Gratis-Download

Keine Betriebsprüfung ist wie die andere. Vor allem, wenn Sie bislang noch keine mitgemacht haben, sind anfangs viele Fragen offen. In diesem...

Jetzt downloaden

Wie können Sie sich vor einer Umsatzsteuerprüfung schützen?

0 Beurteilungen

Von Gerhard Schneider,

Leserfrage: Ein Bekannter von mir, der wie ich selbstständig ist, hat im vergangenen Monat eine böse Überraschung erlebt. Plötzlich kamen zwei Herren vom Finanzamt ohne Ankündigung zu ihm ins Büro und wollten die Umsatzsteuerunterlagen sehen. Mein Bekannter war total verdutzt, hat die beiden aber hereingelassen, nachdem sie sich ausgewiesen hatten.

 

Dann wurde die Umsatzsteuer genau geprüft. Alle Rechnungen musste mein Bekannter zeigen. Und jetzt vor wenigen Tagen hat er eine hohe Nachforderung bekommen, weil einige Rechnungen nicht in Ordnung gewesen sind und er die Vorsteuer daraus unberechtigt geltend gemacht hätte. Was steckt hinter solchen Prüfungen? Und wann muss ich damit rechnen? Kann ich mich schützen?
Antwort: Bei solchen unangemeldeten Prüfungen handelt es sich um eine sogenannte Umsatzsteuernachschau. Dazu kann das Finanzamt – ohne sich vorher anzumelden! – bei Unternehmen und Selbstständigen anklopfen und sich die Umsatzsteuerunterlagen zeigen lassen. Ziel ist es, Umsatzsteuerbetrügern schon bei einem kleinen Verdacht möglichst schnell auf die Schliche zu kommen. Natürlich sind häufig auch Selbstständige und Unternehmer betroffen, die sich nichts haben zu Schulden kommen lassen.
Allgemein wird erwartet, dass die Zahl solcher Prüfungen weiter ansteigen wird. Speziell die Umsatzsteuer-Sonderprüfungen und Umsatzsteuer-Nachschauen werden vermutlich deutlich zunehmen, weil die Prüfer des Finanzamts vor allem Ihre Eingangsrechnungen genau unter die Lupe nehmen. In den Eingangsrechnungen sind erfahrungsgemäß immer wieder kleine Fehler enthalten – z. B. bei der Leistungsbeschreibung oder beim Lieferdatum –, die den Vorsteuerabzug schnell zunichte machen können.

Ihre beste Vorsorge:

Damit Sie möglichst gar nicht von einer Umsatzsteuerprüfung betroffen sind und damit Sie im Falle einer Prüfung entspannt bleiben können, empfehlen sich zwei Maßnahmen:

  • Maßnahme 1: Sorgen Sie dafür, dass Sie unauffällig bleiben!
  • Maßnahme 2: Überprüfen Sie jede Eingangsrechnung genau, aus der Sie Vorsteuer geltend machen.

Maßnahme 1: Sorgen Sie dafür, dass Sie unauffällig bleiben!

In der folgenden Liste finden Sie eine der wichtigsten Prüfpunkten, mit denen das Finanzamt entscheidet, ob bei einem Unternehmen eine Umsatzsteuerprüfung oder -nachschau anberaumt wird. Gehen Sie die Punkte durch und prüfen Sie, was Sie abstellen können, um und auffällig zu bleiben und dadurch die Gefahr einer Prüfung zu minimieren.

 

Das sind einige der wichtigsten Gefahrpunkte:

  • Sie machen außergewöhnlich hohe Vorsteuerbeträge in Ihren Umsatzsteuervoranmeldungen geltend.
  • Die Vorsteuerbeträge, die Sie geltend machen, sind untypisch für Ihre Branche.
  • Sie haben Ihr Unternehmen gerade erst gegründet.
  • Sie machen Vorsteuer aus dem Erwerb neuer Fahrzeuge geltend.
  • Sie erhalten Rechnungen von Unternehmen, deren Unternehmereigenschaft zweifelhaft ist.
  • Sie vermieten Freizeitgegenstände (zum Beispiel Wohnmobile oder Segelschiffe).
  • Sie kaufen häufig Waren oder Dienstleistungen aus dem EU-Ausland.
  • Es gibt Differenzen zwischen den Umsätzen, die Sie in Ihrem vierteljährlichen oder monatlichen Umsatzsteuervoranmeldungen melden, und denen, die Sie in Ihrer Umsatzsteuerjahreserklärung angeben.

Maßnahme 2: Überprüfen Sie jede Eingangsrechnung genau, aus der Sie Vorsteuer geltend machen!

Sorgen Sie dafür, dass alle Ihre Eingangsrechnungen unangreifbar sind. Überprüfen Sie, ob alle Rechnungs-Pflichtangaben in der geforderten Form enthalten sind.
Nutzen Sie die folgende Checkliste, um jede einzelne Eingangsrechnungen zu überprüfen.
Checkliste: Wenn die Rechnung (ab 150 €) einen der folgenden Fehler enthält, reklamieren Sie sie und bitten Sie um Korrektur:

  • Das Entgelt wird falsch oder gar nicht angegeben.
  • Der Name und die Anschrift des Rechnungsempfängers fehlen.
  • Der Name und die Anschrift des Rechnungausstellers fehlen.
  • Der Aussteller ist nicht identisch mit dem leistenden Unternehmen.
  • Der Steuerbetrag wird falsch aufgeführt.
  • Der Zeitpunkt der Leistung wird nicht angegeben.
  • Die im Voraus vereinbarte Minderung des Entgelts ist nicht berücksichtigt.
  • Die Rechnung enthält einen falschen Steuersatz.
  • Die Rechnung enthält keinen Steuersatz.
  • Die Rechnung weist Leistungen bzw. Lieferungen aus, die gar nicht erbracht worden sind. Die Umsatzsteuernummer oder die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer wird nicht mitgeteilt.

 

Steuern und Bilanzierung aktuell

Egal ob es um korrekte und günstige Abrechnung Ihrer Reisekosten, die Abschreibung und Besteuerung Ihres Firmen-Pkws, die richtige Vorgehensweise beim Führen eines Fahrtenbuchs oder anderer betrieblich genutzter Wirtschaftsgüter geht. Jetzt bekommen Sie die aktuellsten und wichtigsten Tipps frei Haus.

Datenschutz

Anzeige

Gratis Downloads
13 Beurteilungen
17 Beurteilungen
1 Beurteilung
Produktempfehlungen

Die besten Steuer-Spar-Möglichkeiten zum Wohle Ihres Unternehmens

Die neuesten Urteile der Arbeits-, Finanz- und Sozialgerichte

Gehört. Gelesen. Verstanden.

Ihr Excel-Lernsystem: Verständlich, kompakt, effektiv

Betriebsprüfungssichere Empfehlungen, mit denen Sie jederzeit das meiste für sich herausholen

Das Rundum-Wohlfühl-Paket im Rechnungswesen