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Gefahrstoffe: Die richtigen Schutzhandschuhe für Chemikalien finden

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Arbeitssicherheit Gefahrstoffe

Von Wolfram von Gagern,

Der berufsmäßige Umgang mit Chemikalien gehört bei vielen Tätigkeiten zum Alltag. Chemikalienschutzhandschuhe sind darum ein Muss, soll die Gesundheit nicht auf der Strecke bleiben.

Doch dem fast unüberschaubaren Angebot auf dem Markt steht oft Unkenntnis gegenüber, welcher Handschuh der richtige ist – denn den „einen für alles“ gibt es nicht. Die neue Berufsgenossenschaftliche Information „Chemikalienschutzhandschuhe: Auswahl, Bereitstellung und Benutzung“ (BGI 868) von Januar 2008 macht Ihnen die Auswahl leicht.

Eines vorweg: Chemikalienschutzhandschuhe dürfen Sie nur dann verwenden, wenn Sie alle anderen Maßnahmen der Gefahrenabwehr oder -minderung ausgeschöpft haben bzw. trotz deren Anwendung noch Restgefahren bestehen. Das sind – in der vorgeschriebenen Reihenfolge:

Substitution von Gefahrstoffen: Gibt es für die Arbeitsaufgabe weniger schädliche Stoffe?

technische Schutzmaßnahmen (z. B. Arbeiten in geschlossenen Systemen)

organisatorische Maßnahmen (etwa Verringerung der Expositionsdauer)

Erst dann dürfen (bzw. müssen) personenbezogene Maßnahmen wie Chemikalienschutzhandschuhe (CSH) zum Tragen kommen.

Am Anfang steht die Gefährdungsbeurteilung

Nach der BGI 868 müssen Sie zunächst die jeweils auftretenden Gefahrstoffe ermitteln und beurteilen . Hinweise dazu entnehmen Sie z. B. den Gefahrensymbolen auf den Verpackungen und den Sicherheitsdatenblättern der verwendeten Stoffe. Als Ergebnis wissen Sie dann, wogegen die CSH schützen müssen: Wie wirkt sich ein Hautkontakt aus (z. B. ätzende Stoffe) und wie schwerwiegend ist die Gefährdung (z. B. vorübergehende Hautreizung oder irreversibler Gesundheitsschaden)? Be rück - sichtigen Sie aber auch weitere Anforderungen, die sich aus der Tätigkeit ergeben, wie etwa das nötige Tastempfinden bei feinmechanischen Tätigkeiten. Auch die Tragedauer spielt eine wichtige Rolle (nur zeitweise oder über die ganze Schicht?).

Verwenden Sie nur Handschuhe der Kategorie III

Nach der EG-Richtlinie über Persönliche Schutzausrüstungen sind Chemikalienschutzhandschuhe in die höchste der möglichen Schutzklassen eingestuft: in die Kategorie III. Das bedeutet: Sie müssen neben der CE-Kennzeichnung die 4-stellige Kennnummer der zugelassenen Zertifizierungsstelle tragen, die diesen Handschuhtyp geprüft hat. Chemikalienschutzhandschuhe, die diese Kennzeichnung nicht aufweisen, dürfen Sie zum Schutz gegen Chemikalien nicht verwenden.

Worauf Sie noch achten müssen

Achten Sie darüber hinaus bei der Auswahl auch auf das Symbol auf der Kennzeichnung, das Auskunft über die Schutzwirkung gegen bestimmte Chemikalien gibt. (Welche bei Ihnen vorkommen, wissen Sie ja aus Ihrer Gefährdungsbeurteilung.) Ein Handschuh, der mit einem Erlenmeyerkolben- Piktogramm sowie den darunter stehenden Buchstaben A – J – L gekennzeichnet ist, wurde gegen 3 Chemikalien (nach einer Liste in Anhang 7 der BGI 868) geprüft, hier also gegen Methanol, n-Heptan und Schwefelsäure (96 %). Er kann darum bei Tätigkeiten mit diesen Chemikalien für begrenzte Zeit eingesetzt werden. Schließlich spielt auch noch die Permeationszeit eine Rolle: Das ist die Zeit, die die Chemikalie für die molekulare Durchdringung des Handschuhmaterials braucht. Sie wird nach Anhang 2 in 6 „Levels“ (Stufen) angegeben: von 1 (= unter 10 min) bis 6 (= über 480 min). Bei der Auswahl der CSH müssen Sie sowohl die Angabe der Permeationszeit aus dem Sicherheitsdatenblatt der verwendeten Chemikalien als auch die Angaben des Hndschuhherstellers zur Chemikalienbeständigkeit beachten.

TIPP: Im praktischen Einsatz beträgt die tatsächliche Schutzdauer nicht mehr als 30 bis 50 % der vom Hersteller angegebenen Durchbruchzeit, da diese unter Laborbedingungen ermittelt wird. Darum: Handschuhe öfter austauschen als rein „rechnerisch“ erforderlich!

 

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