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Für die Sicherheitsfachkraft sind Betriebsanweisungen ein wertvolles Hilfsmittel, um die Mitarbeiter zu unterweisen und vor Gefährdungen am...

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Gefahrstoff Trennspray: Beugen Sie Unfällen vor

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Arbeitssicherheit Gefahrstoffe

Von Wolfram von Gagern,

Verbrennungen 2. und 3. Grades erlitt ein Landmaschinenmechaniker bei Schweißarbeiten an der Allradwelle eines Traktors. Ursache: ein hochentzündliches Trennspray.

Gefahrstoffe: Chef trägt Mitschuld

Wegen eines Hohlraums konnte es nicht abziehen. Eine Teilschuld an dem Unfall trug der Mechaniker selbst. Aber auch sein Chef musste sich Versäumnisse ankreiden lassen. Der Mechaniker sollte die Allradwelle unter einem Traktor ausbauen. Dazu musste er zunächst ein Wellenlager am Getriebe entfernen. Da es sich konstruktiv bedingt mit einem Abzieher nicht ausbauen ließ, wollte der 22-Jährige Gewindestangen daran anschweißen, um es mit deren Hilfe herauszuziehen. Zum Schutz des Getriebezapfens für den Antrieb der Allradwelle hatte er diesen zuvor mit einem Schweiß-Trennspray eingesprüht. Die Spraydose war als „hochentzündlich“ gekennzeichnet. Nach einer Ablüftzeit von einigen Minuten begann der Mann, die Gewindestangen anzuschweißen. Woran er nicht dachte: Das Lösemittel des Trennsprays hatte sich auch hinter dem Lager im Getriebehals angesammelt, von wo es nicht ausreichend abziehen konnte. Der Lichtbogen des Schweißgeräts entzündete das Gasgemisch und löste die Verpuffung aus.

Gefahrstoffe: Warnhinweis missachtet

Die Unfalluntersuchung ergab, dass das Dosenetikett völlig korrekt den Hinweis trug: „Nicht in Hohlräumen verwenden“. Zwar wusste der erfahrene Mechaniker, dass das Treibgas brennbar war. Er hatte aber vor Beginn der Arbeiten nicht auf das Dosenetikett geschaut, um zu prüfen, welche Vorsichtsmaßnahmen er konkret einhalten musste. Aber auch sein Chef war an dem Unfall mit schuld: Denn in der Betriebsanweisung fehlte der Hinweis auf das Verwendungsverbot in Hohlräumen, und in der Sicherheitsunterweisung war es ebenfalls übergangen worden.

Gefahrstoffe: Mit „Substitution“ wäre das nicht passiert

Noch gravierender fällt jedoch ins Gewicht, dass der Chef die Rangfolge der Schutzmaßnahmen bei der Verwendung von Gefahrstoffen nicht beachtet hatte. Nach der Gefahrstoffverordnung (§ 9 Abs. 1) hätte er im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung als Erstes prüfen müssen, ob das hochentzündliche Spray durch einen weniger gefährlichen Stoff ersetzbar war („Substitutionsgebot“). Tatsächlich bot der Hersteller des Schweiß-Trennprays als gleichwertige Alternative auch eine nicht brennbare Emulsion an. Hätte der Betrieb diese verwendet, wäre das Unglück vermieden worden. Der Fall zeigt anschaulich: Verstößt der Arbeitgeber gegen das Substitutionsgebot, können Unfälle vorprogrammiert sein. In diesem Fall muss er auch mit Regressforderungen und Bußgeldern durch die Berufsgenossenschaft rechnen.

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