Kalkulatorische Kosten – es ist nicht immer alles, wie es scheint

Für die korrekte Kostenkalkulation reicht es nicht aus, lediglich auf die Zahlen aus der Finanzbuchhaltung zurückzugreifen. Denn dort werden zwar alle Aufwendungen und Erträge aufgezeichnet, aber nicht alle Kosten, die auch tatsächlich den Werteverzehr für die zur Herstellung (oder anderweitigen betrieblichen Leistungserstellung) eingesetzten Produktionsfaktoren, abbilden.

Vernachlässigen Sie die kalkulatorischen Kosten in Ihrer Kostenrechnung, kann es schnell geschehen, dass die von Ihnen aufwändig kalkulierten Preise nicht dem tatsächlichen Werteverzehr im Unternehmen entsprechen und die getroffenen Entscheidungen Ihr Unternehmen im schlimmsten Fall in eine gefährliche Schieflage bringen können.

Eine besondere Rolle für die Kostenrechnung spielt es immer, wie man die eingesetzten Produktionsfaktoren auch alternativ hätte verwenden können, also die Betrachtung der sogenannten Opportunitätskosten.

Ein Beispiel: Haben Sie für Ihre Produktion eine Immobilie erworben, ist es Ihnen daraufhin nicht mehr möglich, das Geld gewinnbringend am Kapitalmarkt anzulegen. Insofern müssen auch diese entgangenen Zinseinnahmen mitbetrachtet werden, wenn dieser Immobilienkauf bewertet wird. Dies ist ein Aufgabengebiet der kalkulatorischen Kosten.

Was zu den kalkulatorischen Kosten gehört

Kalkulatorische Abschreibungen:

Meist sind sie etwas höher als die handelsrechtlichen Abschreibungen in der Bilanz. Sie werden auf Basis der Wiederbeschaffungskosten des Wirtschaftsguts in der betrachteten Periode berechnet und sollen somit die substanzielle Kapitalerhaltung ermöglichen.

Kalkulatorische Mieten:

Nicht selten werden Räumlichkeiten des Unternehmers für betriebliche Zwecke genutzt, ohne dass hierfür Mieten gezahlt werden müssen. Aber auch hier gilt: Alternativ könnte der Unternehmer durch die Vermietung Mieteinnahmen generieren. Dies muss im Rahmen der kalkulatorischen Kosten Berücksichtigung finden. Orientieren Sie sich bei der Berechnung an der Miethöhe vergleichbarer Objekte.

Kalkulatorische Zinsen:

Hier wird darauf abgezielt, dass das eingesetzte Eigenkapital alternativ ja auch am Kapitalmarkt gewinnbringend angelegt werden könnte. Der kalkulatorische Zinssatz orientiert sich im Allgemeinen am aktuell üblichen Marktzins.

Kalkulatorischer Unternehmerlohn:

Die geschäftsführenden Gesellschafter von Personengesellschaften oder Einzelunternehmer werden mittels eines Gewinnanteils für ihre Arbeitsleistung vergütet. Insofern muss auch hier eine Korrektur in der Kostenrechnung vorgenommen werden, um kalkulatorisch alle relevanten Aufwendungen zu berücksichtigen. Einen guten Anhaltspunkt für die anzusetzende Höhe ist das durchschnittliche Gehalt einer Führungskraft in vergleichbarer Position und Branche.

Kalkulatorisches Wagnis:

Die Berechnung des kalkulatorischen Wagnisses ist mit vielen Unbekannten und Variablen besetzt und deswegen nicht immer ganz einfach zu ermitteln. Grundsätzlich werden diese Kosten nur angesetzt, wenn die Wagnisse nicht durch eine Versicherung abgedeckt sind und mit hoher Wahrscheinlichkeit eintreten können. Achtung! Das „allgemeine Unternehmerrisiko“ gehört nicht dazu.

Gratis-Download

Darf Ihr Mitarbeiter einen ihm überlassenen Firmenwagen auch für private Fahrten nutzen, entsteht ein geldwerter Vorteil. In der Praxis stehen Ihnen...

Jetzt downloaden
Kalkulatorische Kosten

| Heinz-Wilhelm Vogel - In vielen Unternehmen wird gegenwärtig diskutiert, ob und welche Geschäftspartner ein Weihnachtspräsent erhalten. Das ist auch steuerlich ein... Artikel lesen

| Gerhard Schneider - Die Kosten für betriebliche Anschaffungen (Wirtschaftsgüter), die teurer als 410 € (bzw. 150 €) sind, dürfen Sie nicht sofort im Anschaffungsjahr... Artikel lesen

| Markus Kahr - Für die Abschreibung von Gebäuden, § 7 Abs. 4 bis 5a EStG, ist es in der Praxis häufig erforderlich, dass Sie den Gesamtkaufpreis für ein bebautes... Artikel lesen

| Gerhard Schneider - Die Kosten für betriebliche Anschaffungen (Wirtschaftsgüter), die teurer als 410 € (bzw. 150 €) sind, dürfen Sie nicht sofort im Anschaffungsjahr... Artikel lesen

| Hildegard Gemünden - Spätestens wenn klar ist, dass höhere Lohnkosten und/oder höhere Preise unvermeidlich sind, ist es an der Zeit, Ihre Preise neu zu kalkulieren.... Artikel lesen

Produktempfehlungen

Einfache und rechtssichere Finanz- und Lohnbuchhaltung mit Steuer-Spar-Tipps

Die besten Steuer-Spar-Möglichkeiten zum Wohle Ihres Unternehmens

Die neuesten Urteile der Arbeits-, Finanz- und Sozialgerichte

Betriebsprüfungssichere Empfehlungen, mit denen Sie jederzeit das meiste für sich herausholen

Das Rundum-Wohlfühl-Paket im Rechnungswesen

Wahren Sie Ihre Rechte bei der wichtigsten Steuer des Finanzministers

Anzeige

Gratis Downloads
45 Beurteilungen
30 Beurteilungen
3 Beurteilungen
Jobs