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Mobbing

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Oft geht der Psychoterror so weit, dass die Opfer monatelang krankgeschrieben werden oder schließlich frustriert aufgeben und kündigen. So wird Mobbing zum echten Kostenfaktor.

Intrigen, Feindseligkeiten und Rufschädigungen hat es schon immer gegeben. Werden jedoch die Boshaftigkeiten systematisch über einen längeren Zeitraum betrieben und steht nicht die Sache, sondern eine Person im Mittelpunkt, spricht man heute von Mobbing. Oft geht der Psychoterror so weit, dass die Opfer monatelang krankgeschrieben werden oder schließlich frustriert aufgeben und kündigen. So wird Mobbing zum echten Kostenfaktor: Auf 25 Milliarden € schätzen Experten den volkswirtschaftlichen Schaden, der durch Mobbing entsteht.

Mobbing zu verhindern ist Chefsache

Es gibt kein Rezept gegen Mobbing, nur aufmerksame Vorgesetzte, die die Schikane mit System im Keim ersticken. Die oberste Maxime lautet: Wehret den Anfängen:

  • Dulden Sie es nicht, wenn ein Kollege über einen anderen in dessen Abwesenheit negatives berichtet.
  • Schreiten Sie ein, wenn Sie bemerken, dass es Mitarbeiter gibt, mit denen niemand spricht.
  • Bringen Sie schwelende Konflikte auf den Tisch und diskutieren Sie offen.

Sie sind als Vorgesetzter gefragt, nicht nur aus moralischer Sicht, auch vor dem Gesetz. Durch Gesetzesänderungen, neueste Entscheidungen der Arbeitsgerichte und nicht zuletzt durch das neue Antidiskriminierungsgesetz werden Sie heute als Chef mehr denn je in die Pflicht genommen. Bereits seit August 2002 können gemobbte Mitarbeiter Schadensersatz und Schmerzensgeld beanspruchen (§ 253 Abs. 2 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)).

Hauptursachen von Mobbing sind Stress und Angst

Mobbing entsteht fast immer in Situationen von erhöhtem Stress und neuen Unsicherheiten:

  • Mitarbeiter werden einer neuen Abteilung zugeordnet
  • das Unternehmen fusioniert und viele Mitarbeiter bangen um ihre Jobs
  • der Wettbewerb innerhalb des Unternehmens wird härter, der Leistungsdruck nimmt zu.

Diese Stressfaktoren verschlechtern das Arbeitsklima. Jetzt stört es auf einmal, dass jemand zu gut ist, Projekte anders leitet, eine zu schrille Krawatte trägt, das falsche Hobby pflegt oder schlicht neu im Unternehmen ist.

Die häufigsten Formen von Mobbing:

  1. Missachtung: Das Mobbingopfer wird isoliert und ignoriert. Der Gemobbte wird beispielsweise nicht zu Meetings eingeladen oder Informationen werden ihm vorenthalten.
  2. Rufschädigung: Gerüchte werden in die Welt gesetzt, Unwahres wird behauptet. Dies ist laut einer Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin aus dem Jahr 2006 die am häufigsten angewandte Art des Mobbings.
  3. Offene Diskriminierung: Der Betroffene wird offensichtlich benachteiligt und vor anderen bloßgestellt. Zum Beispiel werden Dateien im PC gelöscht, Material verschwindet aus der Ablage, die Gemobbte wird in der Toilette eingeschlossen.
  4. Überzogene Kritik: Das Mobbing-Opfer wird ständig – auch wegen Kleinigkeiten – kritisiert.

Schritt für Schritt gegen Mobbing

Schritt 1: Sprechen Sie mit dem Mobbing-Opfer

Hören Sie zu, bleiben Sie aber neutral. Klären Sie, warum es zum Streit kam. Finden Sie die Gruppenkonstellation und deren Machtverhältnisse heraus.

Schritt 2: Geben Sie Anregungen zur Selbsthilfe

Kann das Opfer an seiner Arbeitsweise oder an seinem Auftreten etwas ändern oder ein klärendes Gespräch mit den Kollegen führen? Sichern Sie ihm Ihre Unterstützung zu.

Schritt 3: Beziehen Sie bei Mobbing den Betriebsrat ein

Es gehört zu den gesetzlichen Aufgaben des Betriebsrats, bei Mobbing am Arbeitsplatz zu helfen. Besonders wenn der eigene Chef zum Mobber wird, kann der Betriebsrat vermitteln.

Tipp: Auch wenn Sie die Zustimmung des Betriebsrats nicht benötigen (dieser hat nur ein Informationsrecht), sollten Sie ihn so weit wie möglich einbinden. Sonst laufen Sie Gefahr, dass er die Befragung als Aushorch-Instrument darstellt.

Schritt 4: Lösen Sie den Konflikt

Bitten Sie die Beteiligten zu sich und lassen Sie sich nacheinander von beiden Seiten den Konfliktverlauf schildern. Haben Sie das Gefühl, dass der Konflikt gelöst werden kann, fordern Sie Mobber und Mobbing-Opfer auf, sich direkt zu sagen, was sie kränkt, verletzt und stört. Überlegen Sie konkrete Maßnahmen, wie der Arbeitsalltag künftig besser gestaltet werden kann. Ist der Konflikt nicht gemeinsam mit ihren Mitarbeitern zu lösen, schalten Sie einen externen Mediator ein, der psychologisch geschult an die Konfliktlösung herangeht.

5. Stärken Sie das Mobbing-Opfer

Leidet der Mitarbeiter unter gesundheitlichen Problemen, dann versuchen Sie, ihn zu entlasten, beispielsweise mit flexibler Arbeitszeit, Veränderung des Arbeitsplatzes oder neuer Aufgabenverteilung.

Gehen Sie strikt gegen Mobber vor. Wenn Ihre Vermittlungsversuche und die des Mediators fehlschlagen, müssen Sie arbeitsrechtliche Maßnahmen wie Rüge, Ermahnung, Abmahnung, Versetzung oder Kündigung ergreifen.

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