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Asbest – auch heute noch ein Risiko

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Gefahrstoffe Asbest

Von Wolfram von Gagern,

Vorsicht vor Asbest – solche Warnungen erscheinen vielen bereits anachronistisch, schließlich wurde Asbest in Deutschland bereits 1993 und europaweit 2005 verboten. Doch auch heute findet sich der krebserregende Stoff immer noch an den verschiedensten Stellen, etwa alten Dacheindeckungen und Außenwandverkleidungen, in Zwischenlagen unter Elektro-Abzweigdosen, in Elektrogeräten und Fußbodenbelägen.Akzeptanzrisiko

Asbest auch heute noch anzutreffen

Darüber hinaus kommt es vor, dass verbotenerweise asbesthaltige Produkte aus Ländern wie z.B. China, in denen Asbest noch legal verarbeitet wird, importiert werden. Dazu können gehören beispielsweise Dichtungsringe, Toaster, Heizungen und andere Elektrogeräte sowie möglicherweise Faserzementprodukte. Trotz Verbot müssen Sie also auch heute noch mit diesem tückischen Gefahrstoff rechnen, an dessen Langzeitfolgen mehr als 1.000 Menschen pro Jahr sterben. Vor allem bei Abbruch- und Instandhaltungsarbeiten von Asbestprodukten sind Ihre Mitarbeiter hohen Faserkonzentrationen ausgesetzt. Die nachstehende Tabelle zeigt einige Beispiele:

Wie sehr Ihre Mitarbeiter bei Abbrucharbeiten Asbest ausgesetzt sind

Tätigkeit Asbestfasern/m3
Sägen von Asbestzement-Trinkwasserrohren aus Blauasbest 30.000.000
Ausblasen von Kfz-Trommelbremsen mit Pressluft 2.000.000
Überdrehen neuer asbesthaltiger Bremsbeläge 6.000.000
Spritzasbest-Entsorgung 2005 40 - 300

Die Wahrscheinlichkeit, durch einmaliges Einatmen von Asbest an Krebs zu erkranken, ist gering. Der Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) hat Expositions-Risiko-Beziehungen für krebserzeugende Stoffe aufgestellt. In diesem Zusammenhang versteht man bei Tätigkeiten mit krebserzeugenden Gefahrstoffen unter „Risiko“ die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von zusätzlichen schädlichen Wirkungen. Dabei wird eine Gruppe von Personen, die durch Asbestfasern exponiert sind, mit nicht exponierten Personen verglichen.

Was Sie über Asbest wissen müssen - Akzeptanzrisiko und Faserjahr

Akzeptanzrisiko

Das Akzeptanzrisiko beschreibt die Grenze, unterhalb derer ein Risiko akzeptiert und oberhalb derer ein Risiko unter Einhaltung der im Maßnahmenkatalog spezi?zierten Maßnahmen toleriert wird. Für Asbest beträgt das Akzeptanzrisiko 10.000 Fasern/m3 bzw. 0,4 Faserjahre.

Toleranzrisiko

Ein Toleranzrisiko gibt an, wann ein Risiko nicht tolerabel ist. Für Asbest beträgt das Toleranzrisiko 1.000 Fasern/m3 bzw. 4 Faserjahre.

Das ist ein Faserjahr

Ein Faserjahr entspricht einer Asbest-Einwirkung von 8 Stunden pro Arbeitstag über einen Zeitraum von einem Jahr (= 240 Arbeitstage bzw. Schichten). Der Mitarbeiter ist in diesem Zeitraum 1.000.000 Asbestfasern/m3 Luft ausgesetzt. Die Fasern weisen kritische Abmessungen von über 5?m Länge und einen Durchmesser von unter 3?m auf. Das Verhältnis Länge zu Durchmesser der Asbestfasern beträgt dabei 3:1. 1.000.000 Fasern/m3 entsprechen 1 Faser/cm3. 2 bis 5 Asbestfasern entsprechen rund 0,1 mg Asbestfeinstaub.

Anerkennung einer Berufskrankheit

Bis zum Ausbruch einer asbestbedingten Krankheit können 20 bis 40 Jahre vergehen. Wer infolge von Tätigkeiten mit Asbest an Lungenkrebs oder Kehlkopfkrebs erkrankt, muss nachweisen, dass er mindestens 25 Faserjahre Asbestfaserstaub ausgesetzt war. Nur dann kann die Erkrankung als Berufskrankheit anerkannt werden.

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