn Sie diese 4 Punkte beachten:

  1. Sorgen Sie für absolute Transparenz. Wenn Sie ein PPS-System betreiben, verlassen Sie sich nicht auf die leicht aus dem System zu erhaltenden Listen zur Stichtagsbetrachtung, denn sie reichen nicht aus, um die Prozesse einer Materialwirtschaft sicher zu beurteilen. Sie sollten deshalb immer alle Teilprozesse wie die Bestellung, den Wareneingang, die jeweiligen Lagerzu- und -abgänge sowie die geplanten Veränderungen dieser Parameter in ihren jeweiligen Wirkungszusammenhängen untersuchen und darstellen.
  2. Bekommen Sie die Variantenvielfalt in den Griff. In vielen Unternehmen führt eine hohe Produktvielfalt zu relativ hohen Beständen. Untersuchen Sie zusammen mit dem Verkauf, der Entwicklung und auch der Produktion genau, ob der Markt diese Variantenvielfalt wirklich fordert.
  3. Legen Sie bei allen Materialien verbindliche Standards fest. Eine gewisse Variantenvielfalt werden Sie immer haben. Aber mit ein paar Maßnahmen bekommen Sie auch hier eine deutliche Reduzierung zustande: Versuchen Sie, die Zahl der Rohmaterialien zu begrenzen. In vielen Unternehmen wird hier bares Geld verschenkt, da für ähnliche Produkte unterschiedliche Roh- und Halbprodukte vorgehalten werden. Falls ein Kunde auf Materialien besteht, die Sie nicht als Standard definiert haben, so versuchen Sie, eine Mindestabnahmemenge mit ihm zu vereinbaren.
  4. Binden Sie Ihre Lieferanten eng in Ihre Materialflusssteuerung ein. Geringere Bestände an Rohmaterialien bedeuten immer auch eine Erhöhung der Bestellfrequenz. Besprechen und vereinbaren Sie daher mit Ihren Lieferanten geänderte Dispositionsintervalle und Konsignationsverträge
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