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Brandschutz: Erhöhen Sie die Sicherheit und Verfügbarkeit im Falle eines Brands

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Von Wolfram von Gagern,

Kleinere Feuer und Überhitzungen führen schnell zu größeren Störungen; der strategisch eingesetzte Funktionserhalt kann Sie hier vor den schlimmsten Folgen bewahren.

Elektroinstallationen mit Funktionserhalt sind nur bei sicherheitsrelevanten Schaltungsteilen vorgeschrieben. Dies sind z. B.:

  • Sicherheitsbeleuchtung
  • Brandmeldeanlagen
  • Lüftungs- und Rauchabzugsanlagen
  • Sprinklerpumpen
  • Feuerwehraufzüge

Die gesetzlichen Regelungen decken Schutzmaßnahmen ab, die der Sicherheit Ihrer Mitarbeiter dienen. Die Berücksichtigung materieller Risiken liegt ausschließlich in Ihrer Verantwortung. Im Verhältnis zu möglichen Schäden ist eine gut geplante und sauber ausgeführte Installation mit Funktionserhalt keine große Investition.

Brandschutz: Ausfallzeiten können teurer sein als der Brandschaden

Beispiel: Unter einer Kabelpritsche kommt es zu einem kleineren Brand. Auf der offenen Trasse sind lediglich herkömmliche NYM-Leitungen verlegt worden. Durch die Hitze wurden einige Leitungen komplett zerstört, Messungen haben ergeben, dass auch die Isolationseigenschaften der restlichen Leitungen in eine „Flicklösung“ entscheiden oder sämtliche Leitungen auf ihrer vollen Länge durch neue ersetzen.

Erschwerend kommt hinzu, dass in dieser Zeit vielleicht wichtige Teile der Produktion stillstehen. Das führt zu weiteren enormen finanziellen Schäden und einem ungeheuren Zeitdruck, der vielleicht zu einer provisorischen und wiederum unsicheren Lösung führt.

Sicherheit und Zuverlässigkeit haben Priorität im Brandschutz

Für die oben genannten Bereiche, in denen der Gesetzgeber eine Installation mit Funktionserhalt nach DIN 4012, Teil 12 fordert, gelten umfangreiche und komplexe Anforderungen. Diese Anlagen werden von qualifizierten Unternehmen errichtet und von Gutachtern abgenommen. Wenn Sie jedoch freiwillig die Sicherheit und die Zuverlässigkeit Ihrer Installationen erhöhen wollen, müssen Sie diese Normen und Gesetze nicht bis ins Detail erfüllen.

Brandschutz beginnt mit der Gefahrenanalyse

Um die Gefahren eines Brandes gezielt bekämpfen zu können, müssen sie diese erst einmal identifizieren. Auf den ersten Blick ist das oft nicht so einfach.

Beispiel: Die Notausschaltung einer Induktionsofenanlage wurde nicht mit Funktionserhalt ausgeführt, da es von der Norm nicht gefordert ist. Bei einem kleineren Brand wird ausgerechnet diese Leitung als eine der Ersten zerstört. Der Ofen lässt sich nun hierüber nicht mehr abschalten. Der Ofen heizt weiter und verursacht dadurch weitere Schäden.

1. Schritt zum Brandschutz: Erstellen Sie ein Gefahrenkataster

Ein Gefahrenkataster ist eine räumliche Übersicht über Ihren Betrieb, in der Sie für jeden einzelnen Bereich die folgenden Einträge vornehmen:

  • Wie hoch ist das Risiko, dass hier ein Brand ausbrechen kann?
  • Wie schnell kann sich der Brand ausbreiten?
  • Wie groß ist die Gefährdung durch den Brand?

Um das Gefahrenpotenzial auf einen Blick sichtbar zu machen, wählen Sie eine einheitliche Symbolik:

  • Kein erhöhtes Risiko => kein Eintrag
  • Erhöhtes Risiko => Kreissymbol

Für das Kreissymbol gilt weiterhin:

  • Je höher das Brandrisiko, desto dunkler die Farbe.
  • Je größer die Gefahr der Ausbreitung, desto größer der Kreis.
  • Mit steigender Gefährdung erhält der Kreis einen dickeren Rand.

Bedenken Sie bei der Identifizierung der Gefahren, dass nicht nur der Ausfall von Leitungen und Anlagenteilen durch einen Brand hervorgerufen werden kann. Auch das statische Verhalten von Bauteilen kann sich maßgeblich ändern.

Beispiele:

Die Auszugskraft eines Nylondübels verringert sich extrem, wenn er erhitzt wird. Besonders von Lasten, die unter der Decke angebracht sind, können hier Gefahren drohen.

Ungeschützter Stahl hat keine Feuerwiderstandsdauer! Bei einer Erwärmung auf 500 °C verliert er 50 % seiner Festigkeit.

2. Schritt zum Brandschutz: Ermitteln Sie Gegenmaßnahmen

Sie wissen nun, welche Gefahren wo drohen und wie hoch das Risiko ist. Aber welche Gegenmaßnahmen sind möglich?

Leitungen und Abzweigkästen der Klassen E30 bis E90

Eine Leitung oder eine Installationskomponente, die der Feuerwiderstandsklasse F30 entspricht, erhält die Bezeichnung E30. Das heißt, ihre volle Funktion muss bei einem durchschnittlichen Brandverlauf mindestens 30 Minuten (entsprechend 60 oder 90 Minuten bei Klasse E60 und E90) gewährleistet sein. Aber es gibt noch weitere Vorteile:

Die Brandfortleitung ist geringer als bei herkömmlichen Produkten, beim Brand verhalten sich die Leitungen raucharm und die Rauchgase weisen weniger korrosive Anteile auf.

Gerade der letzte Punkt ist für die Instandhaltung enorm wichtig, denn korrosive Gase dringen in andere Anlagenteile ein und führen dort zu Oxidation und Verätzung.

Kabelkanäle E30 bis E90

Wenn Leitungen schon verlegt sind oder Sie einen ganz besonders hohen Schutz wünschen, können Sie die Leitungstrassen auch nachträglich noch mit Brandschutzplatten verkleiden. Dies hat den zusätzlichen Effekt, dass auch die Halterungen geschützt werden können.

Wollen Sie später Kabel hinzufügen, ist das allerdings recht aufwändig, da die Abschottung wieder fachgerecht angebracht werden muss. Eine mögliche Lösung: Sie schützen die vorhandene Installation mit Brandschutzplatten und setzen bei der Neuinstallation Leitungen mit Funktionserhalt ein.

Befestigungsmaterial E30 bis E90

Auch Dübel gibt es in den Feuerwiderstandsklassen F30 bis F90. Prüfen Sie also immer, wie groß die Gefahr ist, dass hängend montierte Bauteile im Falle eines Brandes herabstürzen und andere Anlagen beschädigen können. Der beste Funktionserhalt nutzt Ihnen nichts, wenn er in einem solchen Fall beschädigt wird.

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