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Wie Sie den Erfolg Ihres Unternehmens mithilfe von Kennzahlen bewerten (Teil 1)

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Von coupling-media,

Die Standardinformationsquellen für den Erfolg Ihres Unternehmens sind die vom Gesetzgeber vorgegebene Finanzbuchführung (FiBu), die betriebsinterne Kostenrechnung (Betriebsbuchführung) sowie der Jahresabschluss bestehend aus der Bilanz bzw. der Gewinn-und-Verlust-Rechnung (GuV). Der Gewinn oder Verlust, der im jährlich vorgeschriebenen Jahresabschluss eines Güterbeförderungsunternehmens ausgewiesen werden muss, sagt in der Praxis sehr wenig über den tatsächlichen Erfolg des Unternehmens aus. Verzerrt wird das Bild unter anderem von Einlagen, Entnahmen, Gewinnausschüttungen, Rücklagen, Rückstellungen, die Form und Höhe der Abschreibungen sowie durch Investitionsintervalle und saisonale Ertrags- bzw. Kostenschwankungen.

Damit aber die Betriebsleitung ein jährlich vergleichbares Bild vom Erfolg des Unternehmens hat, müssen die Zahlen aus der Buchhaltung/dem Jahresabschluss entsprechend aufbereitet und umgruppiert werden, um eine entsprechende Bewertung vornehmen zu können.
Durch die Aufbereitung, Zusammenfassung sowie Umgliederung von Zahlen aus der Buchführung und des Jahresabschlusses werden neue Zahlen geschaffen, die zu anderen in Bezug gesetzt werden können. Diese neu entstandenen Zahlen nennt man Kennzahlen.

Herkunft von Kennzahlen

Interne Vergleichszahlen müssen aus der Buchhaltung und dem Jahresabschluss entnommen werden - wobei es natürlich sehr wichtig ist, dass weder die Buchhaltung noch der Jahresabschluss zeitversetzt gemacht werden. Denn was nützt dem Unternehmer im Jahr 2010 ein Vergleich der Zahlen von 2008 zu 2007 oder gar 2007 zu 2006? Sollte Ihr Steuerberater zu einer zeitgenauen Buchhaltung nicht bereit oder nicht in der Lage sein, muss Ihre Buchhaltung zwingend im eigenen Betrieb vollzogen werden, um frische verwertbare Zahlen für einen Vergleich zu haben.
Kein Unternehmen kann isoliert von Markteinflüssen oder fiskalischen Vorgaben des Staates bewertet werden. Deshalb ist es für Sie nicht nur wichtig, das laufende Wirtschaftsjahr mit den vergangenen Wirtschaftsjahren des eigenen Unternehmens zu vergleichen, sondern auch den Vergleich mit ähnlichen Unternehmen der Branche zu suchen.
Externe Vergleichszahlen der Branche können Sie von den Verbänden und deren Betriebsberatungsgesellschaften sowie von den Banken anfordern. Auch das Bundesamt für Güterverkehr (BAG), Fachzeitschriften sowie Industrie- und Handelskammern sind Quellen für externe Vergleichszahlen.

Nachfolgend haben wir einige der wichtigsten Kennzahlen inklusive der Formeln, die für einen internen und/oder externen Betriebsvergleich gebildet werden können, für Sie aufgeführt.

Kennzahlen aus dem Jahresabschluss
Cashflow Gesamtkapital: Jahresüberschuss vor Steuern vom Einkommen und Ertrag (Gewinn oder Verlust) plus Abschreibungen (AfA) des Geschäftsjahres (zu finden in der GuV-Rechnung), plus oder minus der Veränderungen der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (zu finden in der Bilanz auf der Passivseite unter B).

Cashflow Umsatz: Jahresüberschuss vor Steuern vom Einkommen und Ertrag (Gewinn oder Verlust) plus steuerliche Abschreibungen (AfA) des Geschäftsjahres. Die Höhe des Cashflow belegt, wie viel Geld Ihr Unternehmen für die Deckung der Verbindlichkeiten und Schuldenzinsen erwirtschaftet hat.
Return on Investment (ROI): Jahresüberschuss vor Steuern vom Einkommen und Ertrag (Gewinn oder Verlust) plus Fremdkapitalzinsen plus Abschreibungen des Geschäftsjahres auf Geschäfts- oder Firmenwerte geteilt durch den Umsatz (Erlöse) ergibt den Umsatzerfolg. Der Umsatz geteilt durch das investierte Kapital ergibt den Umschlag des investierten Kapitals. Der Umsatzerfolg mal den Umschlag des investierten Kapitals ergibt den Return on Investment.
Die Formel vereinfacht berechnet: Gewinn vor Steuern geteilt durch das investierte Kapital ergibt den Return on Investment. Der ROI ist die Formel für die Kapitalrendite (den Ertrag des investierten Kapitals).
Ergibt diese Formel eine Zahl mit einer 0 vor dem Komma, haben sich, zumindest im Jahr der Betrachtung, die Investitionen nicht gerechnet. Steht vor dem Komma eine 1 oder mehr, rechnet sich das investierte Kapital. Zur Orientierung: Die in der Branche erfolgreichen Unternehmen haben derzeit Werte zwischen 1 und maximal 2,5.
Vermögensaufbau: Anlagevermögen geteilt durch das Umlaufvermögen (Aktivseite der Bilanz) mal 100 ergibt die Kennzahl für den Vermögensaufbau. Die Kennzahl des Vermögensaufbaus drückt die Beziehung zwischen Anlagevermögen und Umlaufvermögen aus.
Die Verwendung dieser Kennzahl ist nur beim Vergleich der Entwicklung über mehrere Perioden in ganz bestimmten Unternehmen (die relativ viel Umlaufvermögen bewegen) sinnvoll. Zwischenbetriebliche Vergleiche sind wegen der unterschiedlichen Größe und Strukturierung der Unternehmen von geringer Aussagekraft.
Anlagedichte: Anlagevermögen (unter Aktiva in der Bilanz) geteilt durch das Gesamtvermögen (Bilanzsumme) mal 100 ergibt die Anlagedichte.
Die Kennzahl der Anlagedichte gibt über den Grad der Beweglichkeit Ihres Unternehmens Auskunft. Ein zu umfangreiches Anlagevermögen birgt eine gewisse Starrheit in sich, da bei Rezessionen oder rückläufiger Unternehmensentwicklung die erforderliche Verringerung des Anlagevermögens nur sehr schwer vorgenommen werden kann (Verkauf mit Verlust).
Hauptsächlich in der Logistik- und Transportbranche ist aber ein gewisses Maß an Umlaufvermögen (Bank- und Bargeldbestände) unbedingt erforderlich, um nicht ständig die hohen Kontokorrentzinsen bezahlen zu müssen, die zurzeit auf dem Markt auch nicht erwirtschaftet werden können.
Anderseits hat ein zu geringes Anlagevermögen zur Folge, dass die Kreditwürdigkeit für Darlehen nicht gegeben ist (Sicherheiten für Kredite). Deshalb ist für Sie eine gut ausgewogene Anlagedichte wichtig für einen zukunftsträchtigen und flexiblen Betrieb.
Umlaufkennzahl: Umlaufvermögen (unter Aktiva bei der Bilanz) geteilt durch das Gesamtvermögen (Bilanzsumme) mal 100 ergibt die Umlaufkennzahl. Eine überdurchschnittliche Umlaufkennzahl lässt bei materialintensiven Unternehmen auf einen hohen Lagerbestand von Material und Umsatzgütern schließen und damit auf erhebliche Lagerhaltungskosten. Bei weniger materialintensiven Unternehmen, wie in der Speditionsbranche, kennzeichnet eine überdurchschnittliche Umlaufkennzahl einen hohen Forderungsbestand.
In der nächsten Ausgabe stellen wir Ihnen weitere interessante Kennzahlen vor, wie zum Beispiel den Lagerumschlag, verschiedene Liquiditätskennzahlen, die Umsatzrentabilität sowie den Debitoren- und Kreditorenumschlag, mit deren Hilfe Sie Ihre betriebliche Zahlen auswerten können.

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