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Gefahrstoffe: Wie Sie Gefährdungen bei Schwangerschaft rechtssicher beurteilen

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Arbeitssicherheit Gefahrstoffe

Von Wolfram von Gagern,

Sobald eine Arbeitnehmerin, die an ihrem Arbeitsplatz regelmäßigen Umgang mit Gefahrstoffen hat, ihre Schwangerschaft meldet, müssen Sie, bzw. der Arbeitgeber sofort aktiv werden!

Sobald eine Arbeitnehmerin, die an ihrem Arbeitsplatz regelmäßigen Umgang mit Gefahrstoffen hat, ihre Schwangerschaft meldet, müssen Sie, bzw. der Arbeitgeber sofort aktiv werden! Werdende Mütter dürfen mit krebserzeugenden, fruchtschädigenden oder erbgutverändernden Stoffen gar nicht, mit sehr giftigen, giftigen, gesundheitsschädlichen oder den Menschen in sonstiger Weise chronisch schädigenden Gefahrstoffen nur bei Unterschreitung des Grenzwerts beschäftigt werden.

Gefahrstoffe: Gefährdungsbeurteilung bei Schwangerschaft

Damit Sie und die schwangere Mitarbeiterin wissen, ob am Arbeitsplatz Gefahren lauern, die Mutter und Kind gefährden können, gibt es nur ein Mittel: die Gefährdungsbeurteilung. Prüfen Sie zuerst, ob eine Gefährdung durch chemische Arbeitsstoffe besteht. Ein Blick in das Gefahrstoffverzeichnis genügt, und Sie erfahren, ob im Arbeitsbereich der werdenden Mutter Gefahrstoffe vorhanden sind. Auch das Sicherheitsdatenblatt oder das Produktetikett können Sie als Informationsquelle nutzen.

Gefahrstoffe: Der Beweis für die Gewerbeaufsicht

Werdende oder stillende Mütter dürfen Sie nicht mit Arbeiten beschäftigten, bei denen die Beurteilung ergeben hat, dass die Sicherheit oder Gesundheit von Mutter oder Kind durch chemische Stoffe gefährdet ist. Anhand der nachstehenden Checkliste können Sie genau diesen Aspekt überprüfen und der Gewerbeaufsicht nachweisen, dass Sie die Gefährdungen unter Berücksichtigung der „Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz“ (MuSchArbV) beurteilt haben.

Wichtig für Sie: Sobald Sie eine Frage mit JA beantworten, besteht ein Beschäftigungsverbot in dem entsprechenden Arbeitsbereich. Aus diesem Grund gilt (fast) immer: Versuchen Sie, die Mitarbeiterinnen bis zum Beginn des Mutterschutzes an einem Arbeitsplatz zu beschäftigen, an dem keine Gefahrstoffe mit den in der Tabelle genannten Gefährlichkeitsmerkmalen zum Einsatz kommen.

Gefahrstoffe: Checkliste - Gefährdungsbeurteilung nach MuSchArbV (Auszug)

  Gefährdungen durch chemische Arbeitsstoffe Ja Nein Entfällt
1. Krebserzeugende, erbgutverändernde oder fruchtschädigende (CMR) Gefahrstoffe      
a. Befinden sich im Arbeitsumfeld der werdenden Mutter Stoffe mit der Einstufung als krebserzeugend nach Kategorie 1 oder 2 des Anhangs VI Tabelle 3.2 der GHS-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 oder nach der TRGS 905 mit der Kennzeichnung:

* R 45 Kann Krebs erzeugen
* R 46 Kann vererbbare Schäden verursachen
* R 49 Kann Krebs erzeugen beim Einatmen
* R 61 Kann das Kind im Mutterleib schädigen?
     
b. Befinden sich im Arbeitsumfeld der werdenden Mutter Stoffe mit der Einstufung als krebserzeugend nach Kategorie 3 des Anhangs VI Tabelle 3.2 der GHS-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 oder der TRGS 905 mit der Kennzeichnung:

* R 40 Verdacht auf krebserzeugende Wirkung
* R 68 Irreversibler Schaden möglich?
     
c. Arbeitet die werdende Mutter selbst mit diesen krebserzeugenden, erbgutverändernden oder fruchtschädigenden Gefahrstoffen?      
d. Ist die werdende Mutter diesen Gefahrstoffen ausgesetzt z. B. dadurch, dass andere Mitarbeiter im gleichen Arbeitsraum mit krebserzeugenden, erbgutverändernden oder fruchtschädigenden Gefahrstoffen arbeiten?      
2. Sehr giftige, giftige, gesundheitsschädliche oder in sonstiger Weise den Menschen chronisch schädigende Stoffe      
b. Hat die werdende Mutter Kontakt mit entsprechend eingestuften Gefahrstoffen? Hinweis: Eine Gefährdung durch Quecksilber und Quecksilberderivate, Kohlenmonoxid, Blei und Bleiderivate ist auszuschließen.      
c. Werden die Grenzwerte überschritten (ggf. Messung veranlassen)? Hinweis: Bei Grenzwertüberschreitung besteht ein Beschäftigungsverbot.      
d. Besteht unmittelbarer Hautkontakt mit hautresorptiven Gefahrstoffen?

 

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