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Warum Sie Arbeitszeugnisse zeitnah ausstellen sollten (Teil 1)

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Verlässt ein Mitarbeiter das Unternehmen, hat er Anspruch auf ein ordentliches Arbeitszeugnis. Das müssen Sie ihm möglichst zeitnah ausstellen, wenn Sie keinen Ärger bekommen wollen. Doch nicht immer kann ein Ex-Mitarbeiter Schadenersatz geltend machen, wenn sich die Ausstellung verzögert.

Hintergrund: Gerade das Arbeitszeugnisrecht beschäftigt die Arbeitsgerichte immer wieder. Denn vielen Verantwortlichen ist beispielsweise nicht klar, was eine verspätete Zeugnisausstellung für Konsequenzen haben kann.

Dies kann im Einzelfall sogar bedeuten, dass Sie einem ehemaligen Mitarbeiter Schadenersatz zahlen müssen, wenn er durch ein zu spät ausgestelltes Zeugnis eine Stelle bei einem neuen Arbeitgeber nicht bekommt.

Wie schwierig solche Fälle manchmal zu beurteilen sind, zeigt der nachfolgende Praxisfall:

Hier war ein Außendienstler über 7 Jahre bei einem Unternehmen beschäftigt und wurde von diesem ordnungsgemäß gekündigt. Damit war der Gekündigte nicht einverstanden, es kam im August 2007 zu einem Beendigungsvergleich.

In diesem Vergleich verpflichtete sich der Arbeitgeber, dem ehemaligen Mitarbeiter sofort ein qualifiziertes Zwischenzeugnis sowie bei der endgültigen Beendigung des Arbeitsverhältnisses ein ordentliches endgültiges Arbeitzeugnis auszustellen.

Dem kam der ehemalige Arbeitgeber auch umgehend nach: Er schickte dem (noch angestellten) Gekündigten das Zwischenzeugnis per Post zu. Da der Empfänger mit einigen Formulierungen nicht einverstanden war, übermittelte er seinem Ex-Arbeitgeber seine Änderungswünsche und forderte ihn auf, ihm mit der neuen Fassung auch seine anderen Arbeitspapiere zu schicken. Das abschließende Arbeitszeugnis erwähnte er dabei jedoch nicht.

In der Zwischenzeit hatte sich der Gekündigte um eine neue Stelle beworben und auch schon ein erstes Gespräch mit seinem potenziellen neuen Arbeitgeber geführt. Dieser lud ihn daraufhin zu einem 2. Gespräch ein und forderte ihn auf, zu diesem Gespräch das endgültige Arbeitszeugnis mitzubringen. Da er dieses aber noch nicht von seinem alten Arbeitgeber erhalten hatte, konnte er es zu dem Gespräch nicht vorlegen.

In der Folge bekam er einige Tage später eine Absage. Da half es dem Mann auch nichts, dass er besagtes abschließendes Arbeitszeugnis einen Tag nach der schriftlichen Absage in seinem Briefkasten fand.

Nun saß der Gekündigte ohne neue Arbeitsstelle da und verklagte seinen ehemaligen Arbeitgeber auf Schadenersatz, weil das verspätet zugesendete Zeugnis die Ursache für die Absage des potenziellen neuen Arbeitgebers war. So landete der Fall schließlich vor dem Landesarbeitsgericht (LAG) Schleswig-Holstein.

Hier musste der Gekündigte zwar eine Schlappe einstecken, da die Richter ihm im konkreten Fall mehrere Fehler vorwarfen. So war zwar nach Ansicht des Gerichts der ehemalige Arbeitgeber zur rechtzeitigen Ausstellung des endgültigen Zeugnisses verpflichtet gewesen.

Allerdings sei eine Bearbeitungszeit von 2 bis 3 Wochen nach der Beendigung der Vertragslaufzeit angemessen. Und die hatte der alte Arbeitgeber auch eingehalten. Er hatte nach Ansicht des Gerichts nicht wissen können, dass der Gekündigte dieses Zeugnis für ein Bewerbungsgespräch benötigt hätte. Darauf hätte er nach Ansicht der Richter bereits bei der Anforderung seiner Arbeitspapiere hinweisen können.

Aus den genannten Gründen mochte das Gericht auch keine Pflichtverletzung und damit einen Anspruch auf Schadenersatz erkennen und wies die Klage ab. (LAG Schleswig-Holstein, Urteil vom 1.4.2009, Az. 1 Sa 370/08).

Vorschau: Welche weiteren wichtigen Faktoren es in Sachen "zeitnahes Ausstellen von Arbeitszeugnissen" zu beachten gilt, lesen Sie in der kommenden Woche.

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