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Warum Sie ein Kopftuch am Arbeitsplatz nicht akzeptieren müssen

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Kopftuch
Urheber: Elnur | Fotolia

Von Angelika Rodatus,

Bis zu welchem Punkt müssen Sie die Religionsfreiheit Ihrer Mitarbeiter dulden, und ab wann dürfen Sie religiösen Bekundungen am Arbeitsplatz Einhalt gebieten? Diese Fragen beschäftigen die Gerichte seit Jahren. Im Kreuzfeuer steht dabei vor allem immer wieder das Kopftuch von Frauen muslimischen Glaubens. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat dazu Stellung bezogen.

Der Fall: Der Rezeptionistin einer Sicherheitsfirma in Belgien wurde gekündigt, weil sie nach 3-jähriger Tätigkeit in dem Betrieb künftig mit einem islamischen Kopftuch zur Arbeit kommen wollte. Die Mitarbeiterin klagte daraufhin erfolglos auf Schadensersatz wegen Diskriminierung aufgrund ihrer Religion und zog schließlich vor den EuGH.

Die Generalanwältin des EuGH bezog zu diesem Fall klar Stellung:

Ein Kopftuchverbot ist dann rechtens, wenn es verhältnismäßig ist

Nach Ansicht der Generalanwältin liegt keine unmittelbare Diskriminierung vor, wenn Sie einer Mitarbeiterin muslimischen Glaubens das Tragen des religiösen Kopftuches am Arbeitsplatz verbieten. Das Verbot sei z. B. dann rechtens, wenn Ihr Unternehmen allgemeine Regeln aufgestellt hat, die das Zeigen von politischen, philosophischen und religiösen Zeichen am Arbeitsplatz untersagen.

Es dürften dabei aber keine Vorurteile gegenüber religiösen Überzeugungen gepflegt werden. Außerdem müsse bei einem Verbot die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben. D. h.: Das Verbot darf die berechtigten Interessen der betroffenen Mitarbeiterinnen nicht übermäßig beeinträchtigen (EuGH, Schlussanträge vom 31.05.16, C-157/15).

Fazit: Niemand kann sein Geschlecht, seine Hautfarbe, seine ethnische Herkunft, seine sexuelle Ausrichtung, sein Alter oder seine Behinderung an der Garderobe abgeben, bevor er seinen Arbeitsplatz aufsucht. Jedem Mitarbeiter aber ist es zumutbar, bezüglich seiner Religionsausübung am Arbeitsplatz eine gewisse Zurückhaltung zu üben, so die Einschätzung des EuGH.

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