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Die Vorschriften der Fahrpersonalordnung – insbesondere die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten – haben schon so manchen Fahrzeugverantwortlichen...

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Welche Maßnahmen Sie bei Bußgeldbescheiden ergreifen sollten

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Bußgeldbescheide und Fahreranfragen landen naturgemäß bei Ihnen – dem Fahrzeugverantwortlichen. Im Prinzip verursachen solche Dinge auch nicht allzu viel Arbeit; wenn Sie die Tipps aus den anderen Beiträgen dieser Themenausgabe berücksichtigt haben und sich schnell vergewissern können, wer das betreffende Fahrzeug zum Tatzeitpunkt geführt hat.

Falls Sie jedoch anschließend den Fragebogen einfach an den ermittelten Fahrer weiterleiten und die Sache vergessen, können Sie schneller Ärger bekommen, als Ihnen lieb ist. Beugen Sie dem lieber mit ein bisschen Systematik vor, um Ärger von vornherein auszuschließen.
Nehmen wir an, unter Ihren Fahrern ist ein besonders pfiffiger, der seine Aufgaben möglichst schnell erledigt, um schneller in den Feierabend zu kommen. Diesem Fahrer kann es recht leicht passieren, dass er es dabei mit den Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht immer genau nimmt. In der Folge entstehen so eine Menge mehr oder minder hübscher Porträts durch die Radaranlagen.
Nun ist Ihr Fahrer eigentlich ein ganz Vernünftiger und seine Tempoüberschreitungen sind nicht allzu hoch, aber trotzdem reichen die Vergehen aus, um sein Punktekonto in Flensburg nach und nach aufzufüllen. Und wie das Leben so spielt: Irgendwann hat er vielleicht die kritische Punktezahl erreicht, und sein Führerschein ist zumindest für einige Zeit erst mal weg.
Wenn der Ehrgeiz besagten Außendienstlers nun eine Spur zu groß ausgefallen sein sollte, kann es passieren, dass er Sie nicht über das Fahrverbot informiert und einfach munter weiter auf Tour geht.
Spätestens ab diesem Zeitpunkt wird es kritisch – und zwar nicht nur für den Mitarbeiter, sondern auch für Sie. Schließlich dürfen Sie niemandem ohne entsprechende Fahrerlaubnis das Führen eines Fahrzeugs aus Ihrem Fuhrpark erlauben.
Doch woher sollen Sie wissen, dass der Führerschein eingezogen wurde? Mit Ihrer jährlichen Führerscheinkontrolle können Sie solche Fälle meistens nicht aufdecken. Kommt es zu weiteren Vergehen dieses Fahrers und stellen die Behörden fest, dass der Mitarbeiter keinen Führerschein mehr besitzt, dann haben Sie unter Umständen ein dickes Problem.
Ein Richter könnte Sie durchaus fragen, ob Ihnen nicht aufgefallen sei, dass in letzter Zeit häufiger Fahreranfragen zum Fahrzeug des Delinquenten auftauchten.
Wenn Sie hier keine gute Ausrede parat haben, wird auch Ihr Punktekonto schneller anschwellen, als Ihnen lieb sein kann. Aber auch haftungsrechtlich können Sie zur Rechenschaft gezogen werden.

Beobachten Sie genau, zu welchen Fahrzeugen Fahreranfragen kommen

Um gar nicht erst in eine solche Situation zu kommen, müssen Sie eigentlich nur ein bisschen Aufmerksamkeit an den Tag legen. Kommt dies bei einem Fahrzeug häufiger vor, kontaktieren Sie sofort den betreffenden Fahrer und ziehen Sie in der Folge zusätzliche Führerscheinüberprüfungen in Betracht.
Informieren Sie sich grundsätzlich darüber, welches Delikt mit einem Fahrzeug begangen wurde. Kleinere Parkverstöße sind sicherlich nicht so wichtig, aber wenn es um massive Tempoverstöße geht, sollten bei Ihnen die Alarmglocken klingeln. Vermuten Sie wegen der Schwere der begangenen Tat sogar, dass es ein Gerichtsverfahre
n gibt, müssen Sie besonders aufmerksam sein und lieber einmal zu viel als zu wenig prüfen, ob der Führerschein noch vorhanden ist.

Die 5 goldenen Regeln zur Fahrerfeststellung

  1. Beobachten Sie genau, zu welchen Fahrzeugen Fahreranfragen kommen.
  2. Überprüfen Sie auch die Schwere der Vergehen. Werden einem Fahrer massive Verkehrsgefährdungen oder hohe Tempoverstöße vorgeworfen, so müssen Sie grundsätzlich mit einem baldigen Fahrverbot für den Fahrer rechnen.
  3. Fallen Ihnen hierbei einige Fahrer oder Fahrzeuge auf, dann suchen Sie zunächst ein klärendes Gespräch.
  4. Informieren Sie gegebenenfalls auch die direkten Vorgesetzten des Fahrers.
  5. Führen Sie bei auffälligen Fahrern verstärkt Führerscheinüberprüfungen durch.

Reform der Verkehrssünderkartei

Die Bundesregierung will bis 2013 das Flensburger Zentralregister für Verkehrsverstöße reformieren. Bundesverkehrsminister Ramsauer (CSU) plant eine erhebliche Vereinfachung des bisherigen Punktesystems.
Demnach sollen grobe Verkehrsverstöße, beispielsweise zu schnelles Fahren in Ortschaften, in Zukunft mit 1 Punkt im Zentralregister bestraft werden. Bislang gab es dafür bis zu 3 Punkte. Schwerwiegende Delikte, wie das Nichtbeachten einer roten Ampel, sollen mit 2 Punkten geahndet werden. Im derzeitigen System werden diese Fälle noch mit 3 bis 7 Punkten sanktioniert.
Allerdings sollten sich Fahrer wegen dieser Punktereduktion nicht allzu früh freuen: Der Führerschein ist nämlich den Plänen zufolge schon bei 8 Punkten weg (und nicht mehr wie bisher bei 18 Punkten).
Bei einem Stand von 4 Punkten wird eine Ermahnung ausgesprochen, bei 6 Punkten eine letzte Verwarnung erfolgen. Bei Straftaten – wie Trunkenheit am Steuer – bleibt es beim sofortigen Entzug der Fahrerlaubnis.
Für viele Betroffene aber angenehm: Die einzelnen Einträge in Flensburg sollen künftig auch einzeln verjähren: 1-Punkt-Delikte nach 2 und 2-Punkte-Delikte nach 3 Jahren. Bisher erfolgte kein Punkteabbau, wenn innerhalb der Verjährungsfrist weitere Punkte hinzukamen.
Wie bereits bestehende Punktestände in das neue System überführt werden sollen, ist bisher noch nicht bekannt.

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