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Feuerwerk für Silvester: Gefahrgut im Hamburger Hafen

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Von Martin Weyde,

Wenn Sie zu Silvester ordentlich Krach machen, dann bekommen Sie Ihr Feuerwerk mit ziemlicher Sicherheit aus dem Hamburger Hafen, denn für Feuerwerk ist Hamburg der größte Importhafen Europas.

 

Rund 4.000 Container mit Feuerwerk kommen jedes Jahr im Hamburger Hafen an. Allerdings ist Böller nicht gleich Böller – Feuerwerk ist Gefahrgut und muss entsprechend klassifiziert werden, und da gibt es große Unterschiede.
Wer glaubt, dass in Feuerwerkskörpern allein Schwarzpulver gezündet wird, der befindet sich auf dem Holzweg: Es sind auch sogenannte Blitzknallsätze enthalten, die nicht nur mehr Blitz und mehr Knall produzieren, sondern auch ungleich gefährlicher als das gewöhnliche Schwarzpulver sind.
Feuerwerk muss nach dem Gefahrgutrecht nach UN-Normen geprüft und in die Unterklassen 1.1 bis 1.4 eingestuft werden, sonst darf es nicht transportiert werden. Das ist aber nicht so einfach, denn es sind Unmengen unterschiedlichster Produkte auf dem Markt. Es wäre völlig illusorisch, alle Arten von Böllern und Raketen durch eine kompetente Stelle wie die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) in Berlin individuell einstufen zu wollen.
Deshalb klassifiziert der Absender ähnliche Feuerwerkskörper nach Analogielisten in den Verkehrsträgervorschriften. Und da kann jede Menge schiefgehen – mit oder ohne Absicht.
Weil in Hamburg das meiste Gefahrgut über den Hafen abgewickelt wird, kümmert sich die Hamburger Wasserschutzpolizei darum, dass alles seine Ordnung hat. Aber 4.000 Container mit Feuerwerk kann niemand aufmachen, entladen, überprüfen und wieder beladen.

 

Deshalb muss Feuerwerk, das per Schiff nach Hamburg unterwegs ist, 72 Stunden vor der Ankunft gemeldet werden (§ 3 Abs. 6 GGVSee). Damit abzusehen ist, was da eigentlich genau Hamburg anlaufen will, sind verschiedene Schriftstücke erforderlich, anhand derer die Ladung im Voraus eingeschätzt werden kann:

  • das Beförderungsdokument
  • das Packzertifikat
  • die Packliste
  • die Klassifizierungsbestätigung

Wenn etwas unstimmig ist, dann werden weitere Informationen abgerufen, und wenn sich irgendetwas gar nicht klären lässt, dann hilft nur der Blick in den Container. Denn wenn Feuerwerkskörper falsch verpackt oder gekennzeichnet sind, dann müssen sie neu verpackt oder gekennzeichnet werden.
Da der Hamburger Hafen ein Stadthafen ist, gibt es dort aber keine Lager für Feuerwerkskörper der Unterklassen 1.1 und 1.2. Wenn also umgepackt oder umgelabelt werden muss, dann geht das nur in entsprechend zugelassenen Lagern im Hamburger Umland. Für den Transport dorthin sind aber ein Ex-Fahrzeug und ein Fahrer mit Sprengstoffbefähigungsschein nötig, und das wird teuer.
Und richtig teuer wird es dann, wenn sogar Schiffe wegen der Nettoexplosivstoffmasse, die sie an Bord haben, auf andere Häfen wie Rotterdam oder gar Antwerpen ausweichen müssen, denn im Hamburger Hafen gibt es Mengengrenzen für Nettoexplosivstoffe pro Schiff: 2 Tonnen für Klasse 1.1 und 8 Tonnen für Klasse 1.2. Und 72 Stunden sind für ein solches Ausweichmanöver ein ziemlich enges Zeitfenster.
Das meiste Feuerwerk kommt übrigens nach wie vor aus China. Und große Böller kommen oft aus dem Ostblock, zum Beispiel die sogenannten Polen-Böller. Aber davon sollte man lieber die Finger lassen, wenn man sie noch anderweitig benötigt.

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